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  • 01 Soleleitung
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  • 02 Soleleitungsweg Hallstatt Vol. I
    04:44
  • 03 Soleleitungsweg Hallstatt Vol. II
    04:04
  • 04 Franz Joseph_s Horizont Vol. I
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  • 05 Franz Joseph_s Horizont Vol. II
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  • 06 Kirchental Soleleitungsweg
    04:04
  • 07 Trockenmauern am Soleleitungsweg
    06:09
  • 08 Gosauzwang I
    05:49
  • 09 Gosauzwang II
    05:49
  • 10 Sulzstuben Soleleitungsweg
    05:44
  • 11 Sulzstube Weißenbach
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Soleleitung Hallstatt – Ebensee

Aufgrund der beschränkten Holzressourcen des inneren Salzkammerguts war es Ende des 16. Jahrhunderts nicht mehr möglich, die gesamte in Hallstatt gewonnene Sole im Ort zu versieden. Die Errichtung eines neuen Pfannhauses im waldreicheren Traunseegebiet erforderte allerdings den Bau einer Soleleitung vom Hallstätter Salzberg über Ischl nach Ebensee. Unter der Leitung des Ischler Bergmeisters Kalß wurde die 34 Kilometer lange Soleleitung in den Jahren 1595 bis 1607 realisiert.

Der Bau dieser Transportanlage stellte für die damalige Zeit eine immense technische Herausforderung dar. Die einzelnen, bis zu viereinhalb Meter langen Röhren wurden aus Rundhölzern hergestellt. Die axiale Bohrung wurde in mehren Arbeitsgängen mit Hilfe eines Satzes geschmiedeter Schneckenbohrer per Hand ausgeführt. Die Enden jedes Rohres wurden auf einer Seite konisch erweitert auf der andern entsprechend verjüngt, sodass sie formschlüssig in einander gesteckt werden konnten. Auf der gesamten Strecke, dem sogenannten „Strenn“, wurden insgesamt etwa 13.000 Stück Rohre zusammengesetzt. Im Leitungsabschnitt Kirchenthal über Hallstatt standen teilweise noch bis zum Ende des 20. Jhs. die ursprünglichen Holzrohre in Verwendung.

Die Trasse führt im südlichen Abschnitt durch alpines Gelände. Das Projekt gelang nur dank zahlreicher Kunstbauten, wie in den Felsen geschlagene Galerien und Brücken, aber auch mit Hilfe technischer Einrichtungen zur Ermittlung der Durchflussmengen und der Reduktion des Leitungsdrucks. Dafür dienten die sogenannten Sulzstuben. Dabei handelt es sich um hölzerne Behälter mit etwa 100 Kubikmetern Fassungsvermögen, die als Druckausgleichsbehälter und Zwischenspeicher dienten. Die Blockzimmerung solcher Behälter wird durch Kanthölzer, die in liegende Schwellen eingezapft sind, eingespannt. Diese sind in ihrer Längsrichtung durch eine Keilstegverbindung vorgespannt. In ihrem Habitus entsprechen die Sulzstuben der lokal tradierten Bauform. Die Blockwände sind mit einer vertikalen Stulpschalung geschützt, und die oberen Schließbalken des Behälters übernehmen für die Dachkonstruktion auch die Funktion von Bundträmen, horizontalen Balken die von Traufe zu Traufe reichen, die ein brettergedecktes Krüppelwalmdach tragen.

Das markanteste Bauwerk der Soleleitung ist die Brücke über die Talschlucht des Gosaubachs bei Hallstatt, der sogenannte Gosauzwang.

Soleleitung-Brücke Gosauzwang

Erbaut: 1755-1758
Umbau: 1969

Baugeschichte

Das schwierigste Teilstück stellte die Überquerung des Gosaubachs dar. Dort teilte sich die Rohrleitung ursprünglich in drei hölzerne und mit eisernen Ringen bewährte Rohrstränge, in denen die Sole vom rechten Talhang herabfloss, auf einer Holzgerüstung den Bach übersetzte und dann unter Druck – im Zwange – die jenseitige Steilböschung hinaufstieg. Materielle Zeugen dieser ältesten Bachübersetzung sind nicht erhalten geblieben, bloß der Name: Gosauzwang.
Infolge des steigenden Salzbedarfs musste 1756 neben den beiden vom Hallstätter Salzberg nach Ischl und Ebensee führenden Soleleitungssträngen noch ein dritter gelegt werden. Im Zuge der Arbeiten für diese Soleleitung wurde für die Überquerung des Gosaubachs eine auf hohen Steinpfeilern verlegte Brücke über den großen Gefällsbruch errichtet. Unter der Leitung des Hallstätter Salinenmeisters Josef Spielpichler wurden 1757 die hölzernen Brückenfelder, das sogenannte Spannwerk, gebaut, auf dem dann der Strenn mit gleichmäßig geringem Gefälle verlegt werden konnte. Dadurch war es möglich, den mit den technischen Mitteln der damaligen Zeit nur schwer beherrschbaren Druck in der Rohrleitung drastisch zu reduzieren.

Baubeschreibung
Die Soleleitungsbrücke die auf fünf schlanken Pfeiler aus Kalkstein-Quadermauerwerk das Gosaubach- Tal überspannt, galt bereits zur Entstehungszeit als eines „der merkwürdigsten und kühnsten“ technischen Bauwerke des Kammerguts. Mit der Verjüngung der Pfeiler wird perspektivisch wirksam die Höhenentwicklung dynamisiert. Das alte Tragwerk nahm mit den Sprengwerken diese Bewegung auf, leitete sie in die Horizontale über und ließ sie in den Widerlagern ausklingen. Durch den Umbau des Tragwerks ist ursprüngliche Wirkung zum Teil verlorengegangen.

Technische Beschreibung
Die Pfeiler sind mit einer Querschnittsfläche an der Basis von 4,0 x 4,0 m, am Auflager von 2,4 x 2,4m und einer maximalen Höhe von 30 m äußerste schlank ausgeführt. Das Tragwerk welches in 6 Brückenfelder mit Weiten zwischen 16 und 21 m unterteilt ist, weist eine Gesamtlänge von 133 m auf.
1969 wurde das ursprüngliche, hölzerne Sprengwerk durch Stahlkonstruktion, deren seitliche Teile als horizontal verbrettertes Geländer ausgebildet sind ersetzt.

Wertanalyse
Die gesamte Soleleitung als erste ortsübergreifende Rohstoff-Pipeline der modernen Industriegeschichte und die exemplarische Überquerung des Gosaubachtales sind von herausragender Bedeutung. Der gute Bauzustand der Brückenpfeiler und die weiterhin aufrechte Nutzung der Brücke in ihrer ursprünglichen Funktion, scheint deren Erhalt für die nächste Zukunft sicherzustellen.

Quellen

Aubell W., Die Soleleitung von Hallstatt nach Ebensee, in: Oberösterreich. Kulturzeitschrift, 31. Jg., Heft 1, (1981).

Erich R., Die Baudenkmäler des Salinenwesens in Österreich, Diss. TH Wien, 1972.

Hocquet, J.-C., Weißes Gold. Das Salz und die Macht in Europa von 800 bis 1800, Stuttgart 1993, S.154f.

Kurz, Michael, Industriearchitektur im Salzkammergut – 250 Jahre Brückentragwerk „Gosauzwang“, in OÖ. Heimatblätter, Heft 3/4 (2007) S. 191 – 199.

Schraml C., Der Weg des Salzes von Hallstatt nach Linz, in: Blätter für Geschichte der Technik, 1. Heft (1932).

Ders., Das oberösterreichische Salinenwesen von 1818 bis zum Ende des Salzamtes im Jahre 1850, Wien 1936.

Schultes J. A., Reisen durch Oberösterreich in den Jahren 1794, 1795, 1802, 1803, 1804 und 1808, Tübingen 1809.