Klärschlamm. Superscience Me #28

Sendereihe
Superscience Me
  • Klärschlamm
    56:55
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Er ist unordentlich und überbordend. Er ekelt und verunsichert. Er verwässert Grenzziehungen: Ist das lebendig oder tot, aktiv oder passiv, technisch oder organisch, Subjekt oder Objekt? Der Schlamm – und seine besondere Rolle als Klärschlamm – ist die zentrale Figur der Ausstellung „Klärschlamm„, die ab 22. Jänner in der Kunsthalle Exnergasse zu sehen ist.
Gestaltet von Julia Grillmayr und Eva Seiler geht sie einem faszinierenden und oft wenig beachtetem Thema nach: Was genau passiert auf einer Kläranlage mit unserem Abwasser?

Die Kläranlage ist artifizielles Biotop, Kulturleistung genauso wie non-humaner Mikrokosmos. Sie beherbergt Millionen Kleinstlebewesen, die menschliche Verschmutzung ein Stück weit tilgen, und macht damit die Hybridität zwischen Mensch, Technologie und Natur deutlich. Den althergebrachten, aufklärerisch-humanistischen Wissenschaftspraktiken des Sezierens und Kategorisierens, sowie den zeitgenössischen Vorstellungen von Hygiene und Sauberkeit hält die Ausstellung das Gewirr, die Spekulation und die Unordnung entgegen. Der Klärschlamm wird unser Komplize im Versuch Kollaborationen mit nicht-menschlichen Lebensformen zu denken, „non arrogant collaboration with all those in the muddle“, wie es die Philosophin Donna Haraway formuliert.

In dieser Ausgabe von Superscience Me sind Höreindrücke aus 5 Kläranlagen in Österreich zu hören.

Eva und Julia haben die Kläranlagen in Wien (ebs), Linz-Asten, Innsbruck, Mödling und Himberg besucht und haben das allgemeine Prozedere sowie die Besonderheiten jeder Anlage kennengelernt. Sie haben mehr über die Arbeitsbedingungen und die Geschichte der Anlagen erfahren sowie über die Interessen und Hintergründe der Menschen, die hier arbeiten. Die Reportagen sind in eine Audioarbeit in der Ausstellung „Klärschlamm“ zu hören.

Zu hören sind: Karl Wögerer (ebs Wien), Peter Schweighofer und Thomas Gamperer (Linz-Asten), Harald Erber (Innsbruck), Herbert Huber (Mödling) und Günther Schamböck (Himberg), sowie ein Interview mit Norbert Kreuzinger, Experte für Mikrobiologie der Abwasserreinigung an der TU Wien.

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