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Der Data Dealer – legal, illegal, scheißegal

Submitted by kty on Wed, 29/08/2012 – 10:21
Speaker
Wolfie Christl

Der ausgebildete Nachrichtentechniker mit kultur- und sozialwissenschaftlichem Background arbeitet seit den späten 1990er-Jahren mit dem Internet. Mehr Universaldilettant denn Fachidiot betätigt er sich unter anderem als Künstler, Netzaktivist, Techniker und Unternehmer. 2000-2006 Mitarbeiter der Wiener Netzkultur-Plattform Public Netbase, ab 2006 selbstständiger Internet-Dienstleister. Seit 2011 ist er nun auch Entwickler des Spiels „Data Dealer“. Wolfie Christl lebt in Wien.
Inhalt
Durch die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien dringen Erfassung, Speicherung und Verarbeitung personenbezogener digitaler Daten immer mehr in alle Lebensbereiche vor. Der Widerspruch zwischen ökonomischen und politischen Interessen und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung wird immer virulenter. Demgegenüber geben heute viele Menschen ihre Daten nicht nur freiwillig, sondern sogar mit Begeisterung an Unternehmen, deren einziges Geschäftsmodell in der Verwertung dieser Daten besteht.

Welche personenbezogenen Daten gibt es überhaupt? Wer sammelt welche Daten aus welchem Interesse? Wozu lassen sich diese Daten nutzen und welche Auswirkungen kann das auf einzelne Individuen haben? Vielen Menschen fällt dazu auf Anhieb wenig ein. Nun hat ein kleines Team aus Wien eine ganz neue Herangehensweise an diese Fragen gefunden.

Derzeit wird unter dem Titel „Data Dealer“ ein provokantes Browser-Spiel entwickelt, das sich mit Witz und Ironie dem brisanten Thema der persönlichen Daten im digitalen Zeitalter aus einer etwas anderen Perspektive widmet.

Das Spielprinzip ist angelehnt an populäre Facebook-Spielehits, bei Data Dealer lautet die Devise allerdings: Persönliche Daten sammeln – und das möglichst hemmungslos und in ganz großem Stil. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Daten-Händlern und bauen durch geschickten Handel mit persönlichen Informationen ihr Vermögen auf. Sie bedienen sich legaler wie dubioser Quellen, besorgen sich pikante Informationen vom Daten-Schwarzmarkt und betreiben Gewinnspiele und Telefonumfragen, Internet-Partnerbörsen, Online-Psychotests und schließlich das eigene Social Web.

Gemeinsam mit befreundeten Dealern bauen sie mächtige Daten-Imperien auf und wehren sich kaltblütig gegen Image-Störfaktoren wie Bürgerinitiativen, kritische Medien oder lästige Datenschutz-Beauftragte. Dass es dabei nicht immer ganz sauber zugeht, versteht sich von selbst.

„Chef-Infotainer“ Wolfie Christl präsentiert beim #DNP12 das Projekt, berichtet von Fallstricken und Erfolgserlebnissen und gibt einen amüsanten Einblick in die Entwicklung von der Idee bis zum aktuellen Stand und darüber hinaus.
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