• 2014-04-05 SchuelerInnenUni_Amphibienschutz_Biomassekonferenz
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In dieser Sendung berichten wir von der SchülerInnenUni an der TU-Wien, wo man Jugendliche von heute zum Studieren von  Klima und Energie von morgen anregen möchte.

– Nun ist die Zeit, in der Kröten wandern. Wir bringen einen Bericht, wie wir diese Tiere schützen können. -Weiters berichten wir von der 4. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz, bei der wir interessante Neuerungen fanden.

– Zuletzt bringen wir einige Ankündigungen und News.

Musikalisch umrahmt wird die Sendung heute von Mitschnitten aus einem Benefizkonzert „Steirer helfen Steirern“ im forum KLOSTER Gleisdorf, mit dem Titel QUARANTANGO, anlässlich des Jubiläums 40 Jahre ARS HARMONIAE. Dieses Orchester, das sich dem Tango nuevo verschrieben hat und aus einem Akkordeonorchester entstanden ist, wird in bewährter und subtiler Weise von Rudolf Plank, der auch die meisten Arrangements verfasst, mit viel Feingefühl und großer Sorgfalt geleitet.

Mag. Manfred Duchkowitsch organisiert die SchülerInnenUni an der TU-Wien. Die Teilnahme ist kostenlos! Naturwissenschaftliche, technische und gesellschaftliche Aspekte des Klimaschutzes, der intelligenten Energienutzung und -bereitstellung werden in einer Woche altersgerecht vermittelt und Bezüge zur eigenen Lebenswelt der SchülerInnen hergestellt. Auswirkungen, beispielsweise der Lebensmittelherstellung, der Verkehrsmittelwahl oder der Freizeitgestaltung werden mit DozentInnen der Forschungseinrichtungen und mit außerschulischen BildungsakteurInnen handlungsorientiert bearbeitet. Inhalte werden durch spielerische Methoden, künstlerisch-kreative Auseinandersetzung, Experimente, Filmvorführungen mit Diskussionsrunden, szenische Darstellungen und Exkursionen vermittelt.

Vom 17. bis 24. Februar 2014 fanden sich wieder rund 800 SchülerInnen im Hauptgebäude der TU Wien ein, um an der 7. SchülerInnenUni teilzunehmen.Ein Mitbegründer der SchülerInnenUni ist Mag. Martin Fliegenschnee. Nach ihm berichtet Mag. Manfred Duchkowitsch von der SchülerInnenUni.

Wir berichten von einem Naturschutzprojekt: der Krötenhilfe, an der sich auch Peter beteiligt. Zu Wort kommen Harald Hauska und ein Kollege von der Berg- und Naturwacht, Linda und Peter Kandlbauer als Mithelfer sowie Frans-Frederik Mellak, der auch Märchen zum Amphibienschutz erzählt hat.

Die 4. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz fand vom  15.-18. Jänner 2014 in Graz statt. Das Interesse an Bioenergie ist enorm groß. Über 1.100 Gäste informierten sich über die politischen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen auf dem Gebiet der energetischen Biomassenutzung. Die größte Biomasse-Konferenz Österreichs hat einen internationalen Fokus: Besucher aus 45 Nationen und aus allen Kontinenten reisten nach Graz an.

Dazu sagte der Vorsitzende des Österreichischen Biomasse-Verbandes, DI Dr. Horst Jauschnegg: „Österreichisches Bioenergie-Know-how stößt überall auf der Welt auf höchstes Interesse! Die Europäische Union muss im Kampf gegen den Klimawandel mutig als Vorreiter vorangehen und das Energiesystem auf erneuerbare Grundfesten stellen. Eine nachhaltige, sichere, wettbewerbsfähige und klimaschonende Energieversorgung kann künftig nur gewährleistet werden, wenn die Energie- und Klimapolitik der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten den 100%igen Umstieg auf ein hocheffizientes, erneuerbares Energiesystem mit ambitionierten, langfristig geplanten Maßnahmen und einem klaren Zielerreichungspfad rasch vorantreibt“, – fordert Jauschnegg.

Wir waren bei einer Exkursion zu neuen Torrifikationsanlagen. Hierbei werden aus Holz durch einen Dörrvorgang höherwertige Stoffe hergestellt. DI Trattner erklärt uns, wie das funktioniert.

Auch in Frohnleiten befindet sich ein Werk zur Produktion von effizienten Zerkleinerungsanlagen für Müll und Biomasse. DI Kunter steht uns für ein Interview zur Verfügung.

Viele Waldbesitzer erzeugen sich ihr Hackgut selbst. Im Biomassehof Leoben werden größere Mengen an Hackgut hergestellt und auch verkauft. Herr Gaber erzählt darüber.

Über die Biomasse-Nutzung in Kroatien spricht DI Josip Dundovic, dem Präsidenten des Kroatischen Biomasseverbandes.

Einige Ankündigungen und News:

-Laut dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung könnte der EU eine bedeutende Vorreiterrolle im Klimaschutz zukommen. Dies könnte Signalwirkung für andere Länder haben, sich ebenso daran zu beteiligen. Wir Europäer sind große Handelspartner Chinas, die als wichtiger Partner ebenso mit ins Boot geholt werden könnten. Dies würde in jedem Fall mit einer besseren Luftqualität in China einhergehen, die momentan ziemlich problematisch ist. Sollte China zusammen mit der EU auf dem Weg zu einer weltweiten Emissionsreduktion voran gehen, könnte dies die Emissionen bis 2030 um ein vielfaches dessen verringern, was die EU allein erreichen könnte.

Bei einer Beschränkung des Ausstoßes von Treibhausgasen besteht oft die Befürchtung, dass energieintensive Industrien in Teile der Welt mit niedrigeren Umweltstandards abwandern. Oder dass ein rückläufiger Verbrauch von fossilen Brennstoffen durch Klimaschutzmaßnahmen in einer Region die Weltmarktpreise für Kohle, Öl und Gas reduziert und hierdurch den Verbrauch anderenorts steigen lässt. Beide Effekte könnten die Bemühungen von Vorreitern zunichte machen.

In der Studie wird dieser Effekt jedoch als gering eingeschätzt. Nur etwa 20 Prozent oder weniger der Emissionen würden verlagert statt vermieden werden, so das Ergebnis des ganz überwiegenden Teils der Computersimulationen. Diese Leakage-Rate misst den Anteil von zusätzlichen Emissionen im Rest der Welt verglichen mit der Emissionsreduzierung des Vorreiters.

Die Kosten der Vorreiterrolle wären für die EU gering. Nachzügler hätten zwar den Vorteil anfänglich geringerer Kosten, aber später höhere Kosten beim Übergang zur überwiegend CO2-freien Wirtschaftsweise.

– Mehr als 20 Umwelt- und Entwicklungsverbände aus Nordafrika und dem Nahen Osten, haben sich in einem offenen Brief an die EU gewandt. Sie drängen auf ambitionierte europäische Klimaschutzziele. Andernfalls könnten die sogenannten MENA-Staaten dem angestrebten Weltklimavertrag 2015 in Paris ihre Zustimmung verweigern. Hintergrund hierfür ist allerdings der Wunsch nach der Umsetzung des umstrittenen Desertec-Solarprojektes, das wiederum eine Abhängigkeit für Europa von Afrika bedeutet.

– Die Donau transportiert in den Uferbereichen zwischen Wien und Bratislava mehr Plastikpartikel als Fischlarven. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kamen LimnologInnen der Universität Wien um Hubert Keckeis im Zuge eines Forschungsprojekts über Jungfische in Europas zweitgrößtem Fließgewässer.

– Flutkatastrophen in Europa werden wohl künftig stärker, häufiger und damit zu einem großen Kostenpunkt. Bis 2050 könnten die finanziellen Schäden auf 23,5 Milliarden Euro im Jahr steigen, heißt es in einer neuen Studie der Freien Universität Amsterdam. Veröffentlicht wurde sie im Fachmagazin Nature Climate Change. Tritt die Kostensteigerung so ein wie prognostiziert, wäre das eine Verfünffachung der jetzigen Kosten.

-Laut dem Naturschutzbund Deutschland hat sich der Beginn der Vegetationsperiode in Deutschland hat sich im Zeitraum von 1961 bis 2005 um 19 Tage verschoben. Der Grund ist der Anstieg der Jahresmitteltemperatur, durch den sich die Vegetationsperiode im Mittel um insgesamt 25 Tage im Jahr verlängert hat. Der Naturschutzbund weist darauf hin, dass die Veränderungen dieser wichtigen Umweltfaktoren einen deutlichen Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt ausüben. Arten und Lebensgemeinschaften hängen voneinander ab, so dass der verfrühte Beginn der Blüte Einfluss auf die davon abhängigen Insekten hat, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für bestimmte Vogelarten darstellen. Können Zugvögel ihre Ankunfts- und Bruttermine nicht schnell genug an diese Veränderungen anpassen, fehlt ihnen diese Nahrung zur Aufzucht der Jungvögel. Vogelzugzeiten hängen jedoch gleichzeitig von der Nahrungsverfügbarkeit im Winterquartier und auf dem Zug ab, so dass sich in vielen Fällen eine für Zugvögel gefährliche Verschiebung ergibt. Verlierer dieser Entwicklung sind Langstreckenzieher, heimische Brutvögel mit Winterquartieren in Afrika südlich der Sahara wie Trauerschnäpper, Nachtigall oder der Pirol. Eine Anpassung an die neue Situation fällt ihnen ungleich schwerer als Arten, die in Europa überwintern und daher verbleiben einige dieser Zugvögel bereits in unseren Breiten mit allen Nachteilen.

– Durch den Anstieg des Meeresspiegels sind nicht nur Siedlungsräume großer Teile der Weltbevölkerung an den Küsten betroffen, sondern auch zahlreiche Stätten des UNESCO Weltkulturerbes. Das zeigt eine aktuelle Studie von Ben Marzeion von der Universität Innsbruck und Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Von der Freiheitsstatue in New York über den Tower of London bis hin zum Opernhaus in Sydney: Der Klimawandel bedroht das kulturelle Erbe der Menschheit.

– Wie ein Bericht von Greenpeace darstellt, haben Europas größte Energieunternehmen, massive Schwierigkeiten, ihre Geschäftsmodelle an die strukturellen Veränderungen des Energiemarktes anzupassen. Der Report deckt auf, wie Europas Energieriesen durch gezieltes Lobbying bei ihren Regierungen versuchen, ihre Fehlinvestitionen in Kohle- Gas- und Atomkraftwerke auszugleichen. Auf Grund der gewaltigen Verluste von 500 Milliarden Euro in fünf Jahren, üben alteingesessene Unternehmen, darunter auch die österreichische OMV, massiven Druck auf die europäischen Regierungen aus. Energieerzeuger sollten auf nachhaltige Geschäftsmodelle umsteigen – fordern auch wir von der Klimanews-Redaktion.

– Nach einem Erlass des Finanzministeriums vom 24. Februar 2014 soll der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Sonnenstrom mit einer Abgabe von 1,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) belegt werden, sobald die Nutzung eine Leistung von 5000 kWh überschreitet! Hier werden private Energie-Erzeuger mit Solarstrom zur Kasse gebeten und wir hoffen, dass dieser Erlass umgehend zurückgenommen wird. Photovoltaik-Austria hat eine Sonnenstrompetition gestartet auf: www.pvaustria.at/petition

– Die Grazer Energieagentur koordiniert das EU Projekt Re-Co (Re-Commissioning), bei dem Energiekosten durch Gebäudetechnik und Nutzerverhalten optimiert werden. Die Albert Schweitzer Klinik Graz ist eines der Vorzeigeprojekte. Durch die Teilnahme am Projekt Re-Co  konnte die Klinik jeweils zwischen 5 und 7% des Bedarfs an Strom und Fernwärme im Vergleich zu den Vorjahren einsparen und sparte sich die Klinik 15.000€/Jahr an Energiekosten. Das Projekt wurde bei laufendem Betrieb durchgeführt.

– Ein Filmabend „The Carbon Rush“ und Diskussion mit Dr. Karl Steininger vom Wegener Center findet am Montag, den 7.April um 19:00 Uhr im Hörsaal 11.03 in der Heinrichstraße 36 statt. Der Eintritt ist kostenlos.

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Klimanews Zu hören auf Radio Helsinki
Produziert am:
30. März 2014
Veröffentlicht am:
30. März 2014
Thema:
Wissenschaft Ökologie
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RedakteurInnen:
Peter Und Sabine Schabler
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Sabine Schabler-Urban
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