Schallmooser Gespräche #217: Scham

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Rosi und Če machen diesmal lieber „Schamlose Gespräche“ statt des Üblichen. Obwohl, ja, sonderlich schamvoll sind unsere Gespräche eh selten. Aber diesmal gehts explizit darum: Um die Scham!
Und anstatt da jetzt eine längere Sendungsbeschreibung zu formulieren, sind wir so schamlos und bringen hier einfach Čes Notizen zur Vorbereitung der Sendung:

 

Wir leben in einer Atmosphäre der Scham. Wir schämen uns all dessen, was wirklich an uns ist; wir schämen uns unsretwegen, unserer Verwandten, unserer Einkommen, unserer Akzente, unserer Meinungen, unserer Erfahrungen, gerade so wie wir uns unserer nackten Haut schämen. – G.B. Shaw

„Schamfamilie“: Verlegenheit, Befangenheit, Schüchternheit, Peinlichkeit, Kränkung, Schmach, Minderwertigkeitsgefühl – alles negativ, genauso wie die schamlosigkeit

Scham – Schande – Schmach

Shame im Englischen

Schmach – erniedrigung, kleinheit („schmächtig“), verschmähen

Scham als Gefühl, Schande auf sich geladen zu haben. der ekel vor sich selbst. Scham ist das Gefühl, Schande der Umstand

scham bei freud wenig thema, da er es als reinen affekt aus trieben und triebkonflikten sah

Sublimation und Übersprungshandlung

was ist a priori im menschen als scham angelegt und was produkt der umgebung? (sprich: gibt es scham an sich oder ist es immer eine auseinandersetzung mit anderen und sei es mit dem über-ich?)

„ich fühle mich beschämt“ – daß einem etwas gutes widerfährt, das man eigentlich nicht verdient hätte

scham und stolz

scham als depressiver affekt

ohne scham keine reflexionsfähigkeit

schamesröte

scham als herrschaftsinstrument

schamlosigkeit / exhibitionismus als akt der befreiung

umgekehrt wird auch ein schuh daraus: mit der individualisierung der gesellschaft, in der der einzelne aber sich ohnmächtig fühlt, will er wenigstens sich in seinem bereich selbst ermächtigen – eine auseinandersetzung mit der herrschaft findet nicht mehr statt. schamlosigkeit ist auch ein zeichen einer ellbogengesellschaft, der es an demut mangelt. der narziß ist unfähig zur reflexion und schämt sich nicht.

problematisches fremdschämen – 1) keine scham, sondern eine anklage („shame on you“) 2) konstruktion eines WIR, in dem sich auch der schändliche befindet (Haider, Waldheim, nationale schande)

scham – wort für den weiblichen schoß, schamhaar

scham als bedecken der genitalien, als schämen über den eigenen sexualtrieb,
könnte aber auch im schutz der empfindlichsten stellen liegen

Scham als Pietät und Taktgefühl

Scham als Fetisch

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