• 59 aktionstag gegen rassismus
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Der Aktionstag gegen Rassismus im Gedenken an die Ermordung von Marcus Omofuma, wurde am 1. Mai 2019 von der Initiative d)ort und dem Kulturkollektiv Contrapunkt in der Vogelweide (Waltherpark) organisiert, um gemeinsam ein Zeichen gegen den alltäglichen rassistischen Wahnsinn zu setzten. In der Sendung werden die Zuhörenden nähere Infos anhand einer Ausstellung, da sich am 1. Mai die Ermordung von Marcus Omofuma zum 20. Mal jährte, bekommen. Zudem gibt es Ausschnitte des Vortrags von Persy-Lowis Bulayumi und ein Interview, in welchem über rassistische Strukturen und Handlungsstrategien gesprochen wurde. Außerdem gibt es noch ein spannendes Interview mit einer Organisatorin aus dem Veranstaltungskollektiv.

 

Eine eigene kritische Anmerkung zum Interviewteil (Beginn 46:55min): In Gesprächen mit Menschen komme die weiße interviewende Person immer wieder zum Punkt, dass Menschen Ängste äußern, was sie zu Schwarzen Personen jetzt überhaupt noch sagen können, weil sie Angst hätten, dass sie rassistisch sein könnten. Wie kritische Hörer*innen zurecht bemerken werden, ist die Fragestellung im eigentlichen rassistisch. Nicht weil ich (Li), welche die Frage stellt, weiß bin, sondern, weil der Teil „Menschen äußern Ängste“ was sie „zu Schwarzen Menschen“ überhaupt noch sagen können, implizit von einer Norm ausgeht, die weiß ist. Denn wo einerseits Schwarze Personen direkt benannt werden, bleibt weiß-sein, auch wenn die Ängste von denen hier gesprochen wurde allesamt von weißen Personen kamen, unbenannt. Was hier deutlich wird, ist, „dass Rassismus real und als System wirkmächtig ist (…), dass Rassismus die Norm und nicht die Abweichung ist“ (Ogette 2019, S.29). Da das „Happyland“ (siehe dazu: Ogette, Tupoka (2019): exit RACISM. rassismuskritisch denken lernen. UNRAST-Verlag: Münster)  für mich als weiße Person keine Option mehr ist, geht es für mich und hoffentlich auch für andere weiße Personen, darum zu erkennen, wenn ich rassistisch bin und sozialisierte Rassismen reproduziere, mich dafür zu entschuldigen, diese zu benennen, auch wenn es unangenehm ist, kein aber und Legitimationen entgegen zu halten und diese Realität nicht einfach dadurch zu verschleiern, dass es aus dem Interview herausgeschnitten wird.

„Übernimm Verantwortung für Deine Privilegien, wenn Du sie erkennst. Du musst Dich nicht dafür entschuldigen oder Dich schuldig fühlen. Aber bitte erkenne sie als Teil Deiner Realität an. Das ist nicht immer einfach und auch mit Unwohlsein verbunden. Tue es bitte trotzdem. Denn nur wenn wir anerkennen, wie diese Welt gestrickt ist, haben wir die Chance Ungerechtigkeiten zu ändern.“ (Ogette 2019. S. 122)

 

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