Charlie Parker zum 100er

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Glasperlenjazz
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    78:58
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Am 29. August 1920 ist einer der genialsten Jazzmusiker ever zur Welt gekommen, um sein Wesen und auch Unwesen zu treiben, und kaum einen davor bestehenden Stein nicht in 100 kleine zu zerhacken.

Die Rede ist von Charlie Parker der vor seinem Ableben seines so kurzen Lebens sogar im nach ihm benannten „Birdland“ in Big Apple nicht mehr erwünscht war, der Jahrzehnte danach noch immer nicht wirklich die ihm zustehende breite Anerkennung genoss, denn ein immer unzuverlässigerer Junkie, Alkoholiker, Frauenheld war nicht wirklich das Vorbild für eine Generation, die nach WW2 die geschäftlichen Charts in lichte Höhen trieb und die USA als Nabel der Welt propagierte. Das ging natürlich auch damals schon an großen Teilen der schwarzen, substanziell benachteiligen Bevölkerung zum großen Teil spurlos vorüber ( woran sich auch heute noch im Kern nicht wirklich viel verändert hat). Und so wuchs Charlie Parker als Sohn eines Alkoholikers auf, der seine Familie verließ als Charlie gerade mal 11 war und der dafür verantwortlich war das Charlie dann nach Kansas ging, als er 17Jahre alt war. Wenig erbaulicher Anlass dafür war das Ableben von Herrn Parker sen. , der durch das Messer einer Prostituierten sein wenig rühmliches Ende fand. Seit seinem dreizehnten Lebensjahr war Charlie selbst dann im Kontakt mit Drogen und gröbsten Mengen an Alkohol, was neben einem teilweisen psychotischen Geisteszustand auch die Diagnosen Herzinfarkt, Magenkrebs,  Lungenentzündung und Leberzirrhose auf die Todesbestätigung des 35-jährigen brachte.

Und doch sollte er in nur rund zehn Jahren zum größtem musikalischem Genie des Jazz und zu einem der vielleicht drei oder vier wichtigsten Innovatoren des Jazz bis in die Jetztzeit avancieren.

Charlie, der von seiner Mutter ein mit Klebstoff und Klebeband zusammengepicktes Plastiksax bekam, spielte bald in Bands mit. Seine Versuche als Solist arteten aber gerne in Lachnummern unter Mitmusikern aus. Darauf zog er sich beleidigt zurück und begann exzessiv zu üben. Er selbst erzählt, wie er mehrere Jahre lang (!)zwischen 12 und 15 Std lang TÄGLICH geübt hatte.

Was musikalisch passierte, war, dass er den vorherrschenden, bereits musikalisch schwer überholten und kommerziell gewordenen Swing mit seinem Spiel in tausende Teile zuschmetterte.

Ich kann ihm nur nachträglich danken. Wieviel dünner wäre denn die aktuelle Jazzwelt ohne diesen Großmeister.

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