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In Folge 172 der „Wegstrecken“ war wieder einmal vom „Karlsruher Modell“ zu hören. Dieses auch weiterhin äußerst erfolgreiche ÖV-Verkehrssystem zeichnet sich u.a. durch eine Vielzahl von Direktverbindungen aus der Region ins Zentrum von Karlsruhe aus, wobei mit Hilfe von 2-System-Fahrzeugen sowohl auf elektrifizierten Eisenbahnstrecken als auch im Stadtverkehr – wie eine Straßenbahn – gefahren werden kann. Begünstigt oder überhaupt möglich wurde diese Entwicklung zum einen durch die gleiche Spurweite von Eisenbahn und Straßenbahn (1435 mm) und vor allem durch den Pioniergeist des inzwischen schon legendären Direktor Dieter Ludwig, der mit seinen MitstreiterInnen einiges an Hürden überwinden musste, ehe die Sache so richtig ins Laufen kam.
Seit 1. Februar 2006 hat DDr. Walter Casazza die vielfältigen Aufgaben Direktor Ludwigs übernommen. In dieser Funktion war Casazza bei einem am 14. Februar 2012 stattgefundenen Festakt der Gmundner Straßenbahn als Festredner eingeladen. Die Wegstrecken waren dabei und konnten daher Dr. Casazzas Vortrag ungeschnitten auf Sendung bringen.
Dr. Walter Casazza (* 8. Juni1962 in Innsbruck) ist Geschäftsführer des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV), der VBK – Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH, der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) und der KVVH – Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH. Walter Casazza stammt nach eigener Aussage aus einer „alten Straßenbahnerfamilie”.Walter Casazza war seit 1988 als Direktionsassistent bei den Innsbrucker Verkehrsbetrieben (IVB) tätig. Von 1993 an war er Einzelprokurist und Betriebsleiter für den Bereich Verkehr, außerdem von Dezember 2001 an Einzelprokurist der Innsbrucker Nordkettenbahn GmbH. Zu seinen Aufgabenbereichen zählten neben der Betriebsführung auch die Leittechnik und die Planung. Am 21. September 2005 wählte der Aufsichtsrat der VBK Walter Casazza zum zukünftigen Geschäftsführer. Anfang November 2005 wählten ihn auch die Aufsichtsräte von AVG und KASIG zum zukünftigen Geschäftsführer der betreffenden Gesellschaften. Die Geschäftsführung dieser drei Gesellschaften trat er am 1. Februar 2006 an, womit er in diesen Funktionen die Nachfolge von Dieter Ludwig antrat. Am 2. August 2006 wurde er auch vom Aufsichtsrat des KVV zum Geschäftsführer des KVV gewählt; diesen Posten hatte Dieter Ludwig bis dahin noch kommissarisch innegehabt. (aus: Karlsruhe Wiki)
www.kvv.de                                                                                                                                                                                                                                                                         Auf dieser Homepage des Karlsruher Verkehrsverbundes können Sie auch die neuen 2-System-Fahrzeuge mittels Fotos begutachten, die ab Herbst 2012 in und um Karlsruhe zum Einsatz kommen werden. Es geht voran!!

Die Folien zum Vortrag von Dr. Casazza finden sich nunmehr als Datei im Anhang (E.K., 01.06.)

Der Vortrag Casazzas stand auch als „Impulsreferat“ in Zusammenhang mit der angestrebten Verknüpfung „Traunseebahn“ Vorchdorf – Gmunden und Gmundner Straßenbahn (jeweils Stern & Hafferl) zur „StadtRegioTram Gmunden – Vorchdorf“, zu der vom äußerst umtriebigen Verein „Pro Gmundner Straßenbahn“ ein neues Druckwerk vorgestellt wurde.

Der Verein Pro Gmundner Straßenbahn setzt sich seit 1989 erfolgreich für den Erhalt und den Ausbau der Straßenbahn in Gmunden ein und leistet auch finanzielle Beiträge. Der Verein tritt auch als Impulsgeber für neue Projekte auf, was u.a. der Person von DI Otfried Knoll, vormals als Geschäftsführer bei Stern und Hafferl für die Schienenbahnen zuständig, geschuldet ist.

www.gmundner-strassenbahn.at

www.stern-verkehr.at

(….) Christian Hager hat in seinem erstmals 1992 bei Ennsthaler erschienen und leider vergriffenen Buch „Eisenbahnen im Salzkammergut“ im Hinblick auf den damals in Frage stehenden Erhalt der Gmundner Straßenbahn geschrieben:

„Viele Besucher der Stadt am Traunsee würden liebend gerne ein autofreies Zentrum mit einer umweltschonenden „Elektrischen“ der tobenden und stinkenden Kraftfahrzeughölle vorziehen, die sich derzeit im Bereich Esplanade bis Rathausplatz darbietet!“

Am grundlegenden Befund Hagers kann 2010 ohne Abstriche festgehalten werde, das Aufkommen an Kraftfahrzeugen im motorisierten Individualverkehr nahm deutlich zu. Zumindest der Erhalt der Straßenbahn scheint allerdings inzwischen langfristig gesichert zu sein.

Sowohl beim Seebahnhof als auch vor allem im Bereich der Toskana buhlt man nach wie vor mit etlichen Gratisparkplätzen um autofahrende BesucherInnen und PendlerInnen.

Dafür dürfen die Fahrgäste der Vorchdorfer Bahn nach dem Abriss des Bahnhofsgebäudes am Seebahnhof mit zwei grindigen Betonhütten einschließlich abgenützter Bänke vorlieb nehmen, zwar konnten die den Fahrgästen zugedachten Räumlichkeiten im Bahnhofsgebäude, vormals im Besitz der ÖBB, schon länger nicht mehr benützt werden, doch war es wenigstens eine weniger brutale Form der Tristesse, der die Fahrgäste ausgesetzt waren.

Gespannt kann man sein, wann und ob die Regionalbahn Gmunden – Vorchdorf und die Gmundner Straßenbahn, derzeit am Franz-Josef-Platz endend, miteinander durch eine relativ kurze Neubaustrecke zu einer, bei entsprechendem Angebot, sicher attraktiven Regional- und Stadtbahn von Gmunden Hauptbahnhof bis Vorchdorf verbunden werden.

Achillesferse dieses Projektes ist die Beeinträchtigung des motorisierten Individualverkehrs zwischen Franz-Josef-Platz und der Einmündung der „Straßenbahn-Verlängerung“ in die bestehende Bahnstrecke nach Vorchdorf, vor allem jedoch der Abschnitt bis Klosterplatz.

Dort, wo sich jetzt die Autos häufig nur zähflüssig fortbewegen lassen, soll also auch noch die Straßen- oder Stadt- oder Regionalbahn fahren, für viele AutofahrerInnen vermutlich eine Vorstellung des Grauens, bei schlechter Planung, also ohne eigene Trasse bzw. signalgeregelte Vorfahrt der Schienenfahrzeuge, allerdings auch für Fahrgäste und Personal der Züge.

(aus Erich Klinger: Gmundner Dramolette, Textsammlung 2010, bearbeitet 2012)

 

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Sendung war einer am 1. Mai 2012 gestarteten Initiative der Linzer KPÖ gewidmet, die für „Freifahrt für alle“ in Linz plädiert. Dazu wird Anfang Juni eine Broschüre mit verschiedenen Aspekten und Argumenten zur Freifahrt veröffentlicht.

Ich habe in meiner Betrachtung versucht, Für und Wider darzustellen und vor allem auch, erneut darauf hinzuweisen, was in Linz mit Freifahrt verknüpft zu tun wäre, damit „Freifahrt für alle“ tatsächlich finanzierbar und vor allem auch politisch möglich wird.

(Zur Verkehrspolitik in Linz höre auch meinen Kommentar der Woche im Frozine vom 15.05.2012 unter http://www.fro.at/ondemand/player.php?id=59187&m=compact#59187, mein Kommentar startet etwa bei Minute 30, ich werde den Kommentar extra nochmals einsprechen und ins Archiv stellen. Im Anhang findet sich jedenfalls die Textfassung!)

http://ooe.kpoe.at/news/article.php/2012050812001576

http://www.freifahrtlinz.at/sites/freifahrtlinz/

Auch in Salzburg gab es kürzlich eine Debatte zur Freifahrt auf Stadtbus (und Albus):

http://www.salzburg.com/typo3/index.php?id=112&tx_ttnews[tt_news]=13937&cHash=abc

Kurze Meldungen und Informationen ergänzten die Sendestunde.

Erich Klinger