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Gedenken und Menschenwürde

Im Studio zu Gast: Gitta Martl, Vereinsgründerin des Vereins Ketani für Sinti und Roma.

In einem „Offenen Brief“ verlangen der Vereins Ketani für Sinti und Roma, die Welser Antifa-Bewegung und das Netzwerkes gegen Rassismus und Rechtsextremismus von VP-Bürgermeisterin Regina Rieder eine Gedenktafel für die verfolgten und ermordeten Sinti aus Buchkirchen. Mit Alt-Bürgermeister Gerhard Rauscher (SPÖ) hatte man vereinbart, im Gemeindeamt eine Tafel zu montieren. Der Gemeinderat beschloss vor dem Sommer einstimmig, dass vor dem ehemaligen Amtshaus zwei Stolpersteine anbringen will. (Stolpersteine sind in Gehwege eingelassene Steine mit Informationen über NS-Opfer, Anm.)

Rieder: „2010 waren die Mitarbeiter des Vereins Ketani zufrieden, dass wir Stolpersteine errichten. Ich finde es befremdlich, dass es jetzt Widerstand gibt.“ Gitta Martl vom Verein Ketani: „Für 300 Buchkirchner, die 1938 deportiert worden sind, sind zwei Stolpersteine ein bisschen wenig.“ Sie spricht Bürgermeisterin Rieder aber frei von Schuld. „Sie hat bei ihrem Amtsantritt nichts gewusst. Wir wollen niemand aufwiegeln und eine Lösung, mit der wir alle leben können“, sagt die Vereinsgründerin und fragt: „Wieso kann es nicht die Stolpersteine und eine Gedenktafel geben?“

 

Der Limonistollen in Linz

Der Limonistollen wurde ab 1939 im Linzer Bauernberg errichtet. Sein Eingang befindet sich in der Limonigasse nahe der Kreuzung Kapuzinerstraße/Hopfengasse. Für die Errichtung des Stollens wurden auch KZ-Häftlinge als Zwangsarbeiter eingesetzt. Die Stadt Linz wird den im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzkeller verwendeten Stollen für Besucher öffnen. Diese Öffnung ist Teil eines Projektes das sich die verstärkte Vermittlung zeitgeschichtlicher Themen zur Aufgabe gemacht hat. Ein weiterer Teil ist der zeitgeschichtlicher Übersichtsplan zu historischen Ereignissen in Linz, den sich Andi Wahl für seinen folgenden Beitrag angesehen hat.

Ab Montag, den 10. September, bietet Linz-Tourismus 1 ½ stündige Führungen durch den Limonistollen an. Alles Nähere unter http://www.linz.at/tourismus/ und unter http://www.linztermine.at. Telefonische Anmeldung unter 0650/2009009 ist erforderlich.

 

 

Weltempfänger: ein Beitrag von Radio Corax in Halle

Die rassistischen Pogrome von Rostock-Lichtenhagen jähren sich dieser Tage zum 20. Mal. Der Journalist Andreas Speit war damals selbst vor Ort, als Neonazis das Sonnenblumenhaus in dem sich über 100 Menschen befanden, aus rassistischen Motiven angriffen und anzündeten.

Der tobende Lynchmob wurde damals von tausenden Schaulustigen angefeuert. Die Polizei schaute zu und sorgte durch konsequentes Nichtstun für die Eskalation.

20 Jahre später hat sich Andreas Speit erneut zu dem Ort der Pogrome begeben. Vor dem Sonnenblumenhaus sprach er mit Anwohnern und Anwohnerinnen, die auch schon vor 20 Jahren dort gelebt haben.

Was diese Menschen heute über die Pogrome denken und was das über die Aufarbeitung der Geschichte und den Umgang mit Rassismus zu tun haben, das haben unsere KollegInnen von Radio Corax in Halle den Journalisten gefragt.

Andreas Speit ist taz-Nord Kolumnist und schreibt regelmäßig für verschiedene Projekte gegen Neonazismus, darunter auch die Infoportale Netz gegen Nazis, Blick nach Rechts und der Zeit-Blog Störungsmelder.

Durch die Sendung führt Michaela Greil.

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FROzine Zu hören auf Radio FRO 105,0
Produziert am:
27. August 2012
Veröffentlicht am:
27. August 2012
Thema:
Gesellschaft
Sprachen:
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RedakteurInnen:
Michaela Greil