• 2012-11-03 Solar 2012
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Wir berichten  von der Solar 2012 und bringen Neuigkeiten über solarthermische Anlagen. Solarthermie nutzt die Umwandlung der Sonnenenergie in Wärmeenergie. Diese kann auch für die Kühlung verwendet werden.

Die Solar 2012 fand vom 12.-14. September in Gleisdorf statt. Veranstalter war die AEE-Intec. Die Gleisdorf SOLAR ist eine der größten Solarthermie-Veranstaltungen in Europa mit rund 400 österreichischen und internationalen ExpertInnen.

Dipl. Päd. Werner Weiss, Geschäftsführer und Motor der AEE–Intec, steht für die Verbreitung von solarthermischen Anlagen in der ganzen Welt:

Bürgermeister Christoph Stark ist die Unterstützung der Solarthermie und der AEE-Intec ein Anliegen.

Bürgermeister von Gasen und Landtagsabgeordneter Erwin Gruber setzt sich ebenso für eine  gute Energie-Zukunft ein.

DI Michael Paula vom BMVIT zeigt auf, dass wir große Reformschritte nötig haben, um das 2 Grad-Ziel bis 2050 zu schaffen: „Hierfür sind große Anstrengungen nötig.“

Werner Weiss leitet das  weltweite IEA Solar Heating und Cooling Forschungs- Programm.

Solarthermie wird im Gebäudebereich sehr wohl in Pufferspeichern aufgefangen. Bei der Speicherung von Photovoltaik -Kleinanlagen steht man hier noch in den Kinderschuhen, was die Finanzierbarkeit anbelangt.

Österreich ist im Bereich Solarthermie sehr gut positioniert. Die größten Zuwachsraten hat China zu erwarten. 60 Prozent der neu installierten Leistung ist in China.

Werner Weiß zeigt Möglichkeiten zum Marktwachstum auf und spricht unterschiedliche Kollektortypen an. China und in Europa Dänemark fertigen sehr günstige Anlagen mit etwa 50 US-Dollar pro MWh an.

Werner Weiss  wünscht sich politisch statt der momentanen Flächenförderung eine Förderung abhängig von der Qualität der Anlagen.

DI in Theresia Vogel vom Klima- und Energiefond attestiert Österreich ebenso einen sehr guten Platz im internationalen Vergleich an installierter Leistung. Sie regt den Ausbau von solaren Großanlagen an mit Bürgerbeteiligung.

Dänemark leistet im Bereich von solaren Großanlagen eine Vorreiterrolle und möchte bis 2050 frei von fossilen Rohstoffen sein. Es gibt dort Windturbinen, Biomasse, Photovoltaik, die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung und vor allem solare Großanlagen. Dänemark investiert auch verstärkt in Elektromobilität und Erdwärme.

Es gibt aktuell solare Großanlagen von 30 000m2.  In den nächsten Jahren sollen noch weit größere Anlagen entstehen, die mit nur geringen Förderungen auskommen und rentabel sind. Die Anzahl der installierten Leistung wird sich so in wenigen Jahren verdoppeln.

Fernwärme-Unternehmen investieren in solare Großanlagen. Entstehende Fernwärmenetze sollen Gasnetze ersetzen, deren Kostenentwicklung nicht vorhersehbar ist. Die Kosten für Gas sind in den letzten Jahren gestiegen, daher sind die solaren Großanlagen sehr beliebt. Sie können auch sehr gut kalkuliert werden.

Die Preise für diese Form der Energieform sind sehr günstig. Wärmespeicher-Kapazitäten optimieren das System. Besonders große Speicheranlagen wirken sich ebenso günstig auf die Kosten aus.

Im Marstal in Süddänemark  entstand Europas größte Solaranlage mit Erdbeckenspeichern. Diese Erdbeckenspeicher sind sehr groß und sie sind mit Wasser gefüllt.

Über ein solares Großprojekt mit großem Speicher in Kanada berichteten wir bereits in unseren 50. Klimanews. Es gewann den Gesamtsieg des Energy Globe Award 2011. Das, was dieses Projekt von anderen unterscheidet, ist, dass die Wärme des Sommers mit  thermischer Solarenergie für die sehr kalten Wintertage gespeichert wird und damit fast 100 % den Heizenergiebedarf deckt. So erhalten die Bewohner dieser Siedlung in Okotoks/Alberta- in Kanada zu 100% solare Energie auch, wenn ein regnerischer Tag ist oder bewölkt. Die Leute, die dort leben,  sind sehr glücklich. Im Winter können sie aus dem Fenster ins Schneetreiben schauen und auch bei wirklich kaltem Wetter wissen sie, dass ihre Heizenergie von der Sommersonne kommt.

Die Firma Aschoff produziert solare Großanlagen im asiatischen Raum. Sogenannte Stone-Washed-Jeans können durch die Verwendung von Solaranlagen umweltfreundlich produziert werden. Die Amortisation der Kosten ist innerhalb von 4 Jahren gegeben.

In Österreich wäre die Kombination von Wärme aus Biomasse und  Solarthermie vor allem für die Sommermonate sinnvoll.

In der Stadt Salzburg entsteht eine solare Großanlage in Lehen, die mit einem Mehrtagesspeicher ausgestattet ist.

Im Lebensmittelbereich werden Konstant-Temperaturen benötigt. Es gibt eine laufende Studie, die in Kooperation mit Schlachtbetrieben, Betrieben mit Gemüse und Lebensmitteln und Bäckereien durchgeführt wird. Hierbei soll auch die Restwärme genutzt werden.

Den Reigen von solaren Großanlagen schließt Dr. Christian Holter (SOLID), der uns über mehrere Großprojekte berichtet. Ein solares Großprojekt in Graz, das sich in Planung befindet, eines in Singapur und zuletzt berichtet er sehr ausführlich über die Tätigkeiten in der Karibik

Wir bringen ein Interview mit DI Wim van Helden. Er forscht an Speichermedien mit hohen Energiedichten.

Walter Schiefer von den Feistritzwerken in Gleisdorf zeigt auf, wie sich die Stadt Gleisdorf von der Nutzung von Erdöl, Kohle und Gas hin in Richtung erneuerbaren Energien entwickelt. Zukünftig kommen verstärkt Solarenergie und Biomasse zum Einsatz. Ebenso verfügt Gleisdorf über ein intelligentes Stromnetz. In Gleisdorf ist die Errichtung von 6 Wärmenetzen geplant, die mit Energie aus Solaren Biomasseheizwerken mit Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen versorgt werden und über die ganze Stadt verteilt sind. Durch den Energieatlas werden diese solaren Netzverbundanlagen transparent gemacht, der online abrufbar ist.

Wir bringen einige aktuelle Ankündigungen und weitere  News.

-Die Biogas-Konferenz am 28. und 29. November in Linz. 2012 liegen die Schwerpunkte bei der Stroh-, Wirtschaftsdünger- und Abfallvergärung sowie bei der Biomethanproduktion und -anwendung. Die Konferenz findet in Zusammenarbeit mit der WKO OÖ in der WIFI in Linz statt

-AEE INTEC lädt in Kooperation mit dem Regionalmanagement Oststeiermark und weiteren Partnern wie dem Netzwerk Energieberatung Steiermark ein, im Franziskanerkloster am Donnerstag, den 29. November 2012  von 9-17 Uhr über diese Anforderungen bei hochwertigen Sanierungen zu diskutieren und am Nachmittag zwei sanierte Gebäude zu besichtigen.

-In Zukunft soll die industrielle Abwärme aus der Gratkorner Papierfabrik Sappi genutzt werden. 46.000 Grazer Haushalte nutzen dann umweltfreundliche Fernwärme. Kraft-Wärme-Kopplung ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde im Oktober unterzeichnet. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2016 geplant.

-Vom 09. – 11. November 2012 finden in ganz Europa wieder zahlreiche Aktivitäten rund um den Baustandard der Zukunft statt. In Graz werden am 9. November von 08.45 – 14.00 Uhr im Seminarraum im Impulszentrum Graz West, im 1. OG. in der Reininghausstraße 13a erstmals kostenlose Fachberatungen zu allen Bereichen des Passiv- und Plusenergiehausbaus angeboten. Eine Anmeldung unbedingt erforderlich.

-Tanken mit Biogas ist in Niederösterreich möglich! Der Seiringer Umweltservice geht mit gutem Beispiel voran und hat nun seine PKW-Flotte um ein Erdgasauto erweitert. Obmann der ARGE Kompost & Biogas Österreich Hubert Seiringer dazu: „Wir hatten Bedenken, ob es mit den Tankstellen funktioniert. Dies ist aber mit dem Navi absolut kein Problem. Es rechnet sich wirklich.“

-Apple steigt bei Biogas ein: Der Elektronik Gigant Apple will sein iDataCentre in North Carolina zukünftig auch mit Strom aus Biogas versorgen. Das Biogas stammt aus der Vergärung von biogenen Abfällen und wird in Brennstoffzellen verarbeitet. Ende November soll die 5MW Anlage im Vollbetrieb sein.

-Das Land Salzburg fördert ein KlimaAuto: PKWs, die weniger als 100 g/km CO2 emittieren, dürfen sich Salzburger KlimaAuto nennen und werden dann vom Land gefördert. Durch die Aktion vom Land Salzburg, der Salzburg AG und dem Fahrzeughandel kommt der Umstieg nun besonders günstig.

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Klimanews Zu hören auf Radio Helsinki
Produziert am:
03. November 2012
Veröffentlicht am:
03. November 2012
Thema:
Wissenschaft
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RedakteurInnen:
Peter Und Sabine Schabler
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Sabine Schabler-Urban
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