Toleranz und Meinungsfreiheit

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Tolerieren ist lateinisch und heißt erdulden. Die Tugend, auszuhalten und gelten zu lassen, was man nicht leiden kann, ist ein Grundwert der Demokratie. Widerstreitende Auffassungen, vorliegende Gegensätze, vermeintliche wie wirkliche, einmal zu prüfen und falls möglich auszuräumen, das kommt nicht in Frage. Man soll sie ertragen und Toleranz üben. Warum man sich diesen Widerspruch antun soll, das begründet einem keiner – höchstens tautologisch in der Form, dass andernfalls Intoleranz und Streit herrschen würden. Hader und Zwietracht sind darüber gar nicht ausgestorben. Im Gegenteil, sie kommen sogar im Namen der Toleranz auf. Die kennt nämlich Grenzen, und gegenüber Kritikern der Toleranz darf diese Tugend auf keinen Fall geübt werden.

So sehr der Wert der Toleranz hochgehalten wird, ist er im Zeichen des Vormarsches rechter Parteien gar nicht mehr unumstritten. Während seine Anhänger das Aushalten und Gewährenlassen für die Voraussetzung gesellschaftlicher Harmonie und freier Selbstbestimmung halten, sehen rechte Kritiker darin das Ende aller Werte und verbindlichen Sitten, die ein Volk zusammenhalten und die sich mit fremden Gebräuchen und Ansichten im Land überhaupt nicht vertragen.

Recht haben beide Seiten nicht. Die Gründe dafür – neben noch anderen schlechten Nachrichten von diesem Wert – werden in dieser Sendung erörtert. Wir bringen dazu den Mitschnitt eines Vortrages eines Redakteurs der Zeitschrift Gegenstandpunkt aus dem Jahr 2019, in welchem folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Wie steht es eigentlich um die Toleranz in der Praxis von Politik und Ökonomie?
  2. Wie steht es um die Toleranz dort, wo sie wirklich gilt – auf dem Feld der Meinungsfreiheit?
  3. Wie nehmen die Bürger dieses Toleranzgebot oder Toleranzangebot wahr? Wie geht es bei Talkshows oder am Stammtisch zu, wenn die Leute in einen Streit geraten?

Nähere Informationen zu dieser und früheren Sendungen gibt es unter Gegenargumente

 

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