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  • Alter Hunger, neuer Hunger, Teil 2
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Über Landflucht und Überlebensstrategien in Ländern Afrikas, Lateinamerikas usw.: So kommen die MIKROKREDITE in die Welt, als Reaktion auf die Trennung der Menschen von allen Möglichkeiten, sich auf traditionelle Weise zu ernähren.
Die Bonität des Schuldners, der keinerlei Sicherheiten zu bieten hat und über keine bereits gelaufenen Geschäfte verfügt, wird durch kollektive Haftung hergestellt. Dadurch sind diese Kredite ziemlich sicher, noch dazu zu 30-40% verzinst.
Damit sind die Mikrokredite zu einem boomenden Geschäftszweig für Banken in aller Welt geworden, sie haben dem internationalen Finanzkapital einen ganz neuen Geschäftszweig eröffnet.
Was heißt das aber für die Kreditnehmerinnen? Erst einmal ist es keine „Hilfe“, wenn sie so einen Kredit kriegen. Alles Geld, was sie mit ihrer Nähmaschine verdienen, gehört der Bank. Was finden sie für einen Markt vor? Lauter andere Mikrokredit-Schuldner, die auch ihr Zeug verkaufen müssen.
Dazu kommt noch die Konkurrenz der Banken, die jetzt in die Dörfer gehen und solche Kredite keilen, und damit immer mehr Leute auf diesen kreditfinanzierten Markt werfen.
Die Mikrokredite lösen das traditionelle Kreditsystem des Wuchers ab, mit denen die Grundherren vor Ort sich des Landes der Bauern bemächtigt haben. Sie führen auch zu dem gleichen Ergebnis: Mikro-Bankrotte, Selbstmordwellen, Zerbrechen der Dorfgemeinschaft.
DISKUSSION:
Wie verhält es sich mit den EU-subventionierten Lebensmittel-Exporten nach Afrika, Lateinamerika usw.? Wie passen die in dieses Schema der Nahrungsmittelproduktion und des Hungers?
Antwort: Es ist ja eine bekannte Kritik an den Subventionen der EU, daß sie hinausgeschmissenes Geld seien, das dort die Nahrungsmittelproduktion ruiniert und uns dann auch noch zum Spenden für die Hungernden nötigt …
Diese Art von Kritik verkennt, daß es der EU um Marktwirtschaft, um gewinnbringende Agrarproduktion geht und sonst nix. Subventionen gibts deshalb, um gewisse Unwegsamkeiten der Natur nicht zum Preistreiber werden zu lassen, der dann die Weltmarktfähigkeit verhindert.