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Wir hören Buchtipps mit Urs Heinz Aerni. Der heutige Werk ist Aphorismen + Notate

von Martin Liechti erschienen im Bucher Verlag.

Eintauchen in die Kurzform und Denkräume öffnen

»Unser Wissen ist Stückwerk, also ist der Aphorismus die der Erkenntnis des Menschen allein angemessene Form der Aussage«, so formulierte der zu Unrecht vergessene, bedeutende Schweizer Aphoristiker H. A. Moser. Und fügte hinzu: »Alle Gedanken­gebäude sind künstlich und vergänglich; die Natur unseres Geistes bringt nur Gedankensplitter hervor. Nur sie bleiben, nur ihnen vertraue.« Aphorismen öffnen rasch verschiedene Denkräume, man kann kurz verweilen oder eine andere Tür aufmachen. Man verliert nicht den Zusammenhang und wird überrascht von plötzlich aufblitzenden Denkansätzen oder Formulierungen

Der Autor Martin, Liechti wurde geboren und ist aufgewachsen in Jegenstorf in der Schweiz.

Nach längeren Aufenthalten in Berlin, wo er einen Roman beginnt, und in Hagen (Westfalen) lässt er sich in Zürich nieder. Dort arbeitet er als freier Texter und etabliert sich als Schriftsteller.

Schreiben ist für Liechti vor allem Abstraktion, ein Spiel mit Fantasie. Lange schwebte ihm eine Art experimentelle Literatur vor, die das Widersprüchliche und Künstliche des Menschseins reflektiert. Martin Liechti veröffentlichte fünf Romane und andere Belletristik. Erst spät wandte er sich dem Aphoristischen zu, das er als zusätzliches Feld, wenn nicht als seine eigentliche Domäne entdeckt. Liechti versteht Literatur nicht als Abbildung, sondern als Ausweg. Was die Resonanz betrifft, so fühlt er sich ganz wohl in der Deckung als Geheimtipp.

Urs Heinz Arni traf sich mit Martin Liechti um über seine Werke zu sprechen.