Fluchtwege 2015 – Als Arzt am Hotspot Spielfeld

Sendereihe
Crossing Borders – über Menschen und Grenzen
  • Als Arzt am Hotspot Spielfeld
    59:38
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Der Grenzübergang Spielfeld war von Oktober 2015 bis März 2016 auf der großen Fluchtroute nach Norden eines der wichtigsten Nadelöhre. Täglich kamen hier bis zu zwölftausend Menschen an, die bereits einen langen und gefährlichen Weg hinter sich hatten. Hunderttausende Schutzsuchende mussten hier teils tagelang auf Busse warten, die sie weiter in Transitlager und an die deutsche Grenze beförderten.

Hunderte Menschen aus der Südsteiermark kamen über Wochen und Monate an den Grenzübergang, um den Ankommenden zur Seite zu stehen.

Einer von Ihnen ist Wolfgang Walther. Der Arzt und Biobauer aus Spielfeld setzt sich nach seiner Pensionierung im Rahmen der Initiative ARGE Flüchtlingspatenschaften Spielfeld für Menschen ein, die ab 2014 in seinem Heimatort in entlegenen Flüchtlingsunterkünften einquartiert wurden.

Als im September 2015 in Spielfeld auf einem LKW-Parkplatz wenige hundert Meter vom Grenzübergang entfernt vom Roten Kreuz eine erste wenig bekannte Versorgungsstelle für die Ankommenden eingerichtet wird, ist er derjenige, der bei medizinischen Notfällen Tag und Nacht zur Stelle ist.
Aber auch im großen Sanitätszelt, das im Oktober 2015 mit dem großen Spielfelder Transitlager errichtet wird, ist er später täglich vor Ort.

Bis am 6. März 2016 die letzten Schutzsuchenden in der Südsteiermark über die offene Grenze kamen, war Wolfgang Walther als Arzt auch noch im neu eingerichteten Grenzmanagement im freiwilligen Einsatz, zu einer Zeit als hunderte Ankommende zurück nach Slowenien gewiesen wurden und der Zivilgesellschaft längst der Zutritt zum Lager verwehrt war.

In der heutigen Sendung erzählt er, wie alles begann, was die Strapazen der Flucht in Körper und Psyche bewirken, was ihn an der Spielfelder Bevölkerung überrascht hat und wie es heute – 5 Jahre später – an der südsteierischen Grenze aussieht. Als Gemeinderat beschäftigt ihn aber auch, warum österreichische Kommunen wegsehen, wenn Kinder in griechischen Lagern jahrelang keine Schule besuchen können.

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