Unsere Geschichte

2000 – 2002
Sendeaustauschplattform für Kultur- und Bildungsinhalte

Das CBA wurde im Jahre 2000 auf Initiative von Radio FRO, dem Freien Radio Oberösterreich, als Online-Sendeaustauschplattform ins Leben gerufen. Communityradios im deutschsprachigen Raum bringen regelmäßig Beiträge anderer Radios on air und schickten sich bis dahin Radiosendungen auf Musikkassette oder CD zu. Eine Online-Austauschplattform sollte das wesentlich vereinfachen. 1999 ging ein erster Prototyp online. Auf Basis der gewonnenen Erfahrungen wurde ein Jahr später die Plattform komplett neu programmiert und 2000 schließlich offiziell gelauncht. Das CBA war damit eine der ersten OnDemand Plattformen Österreichs. Bereits zu Beginn war neben dem Sendeaustausch das vorrangige Ziel, einen möglichst offenen und langfristigen Zugang zu zivilgesellschaftlicher Medienproduktionen abseits kommerzieller Interessen zu schaffen.

2002 – 2009
Wandel zur österreichweiten Plattform

2 Jahre später trat der Verband Freier Radios Österreich als Partner in das Projekt ein, wodurch die Plattform zum Gemeinschaftsprojekt aller österreichischen Communityradios wurde. Seitdem waren und sind tausende ehrenamtliche Programmmacher*innen am gemeinschaftlichen Aufbau des einzigartigen Datenbestands beteiligt.

2004 erhielt die Plattform neben einem überarbeiteten Design zahlreiche neue Funktionen.
Dadurch war Podcasting erstmals möglich und Besucher*innen bekamen bessere Möglichkeiten, den wachsenden Datenbestand für Recherche- und Bildungszwecke zu nutzen. Statistiktools und Feedback- bzw. Kommentarfunktionen lieferten den Uploader*innen zum ersten Mal eine Analyse über die eigene Reichweite. Ab diesem Zeitpunkt gewann das CBA als digitaler Verbreitungsweg, mit dem Produzent*innen zusätzliche Öffentlichkeiten erreichen konnten, sukzessive an Bedeutung.

2010 – 2016
Das CBA als Zeitarchiv

2010 wurde die Plattform abermals relauncht und als WordPress Plugin auf eine völlig neue technische Grundlage gestellt. Dies erlaubte von nun an wesentlich kürzere Entwicklungsschritte und einen kostengünstigen Einsatz zeitgemäßer Technologien in einem immer komplexer werdenden Feld, da seitdem auf die Programmierleistungen einer weltweiten Open-Source-Entwickler*innencommunity zurückgegriffen werden kann.

Das CBA erhielt 2010 eine Honorary Mention beim Prix Ars Electronica in der Kategorie „Digital Communities“, womit vor allem der kollaborative Charakter und die wachsende zivilgesellschaftliche Bedeutung der Plattform gewürdigt wurde.

Archivia12 & 14
Mit den beiden internationalen Konferenzen Archivia12 und Archivia14 wurden schwerwiegende rechtliche Einschränkungen öffentlich diskutiert, die den freien Zugang zu digitalen Inhalten – egal ob von Museen, Bibliotheken oder Plattformen wie dem CBA – stark behindern.
Vor dem Hintergrund aktueller netzpolitischer Debatten auf EU- und nationaler Ebene widmeten sich die beiden Veranstaltungen zudem den Zukunftspotenzialen digitaler Archive für neue Formen kreativen Schaffens und kultureller Produktion.
In einem Schulterschluss mit Universitäten und öffentlichen Archiven entstand ein erstes politisches Positionspapier, das den Stellenwert des freien Zugangs zu Information dem wirtschaftlichen Verwertungsinteresse Einzelner ins Verhältnis setzte. Denn eine demokratische Informationsgesellschaft ist sie nur dann, wenn sie den freien und dauerhaften Zugang zu Wissen, Information und Meinung für die allgemeine Öffentlichkeit gewährleistet. Mehr unter www.archivia.at

Living Archives
Zwischen 2014 und 2016 war die Projektgruppe rund um das CBA in das internationale Projekt „CAPTCHA – Creative Approaches to Living Cultural Archives“ eingebunden, das neben einer Bestandsaufnahme der archivarischen Praxis europäischer Communitymedien die Entwicklung kreativer technischer Lösungen zum Ziel hatte, digitale Datenbestände einer größeren Öffentlichkeit leicht und verständlich zugänglich zu machen. Ergebnis ist neben mehreren internationalen Konferenzen in Dublin, Halle und Budapest u.a. ein Storytelling- und Visualisierungswerkzeug für digitale Medienarchive. Mehr unter www.livingarchives.eu

2016 – 2019
CBA als Public Open Space

Die Konferenzen #mediana17 und #mediana18 thematisierten vor allem die Rolle von digitalen Medien, ihre Monopolisierung und Wirkung auf die öffentliche Meinungsbildung. Die Notwendigkeit gemeinwohlorientierter, nicht-kommerzieller Infrastrukturen und Algorithmen wurde abermals in den Fokus gerückt, um die Steuerung von öffentlichen Debatten nicht von den Finanzierungsmodellen der großen Plattformbetreiber abhängig zu machen. Im Sinne der Medien- und Meinungsvielfalt sollten Regeln für ethische Algorithmen und eine grundrechtsorientierte Regulierung von Onlinemedien entworfen werden. Unter Mitarbeit zahlreicher Expert*innen aus Medien und Journalismus entstand in weiterer Folge das Positionspapier zu Medienförderung und Plattformregulierung. Mehr unter www.mediana.at

2020
Kick-Off zum 20jährigen Jubiläum

Im Mai 2020 wurde das CBA schließlich in den Verein „Cultural Broadcasting Archive – Verein zur Förderung digitaler Kommunikation“ ausgegründet, der nunmehr Eigentümer und Betreiber der Plattform ist.

Das 20jährige Jubiliäum war zudem Anlass für eine Neuentwicklung der Corporate Identity sowie des Internetauftritts. Am 10.10.2020 wurde die Plattform feierlich relauncht und wird seitdem mit noch größerem Nachdruck in vielfältige Richtungen weiterentwickelt und für neue Zielgruppen geöffnet.