Simone Schönett: Sobald ich „ich“ sage, ist mir nicht mehr zu trauen

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literadio – HERBST 2022
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10 Erzählungen

„Die jenische Schriftstellerin Jana denkt über ihren wenig erfolgreichen politischen Aktivismus nach und über die (Un-)Sichtbarkeit der Jenischen. Eine anstrengende Freundin taucht plötzlich und zu den unpassendsten Gelegenheiten auf – und unpassend ist es für Eva eigentlich immer. Die geltungssüchtige Mutter Thea, die den theatralischen Auftritt liebt, sabotiert gekonnt das weihnachtliche Familienfest. Alwine flüchtet vor ihrer missratenen Tochter, die mit Fußfessel ihr Haus okkupiert hat, und quartiert sich trotz der winterlichen Kälte im Wohnwagen am Fluss ein.

Simone Schönett blickt in ihren zehn Erzählungen in die feinen Zwischenräume der menschlichen Abgründe. Souverän seziert sie festgefahrene Beziehungen, lässt lustvoll Kartenhäuser zusammenfallen und treibt ihre Figuren aus der Komfortzone.“ (Quelle: Edition Atelier)

Simone Schönett findet in ihren Erzählungen jene kleinen und oft gut versteckten Dornen in den Zwischenräumen menschlicher Beziehungen, die kleine Wunden hinterlassen, wenn man es wagt tiefer hinein zu fassen. Ihre Erzählungen erlauben uns ganz ohne physische Verletzungsgefahr genau das zu tun und vielleicht bringt uns dieser metaphorischer Stich dazu, selbst nachzudenken. Was uns die Autorin aber schuldig bleibt, ist ihre ganz persönliche Liste an „schrecklich verseuchten Wörtern“, die wir wahrscheinlich nie in einem ihrer Texte finden werden.

Simone Schönett im Gespräch mit Daniela Fürst. Das Buch ist in der Edition Atelier erschienen.

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