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  • Was ist Kritik – Teil 3, Diskussion
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DISKUSSION
Die weitere Beantwortung der Frage: Wie hängt die vom Referenten beanstandete falsche Kritik mit dem Ruf nach dem starken Mann zusammen?
Das Messen der Handlungen der Menschen an Idealen, das Dingfest-Machen von Verstößen gegen vorgestellte Pflichten mündet in einer Kritik an den Menschen im Namen des Staates, und das ist p o l i t i s c h r e c h t s.

Frage: Aber wird nicht mit ihrer Sorte Kritik alles schlecht gemacht, obwohl nicht alles schlecht ist? Daß es Ausbeutung gibt, ist vielen Leuten klar, aber hapert es nicht einfach mit der Entwicklung von Alternativen?

Antwort: Die Kritik der Sozialdemokraten am Kapitalismus mündete in der – erfüllten – Forderung nach mehr Mitbestimmung, die den Z w e c k des ganzen Geschäfts – Produktion für Gewinn, also Ausbeutung – unberührt ließ. Damit wurde letztendlich die Ausbeutung als Notwendigkeit von Produktion begriffen.

Frage: Was halten Sie von Konzepten der solidarischen Ökonomie, also vom Umsetzen alternativer Konzepte – nicht gegeneinander, sondern miteinander – i n n e r h a l b dieses Systems? Beispiel: selbstverwaltete Betriebe in Argentinien nach dem Staatsbankrott.

Antwort: Solidarische Ökonomie nimmt die Umstände, unter denen sie sich betätigt, nicht zur Kenntnis: Entweder ist sie Philantrophie der Reichen (Soros, Gates) oder eine Verzichtsideologie der Armen.

Aber sie kann doch einmal Möglichkeiten aufzeigen und die Menschen auf etwas anderes als die Konkurrenz bringen!

Antwort: Zu Argentinien und den selbstwerwalteten Betrieben. Das war ein Notprogramm, um zu überleben, und daran ist nichts verkehrt. Es war aber keineswegs zukunftsweisend, weil seine Grundlage war keine Kapitalismuskritik, und hat alle nationalen Notwendigkeiten mit der Zeit eingesehen.