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Nachspann 14, 29.04.2014

 

(Moderation/Musik/Biografien/Links)

 Gillian Welch – The way it goes (Track 4, aus „The Harrow & The Harvest“, 2011) 3.30

Gillian Welch – The way it goes aus dem 2011 in Nashville eingespielten Album „The Harrow & The Harvest“, das sie gemeinsam mit ihrem „doppelten“ Partner John Rawlings aufgenommen hat.

Besetzung: Gillian Welch: Vocal, Guitar, Banjo, Harmonica, Hands & Feet. John Rawlings. Vocal, Guitar, Banjo, Harmonica, Rawlings spielt die „führende Gitarre“.

Leider ist von der künstlerisch und drucktechnischen aufwändigen Gestaltung der Umhüllung des Tonträgers auf Vinyl – nach Vorlagen von John Dyer Baisley – bei der CD nicht nur im Verhältnis zur Größe wenig übrig geblieben, auch wenn die traumwandlerisch-geheimnisvolle Grafik am Cover auch „im kleinen“ Wirkung zeigt. Auf eine Beilage der Texte hat man im CD-Format leider verzichtet. Doch wozu gibt es schließlich das Internet? Und ob es bedeutsam ist, dass die Auflistung der insgesamt 10 Titel so gestaltet ist, dass die ersten 5 Lieder unter „The Harrow“, also „die Egge“ stehen, und die zweiten 5 Lieder unter „The Harvest“, „die Ernte“ habe ich noch nicht herausgefunden. Sollten die Lieder tatsächlich thematisch zugeordnet sein, dann hören Sie heute ausschließlich Lieder des ersten Teils. Die Ernte kommt erst später…

(…)

Das Programm der heutigen Sendung in Kurzfassung:

Kathrin Röggla – Lesungsausschnitt; Dietmar Füssel – Gedichtband „Menschenfleisch“

Die Musik zu dieser Sendung stammt in der Reihenfolge ihres Auftretens von Gillian Welch, Feather Drug, Eleni Mandell, Crosby, Stills, Nash & Young sowie Neil Young & Cracy Horse, und vorwiegend von zumindest relativ aktuellen Tonträgern.

Am 27.02.2014 war Kathrin Röggla im Linzer Stifterhaus bei „Stifterthemen – Lebensthemen: Katastrophen und Bedrohungen“ als Lesende bzw. im Gespräch mit Werner Michler und Christian Schacherreiter zu Gast.

Nachspann bringt heute ihren Lesungsteil aus „besser wäre: keine“ (erschienen 2013 im S. Fischer Verlag, Frankfurt) zu Gehör, Titel ihres Textes „Über das Anlegen von Katastrophen.“

Die in Salzburg geborene und seit geraumer Zeit in Berlin lebende Autorin Kathrin Röggla ist eine der bedeutendsten deutschsprachigen ChronistInnen der Gegenwart. So dokumentierte sie den 11. September 2001 im Gegenüberstellen medialer und von ihr vor Ort erlebter Wirklichkeit, mit mitunter fließenden Grenzen – „really ground zero“. In „wir schlafen nicht“ ging sie daran, die Arbeitswelten von Online- und Beratungsfirmen wiederzugeben, in der Sprache dort arbeitender Menschen, mit denen sie oft lange Gespräche geführt hatte. Gespräche, in denen mitunter so etwas wie „geistige Selbstauflösung“ sichtbar wurde, Sprache als Konstrukt einer irrealen und zugleich oft großen Einfluss ausübenden Parallel-Welt. Und auch die ständige Beschäftigung mit Katastrophen und Angst-Szenarien, geschürt und genährt durch ein Übermaß an Informationen oder Informationspartikeln aus der ganzen Welt, deren Auswirkung u.a. jene ist, dass die Gefahren, auch aus gesellschaftlichen Entwicklungen heraus, die den Menschen tatsächlich bedrohlich werden, gar nicht mehr wahrgenommen werden, wurde von Röggla in jüngster Zeit eindrucksvoll präzise dargestellt.

 

Bio Röggla

 Kathrin Röggla wurde 1971 in Salzburg geboren. Dort begann sie 1989 ihr Studium der Germanistik und Publizistik, welches sie 1992 in Berlin fortsetzte und 1999 erfolgreich abbrach. Seit 1988 ist sie aktiv in der literarischen Öffentlichkeit. Nach dem Umzug nach Berlin im Jahr 1992 entstanden die ersten Bücher, sowie Kurzprosa. Seit 1998 verfasst und produziert sie auch Radioarbeiten – Hörspiele, akustische Installationen, Netzradio- sowohl in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Rundfunk als auch als Mitglied des Netzradiokollektivs convextv, welches sich zu Beginn 2001 auflöste und bis 2002 als test bed weiter existierte. Seit 2002 schreibt sie auch Theatertexte. Von 2004-2008 unternahm sie zahlreiche Reisen, z.B. nach Georgien, in den Iran, nach Zentralasien, Japan, die USA und in den Jemen.

Ausgezeichnet wurde sie mit dem Salzburger Landesliteraturpreis (1992), dem Reinhard Priessnitz-Preis und Meta-Merzpreis (1995), dem Alexander von Sacher-Masoch-Preis, dem Italo-Svevo-Preis und dem New-York-Stipendium des Literaturfonds (2001), dem Hans-Erich-Nossack-Förderpreis und dem RIAS Preis (2003), dem Förderpreis des Schillergedächtnispreises, dem Preis der SWR-Bestenliste und dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (2004), dem Solothurner Literaturpreis, dem Internationalen Preis für Kunst und Kultur des Kulturfonds der Stadt Salzburg (2005), dem Anton-Wildgans-Preis (2008), dem Nestroy 2010 für das beste Stück („worst case“) dem Franz-Hessel-Preis (2010) und dem Arthur-Schnitzler-Preis 2012.

2012 ist sie Stadtschreiberin von Mainz.

Sie ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.

Buchpublikationen:

2013 Besser wäre: keine (S.Fischer Verlag)

2011 publikumsberatung (zusammen mit Leopold von Verschuer, Matthes&Seitz)

2010 die alarmbereiten (S.Fischerverlag)

2009 tokio, rückwärtstagebuch (zusammen mit Oliver Grajewski, Verlag für Moderne Kunst)

2009 gespensterarbeit, krisenmanagement und weltmarktfiktion (Picus)

2006 disaster awareness fair (literaturverlag droschl)

2004 wir schlafen nicht (S.Fischerverlag, Frankfurt a. Main, tb 2006)

2001 really ground zero (S.Fischerverlag, Frankfurt a. Main)

2000 Irres Wetter (Residenzverlag, Salzburg, tb S.Fischerverlag, 2002)

1997 Abrauschen (Residenzverlag, Salzburg, tb S.Fischerverlag, 2001)

1995 Niemand lacht rückwärts (Residenzverlag, Salzburg, tb S.Fischerverlag, 2004)

Hörbücher:

2011 publikumsberatung (in Zusammenarbeit mit Leopold von Verschuer)

2004 wir schlafen nicht (zusammen mit Hanns Zischler)

2001 Irres Wetter

Radioarbeiten (Auswahl):

2013 NICHT HIER oder die Kunst zurückzukehren (DKultur)

2012 die unvermeidlichen (BR)

2011 publikumsberatung (BR)

2010 der tsunami-empfänger (BR)

2009 die alarmbereiten (BR)

2008 recherchegespenst (BR)

2008 japanisches rückwärtstagebuch (BR)

2006 draussen tobt die dunkelziffer (DRS)

2006 ein anmassungskatalog für herrn fichte (BR)

2006 junk space (BR)

2004 wir schlafen nicht (BR)

2001 das firmenwir (Deutschlandradio)

2002 nach köln (BR)

2002 really ground zero (BR)

2000 selbstläufer (BR)

2000 in der reihe „soundstories/materialmeeting“: ein riesen abgang (BR)

1999 HOCHDRUCK/dreharbeiten (BR)

Film:

2012 Die bewegliche Zukunft – Eine Reise ins Risikomanagement (ZDF)

Theatertexte:

2013 Der Lärmkrieg (UA Schauspiel Leipzig)

2012 Kinderkriegen (UA Residenztheater München)

2011 NICHT HIER oder die kunst zurückzukehren (UA Staatstheater Kassel)

2011 die unvermeidlichen (UA Nationaltheater Mannheim)

2010 machthaber (UA Schauspielhaus Wien)

2009 die beteiligten (UA Düsseldorfer Schauspielhaus)

2008 worst case (UA Theater Freiburg)

2008 publikumsberatung (UA Neumarkttheater)

2005 draussen tobt die dunkelziffer (UA Volkstheater/Wiener Festwochen)

2004 junk space (UA Neumarkttheater Zürich/steirischer Herbst)

2004 sie haben soviel liebe gegeben, herr kinski! (UA Pumpenhaus Münster)

2004 wir schlafen nicht (UA Düsseldorfer Schauspielhaus)

2003 totficken. totalgespenst. topfit (Einakter, UA Burgtheater Wien)

2003 superspreader (Monolog, UA Düsseldorfer Schauspielhaus)

2002 fake reports (UA Wiener Volkstheater/steirischer herbst)

 

1999 nach mitte (Hypertext)

nach mitte“ ist unter http://new.heimat.de/home/softmoderne/SoftMo99/roeggla/ aufrufbar. Mitarbeit an www.werkleitz.com und an convextv: www.art-bag.org/convextv.

Röggla war Mitglied der Gruppe test bed: www.elektrotraum.de

 

Zwischenmusik: Feather Drug: Fin (mp3-file) ca. 1:50

Kathrin Röggla war am 27. Februar im Linzer Stifterhaus bei „Stifterthemen – Lebensthemen: Katastrophen und Bedrohungen“ als Lesende bzw. im Gespräch mit Werner Michler und Christian Schacherreiter zu Gast.

Röggla las aus „besser wäre: keine. Essays und Theater“ den Text „Über das Anlegen von Katastrophen.“

Moderiert wurde der bislang dritte Abend mit „Lebensthemen aus dem Werk Stifters“ vom Gesamtmoderator der Reihe, Dr. Christian Schacherreiter, Mitglied des Adalbert-Stifter-Instituts sowie Redakteur der OÖN, die wiederum als Mitveranstalterin fungierten.

Dritte Person am Podium: Prof. Dr. Werner Michler, seit März 2013 Univ. Professor für neuere deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Universität Salzburg. Mitarbeiter an der historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke und Briefe Adalbert Stifters

 

Dr.in Regina Pintar: einleitend zu Katastrophen und Bedrohungen

Pintar erwähnte in ihrer Einleitung Überschwemmungen, Erdbeben, Kriege. Pintar weiters wörtlich: Auch in vielen Werken Adalbert Stifters ist latent ständig Bedrohung spürbar, vielfach Bedrohungen durch die Natur, in Form von Gewittern, Hagelschlägen, Schneesturmen Bedrohung aber auch durch in jedem Menschen schlummernden Leidenschaften wie Liebe, Hass und Eifersucht.

Zitat Stifter: „Wir alle haben eine tigerartige Anlage so wie wir eine himmlische haben“ (aus: Zuversicht”)

 

Bei Veranstaltung: Lesungen Schacherreiter “Aus dem bayrischen Wald” von Adalbert Stifter (1867)

Stifter berichtet darin u.a. „von einem Naturereignis, dass ich nie gesehen hatte.“

Pintar: O-Ton (mp 3- teil 1) ca. 1.30

Soweit Dr.in Regina Pintar, Leiterin OÖ Literaturhaus im Stifterhaus, diesmal im O-Ton.

Bei den Auszügen aus der Erzählung “Aus dem bayrischen Wald”, die Schacherreiter anschließend vorlas, ging es um “vorweg genommene, befürchtete, hypothetische” Katastrophen, um Ängste etwas Schreckliches könnte eintreten. So am Beispiel der Erkrankung seiner Frau, aber vor allem auch am Beispiel der Kutschenfahrt Richtung Aigen, bei der Stifter im Dialog mit dem Kutscher Martin ob der beengten Wegverhältnisse ständig Befürchtungen hegt, ein anderes Gefährt könnte ihnen entgegenkommen. Auch Kathrin Röggla bezog sich vor ihrer Lesung kurz auf jene Passagen mit der Kutschenfahrt, auf die letztlich ausgebliebene Katastrophe.

Röggla: Lesung (mp 3- teil 2) ca. 20.00

Gillian Welch – The way it will be (3) 4.48

Moderation: Auszug aus dem Gespräch Schacherreiter – Michler – Röggla

Konsequenterweise, weil es die Relation Veranstaltungsdauer zu verfügbarer, also aus meiner Sicht frei disponierbarer Sendezeit bei „Nachspann“ nicht zuließ, habe ich mich auch beim Auszug aus dem Gespräch Schacherreiter – Michler – Röggla auf Kathrin Röggla konzentriert. Es hätte wenig Sinn gehabt, die „stifter-bezogenen“ Passagen nur anzureißen und wäre auch nicht im Sinne der beiden anderen Protagonisten gewesen. Stifter als Autor und Person ist ja „ein weites Land“, wie man auch aus den spannenden Ausführungen von Prof. Michler erfahren konnte, der Stifter auch in den Kontext der damaligen politischen Verhältnisse setzte bzw. Stifters Zugang zu Naturwissenschaften ansprach.

Röggla meinte übrigens auf die Frage Schacherreiters, ob Stifter für sie, vor der Einladung zu dieser Veranstaltung ein Thema gewesen sei, u.a. dass sie nach einem von Stress verursachten Hörsturz die Lektüre von Stifter als Mittel zur Entschleunigung gesehen habe. Sie verwies dabei auf die Erzählung „Aus dem bayrischen Wald“, in der Stifter nach Andeutung der Katastrophe des Schneesturms, des sich abzeichnenden Furors, erst einmal ausführlich die idyllische Landschaft beschreibt, was jedoch wiederum und somit gegensätzlich zur Entschleunigung durch die Aufladung der Geschichte mit eindringlichen Bildern Spannung erzeugt (womit ich Röggla sinngemäß zitiert habe).

Der kurze Auszug, den ich jedoch aus dem Gespräch gewählt habe, betrifft jedoch aus erwähnten Gründen nicht Stifter, sondern die Wahrnehmung von Katastrophen durch Katastrophen-Soziologen, wobei alleine dieses Wort eine Katastrophe ist..

Röggla: Auszug Gespräch (mp3-teil 3) ca. 1.30

Abspann Röggla

Soweit Kathrin Röggla in einem kurzen Ausschnitt aus dem 3-er-Gespräch Schacherreiter – Michler – Röggla anlässlich StifterThemen – Lebensthemen: Katastrophen und Bedrohungen am
Donnerstag, 27. Februar 2014 im Linzer Stifterhaus.

Zuvor hörten Sie – ebenfalls kurz – Regina Pintar in der Einlettung sowie vor allem Kathrin Röggla mit dem von ihr gelesenen Ausschnitt aus besser wäre: keine. Essays und Theater (S. Fischer Verlag, Frankfurt, 2013)

Verweisen möchte ich auf die sehr gut gestaltete und informative Homepage von Kathrin Röggla:  http://www.kathrin-roeggla.de/

 

Übrigens gab es in der von mir bis Mai 2011 verantworteten Sendereihe „Summerau,96“ bereits zwei Sendungen mit Texten von Kathrin Röggla, u.a. eine Aufnahme mit Ausschnitten aus „really ground zero“, die bei einem Zwischenstopp Rögglas auf dem Weg nach Gmunden in meiner bahnhofsnahen Wohnküche entstand.

 

Vor Dietmar Füssel und seinem Gedichtband „Menschenfleisch“ nun eine kleine musikalische Konzentrationsübung. Zwei exzellente Musikstücke, unmittelbar aufeinander folgend und Sie sollen auf zwei Besonderheiten draufkommen.

Gillian Welch – Tennessee (5) 6.01

Crosby, Stills, Nash & Young – Country Girl bestehend aus a) Whiskey Boot Hill b) Down Down Down und c) Country Girl (Tr. 9, 5:14 aus Deja Vu, 1970)

Sie hörten: Gillian Welch mit Partner John Rawlings mit Tennessee, aus Harrow. Harvest, erschienen 2011. Und daran anschließend das 41 Jahre zuvor veröffentlichte Country Girl aus dem Album „Deja Vu“ von Crosby, Stills, Nash & Young.

Meine und vielleicht auch ihre, deine Besonderheiten sind nun die gedankliche Querverbindung vom „Country Girl“ zur Geschichte, die Gillian Welch in „Tennessee“ erzählt, zumindest in meiner Zeitreise sind die Frau in Neil Youngs Lied und Gillian Welch nahe beieinander, auch in ihren Sehnsüchten. Das ist halt meine Fantasie dazu gewesen.

Und im Vergleich der beiden Kompositionen ist mir bei „Tennessee“ beim Gitarrenspiel von John Rawlings gewisse Parallele zum Gitarrenspiel von Neil Young bei „Country Girl“ aufgefallen.

Assoziationen: John Rawlings dürfte ein gewisses Faible für Neil Young haben, davon zeugt u.a. eine „hausgemachte“ Aufnahme von Gillian Welch und Rawlings mit der Neil Young-Nummer „Cortez the killer“, nachzuhören über you tube.

(…)

Rawlings ist dennoch von Plagiat weit entfernt.

HC Strache und die FPÖ-Propagandaband John Ottis allerdings weniger.

Der im Innviertel lebende Schriftsteller Dietmar Füssel hat mit „Menschenfleisch“ einen Gedichtband herausgebracht, aus dem ich einige Kostproben zum Besten geben werde (erschienen kürzlich in der EDITION ROESNER – Mödling/Maria Enzersdorf).

Vorab jedoch zu seiner Biografie

Name: Dietmar Walter Füssel

Geburtsdatum: 23.1.1958 in Wels

Gefährtin: Monika Hemetsberger

Kinder: Eine Tochter (Ildiko, geb. am 25.10.1986)

Enkel: Moritz (geb. am 14.11.2004)

Wohnort: Ried im Innkreis Beruf: Schriftsteller und Bibliothekar

Konfession: Panthokanarischer Biertrinker

Marathonbestzeit: 3:42,15

2008 Teilnahme am 100-Kilometer-Lauf von Biel. Zeit: 14:17,55
Hobbys: Laufen, Lesen, Reisen

buchpublikationen

‚Sukiyaki – Rindfleisch‘,Roman, 2013, Aavaa Verlag

Der Sohn einer Hure, Roman, 2013, Sisyphus Verlag 

Götter und ihre Fans’,ein Streifzug durch die wundervolle Welt des Glaubens, 2012, Arovell Verlag
‚Leidenschaft’,
lateinamerikanische Liebesgedichte, 2010, Liliom Verlag.
‚Diesseits von Eden’, satirischer Roman, 2009, Edition Atelier,
‚Gelsomina‘– eine Mückengeschichte in sieben Stichen’, Bildgeschichte, 2009, Liliom Verlag,
‘Die Ermordung Caesars’,
Komödie, 2006, Karl Mahnke Theaterverlag
‚Arbeit ehrt Mensch und Pferd‘,Kurzgeschichten, 2002, Resistenz Verlag

‚Rindfleisch‘, Roman, 2000, Resistenz Verlag

‚Unterwegs‘, Lyrik, 1998, Bibliothek der Provinz,
Dietmar Füssels Wunderhorn’, (Neue respektlose Geschichten), 1984, Eichborn Verlag

Wirf den Schaffner aus dem Zug’(Respektlose Geschichten), 1983, Eichborn Verlag

 Freier Mitarbeiter der Satirezeitschrift ‚Nebelspalter‘. http://www.nebelspalter.ch/Absolut+nichts/563201/detail.htm

Mehr als 900 weitere Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien sowie im Hörfunk.

Eleni Mandell – Desert Song 3:34 (Tr. 5, Album „I can see the future“, 2012/13)

Zum Gedichtband:

Ich hoffe, Dietmar ist mir nicht gram, wenn ich vorab auf Eugen Roth verweise, an dessen Werk ich mich bei einigen der Gedichte von Dietmar Füssel erinnert fühlte, für meine Begriffe war Roth ein ebenso scharfsinniger wie feinfühliger Beobachter, wie aus dem kurzen Gedicht von Roth hervorgeht:

Seltsam genug
Ein Mensch erlebt den krassen Fall,
Es menschelt deutlich, überall –
Und trotzdem merkt man, weit und breit
Oft nicht die Spur von Menschlichkeit.

Nun ist Füssel alles andere als ein „Nachahmer“, auch findet sich im Gedichtband „Menschenfleisch“ keine durchgehende Charakteristik der Gedichte, keine Zuordnbarkeit oder Möglichkeit, den Dichter ohne seltsame Gehirnakrobatik zu „schubladisieren“.

Dietmar Füssel dichtet bisweilen scheinbar „leichtfüßig“, verspielt, mit Worten und Inhalten spielend, bringt aber „im nächsten Atemzug“, vielleicht sogar schon in der nächsten Strophe des selben Gedichts, gesellschaftliche Schwach- und Bruchstellen auf den Punkt, in kleinen oder größeren „Welten“.

Was mir zum Gedichtband noch einfällt: die Gedichte sind bisweilen derb, oder anders gesagt, sehr direkt, mitunter damit spielend, die Dinge sprachlich auf den Kopf zu stellen, sie sind, auch dort, wo sie Missstände benennen, ohne moralisierenden Tonfall. Und Dietmar Füssel ist ein Schreibender, der Humor besitzt, facettenreich und vor allem auch nicht vor dem edlen Handwerk (Schreibwerk) des Dichtens/des Dichters selbst Halt machend.

Gedichte I: 1. Das Wetter 2. Es ist der Ozean so weit 3. Wer Durst hat 4. Der Lehrer 5. Meine Frau ist gleichberechtigt 6. Sie saßen auf der Küchenbank 7. Die Betrunkenen (einschl. kurzer Vor-Bemerkung zum Lesen der Gedichte)

Eleni Mandell – Don’t say no 4:38 (12)

Gedichte II: 8. Mein Onkel 9. Die Maschine 10. Ruhestörung 11. Gib dem Vater 12. Der Smutje 13. Werden Katzen zu Verrätern 14. Ein Wiener Vogel 15. Der Straßenrand (mit spezieller Widmung für einen Raser) 16. Wenn ein Mensch vermonstert (gesungen) 17. Guten Morgen, liebe Mörder 18. Valentinaden

(Lärmentwicklung im Hintergrund – übers Studiomikrofon – vom Soundcheck einer der Konzert-Bands in der Stadtwerkstatt)

Abspann Füssel/Hinweis auf Buchpublikation „Menschenfleisch“, Eigenartige Gedichte, Edition Roesner (2014). Eine gute Adresse, auch für Bestellungen ist Dietmars etwas zu überfrachtete, doch insgesamt sehr anschauliche und inhaltlich gehaltvolle Homepage unter http://www.dietmarfuessel.com/

Eleni Mandell – the future 3.18 (1)

 (Album: I can see the future, 2012/3)

 Soweit also Nachspann, Folge 14 (nicht 15, wie einige Male gesagt!) mit einem Lesungsmitschnitt mit Kathrin Röggla und der Buchvorstellung des neuen Gedichtbandes von Dietmar Füssel.

(…)

Nächste Folge Nachspann mit noch ungewissem Inhalt am 29.7. ab 20 Uhr

Das nächste Wiederhören mit mir gibt es in der Sendereihe Wegstrecken am 20. Mai von 19 bis 20 Uhr. Thema neuerlich die Mühlkreisbahn.

Abschließend hören Sie Neil Young & Cracy Horse: Ramada Inn 16:51 (CD 1, track 3, Album „Psychodelia“, 2013)

Erich Klinger dankt fürs Zuhören, au revoir, der noch angenehme oder anregende Nachtstunden wünscht, jedenfalls keine stresserfüllte oder panische Nacht.

5. Mai 2014