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„Tübingen ist meine Heimat“ – Gespräch mit der Autorin Irmgard Perfahl, lange Fassung

In der siebten Folge dieser Sendereihe hören Sie die lange Fassung* eines Gesprächs, das ich am 14. Jänner 2012 mit der Autorin Irmgard Perfahl führte.

Die Sendung beginnt jedoch mit dem Gedicht „Schubert“ aus dem Gedichtband „Worte balsamisch“, die Aufnahme stammt vom 08.04.2011.

Verbunden mit meiner Einleitung ist auch noch, als weiteres Werkbeispiel, ein Kapitel aus Perfahls Roman „Mosaik“, aufgenommen am 12.02.2012 in der Wohnung der Autorin, zu hören.

Eine Richtigstellung zur einleitenden Moderation bezüglich des Auszugs aus dem Roman „Mosaik“: ich habe R. und L. vertauscht. Bitte beim Anhören des Textauszugs nicht verwirren lassen!

Zur Gesprächswiedergabe:

In diesem insgesamt über zwei Stunden dauernden Gespräch rückte die 90-jährige Irmgard Perfahl in ihrer lebendigen Art des Erzählens etliche Male lange bzw. länger Zurückliegendes in eine größere Nähe zur Gegenwart, als es dem zeitlichen Abstand entsprochen hätte. In diesen Zeitreisen erweckter, in die Gegenwart geholten, Erinnerungen kamen natürlich Eindrücke und Erlebnisse ihrer langen Zeit in Tübingen zur Sprache, jenem Ort, den sie vor etwa 10 Jahren, vor allem aus „altersbedingten Sachgründen“ verließ.

Dass Perfahl nun auch in Österreich und insbesondere in OÖ wahrgenommen wird, ist sicherlich auch Walter Pilar zu verdanken, der Perfahl zweimal als Vortragende in seine Reihe „Dichter über Dichter“ eingeladen hatte. Zuletzt war Perfahl im April 2011 mit Gedichten aus dem Band „Worte balsamisch“ bei der „Langen Nacht der GAV OÖ“ in der Linzer Studienbibliothek präsent, weiters bei einer Lesung (mit Richard Wall als zweitem Lesenden) im Dezember 2011 im Alten Schlachthof Wels, wo sie aus ihrem Roman „Mosaik“ las.

Perfahl skizzierte im Gespräch mit mir ihren Weg als Schriftstellerin, streute Episoden über bekannte(re) Kollegen in deren Umgang mit Verlagen ein, erzählte ausführlich von Reisen und Unternehmungen, sie berichtete von Arbeitsverhältnissen, die sie auch als Bibliothekarin und Lektorin an die Kepler-Universität geführt hatten.

Über „Privates“ sprach sie auch, beispielsweise über ihre Ehe oder darüber, dass ihr Umzug nach Leonding auch damit zu tun hatte, dass sie ihren dort lebenden Sohn näher kennenlernen wollte.

Mit einer gewissen Sprunghaftigkeit beiderseits langten wir zwischendurch bei den Rating-Agenturen, der Bedeutung, die dem Unglück von Fukushima in deutschen Medien beigemessen wurde und bei Barack Obama an, den Perfahl noch vor seiner Wahl ziemlich illusionslos wahrnahm.

Naheliegend war dann auch die Frage, ob und wie sehr sie sich als „politischen Menschen“ sehe.

Und, am Ende des Gesprächs, ausgelöst von der letzten Frage, der Frage nach ihrem Umgang mit der Angst in ihrem Leben, eine gut 20-minütige Sequenz, die ich nahezu ungeschnitten auf Sendung bringen werde, weil darin einiges zum Vorschein kam, das berührend, traurig und auch erschütternd war, vom schlechten Umgang beider Eltern mit ihrer Tochter könnte man auch schreiben.

Oder vom Leben, das von Irmgard Perfahl dennoch gemeistert wurde.

 

Ein neues Buch von Irmgard Perfahl mit Prosa befindet sich, wie auch anfangs im Gespräch zu hören war, in Arbeit und wird im Herbst 2013 erscheinen.

Der im Zusammenhang mit dem Brief der Proust-Gesellschaft, den mir die Autorin zeigte, erwähnte, doch nicht namentlich genannte Präsident dieser Gesellschaft heißt Prof. Dr. Reiner Speck, ein interessantes Zitat des Dr. Speck lautet „Wer Marcel Proust liest, muss seltener zum Arzt“.

Irmgard Perfahl war auch heuer wieder in Tübingen zu Gast, sie absolvierte ihre Reise mit der Bahn, mit Umsteigen in München Hbf, ein bemerkenswerter Kraftakt dieser interessanten Persönlichkeit… Klarerweise ist so eine Reise mit 90 schon ziemlich anstrengend, wie mir Perfahl bei einem Besuch Ende Mai mitteilte.

Eine Aufnahme mit mehreren Gedichten der Autorin aus Worte balsamisch können sie im Archiv von Radio FRO in der Summerau,96-Sendung vom Oktober 2011 finden: http://cba.fro.at/50708

Die Summerau,96-Sendung vom 11. April 2012 mit der Kurzfassung dieses Gesprächs, ergänzt durch drei Beispiele aus „Mosaik“, darunter das heute ebenfalls gehörte, befindet sich ebenfalls auf der Homepage von Radio FRO – http://cba.fro.at/57637 – sowie unter www.manomad.wordpress.com, auf der Homepage der Sendung.

Die nächste Folge von Nachspann wird am 30. Oktober auf Sendung gehen, u.a. mit einem Text von Richard Wall über den im Juni 2010 verstorbenen vielseitigen Künstler und Menschen Egon Peter Kirch, dem kürzlich eine Ausstellung in der Linzer Galerie Paradigma gewidmet war.

Reaktionen zur Sendungen bitte an: erich.klinger@servus.at
ausführliche Biografie Irmgard Perfahl (zusammengestellt aus Homepage GAV + Literaturnetz.at + eigenen Ergänzungen)

Am 19.11.1921 in: Birkfeld (Steiermark) geboren. Schulen in Graz, Meiningen, Kassel, dort Matura. Von Kriegsdienst unterbrochenes Studium (Chemie, dann Germanistik) in Graz. Bibliothekarin in Linz, Lehrprogrammassistentin (Medizindidaktik) in Tübingen. Seit 1974 freiberufliche Autorin. Reisen nach Afrika, Japan und Kleinasien
Lebt nach langem Aufenthalt in Tübingen seit 2002 in Leonding.

. Worte balsamisch Gedichte

Verlag: August von Goethe Verlag, Frankfurt/M. 2010

  • Himmel

Verlag: Edition Linz 2007

  • Eukalyptus was flüsterst du? Gedichte
    Verlag: Konkursbuchverlag Claudia Gehrke Tübingen 2000
  • Mosaik Roman in 83 TeilstückenVerlag: Narr Verlag Tübingen 1994
  • Schwarzes Lächeln Senegal ReiseberichtVerlag: , Tübingen 1984, 2002
  • Guten Tag Freiheit ProjektionenTübingen 1981
  • Anscheinend unverletzt ErzählungenStuttgart 1980
  • Fortbewegungen Gedichte1977 (vergriffen)
  • Fahren aber niemals ankommen

Stuttgart 1976, 1979

2008 Vortrag über „Der Zauberberg“ von Thomas Mann im Rahmen der Reihe Dichter über Dichter, nachzuhören über die Homepage der Medienwerkstatt Linz unter: http://www.medienwerkstatt-linz.at/sendungspool/index.php?option=com_k2&view=item&id=317:dichter-%C3%BCber-dichter-2008:-irmgard-perfahl-%C3%BCber-der-zauberberg-von-thomas-mann&Itemid=14

Die lange Nacht der GAV in der Landesbibliothek in Linz am 08.04.2011 findet sich in Bild und Ton u.a. unter:http://www.medienwerkstatt-linz.at/sendungspool/index.php?option=com_k2&view=item&id=1016:einblick-177&Itemid=15 Irmgard Perfahl ist bei dieser Aufnahme nach etwa 5 Minuten zu sehen und hören.

Eine andere Aufnahme dieser Veranstaltung, u.a. mit dem Gestalter dieser Sendereihe, findet sich ab Minute 25:40 unter: http://www.medienwerkstatt-linz.at/sendungspool/index.php?option=com_k2&view=item&id=887:einblick-162&Itemid=15

Und der Vollständigkeit halber die beiden weiteren Links zu Aufnahmen der Medienwerkstatt zur langen Nacht der GAV am 08.04.2011:

http://www.medienwerkstatt-linz.at/sendungspool/index.php?option=com_k2&view=item&id=932:einblick169&Itemid=15

http://www.medienwerkstatt-linz.at/sendungspool/index.php?option=com_k2&view=item&id=880:einblick-161&Itemid=15