Ess firt kejn weg zurik  

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Vilnius, die Hauptstadt von Litauen, war das kulturelle und geistige Zentrum des osteuropäischen aufgeklärten Judentums und wurde deshalb auch das „litauische Jerusalem“ genannt.

1939, als das damailge Wilna von der Sowjetunion besetzt wurde, lebten dort 80.000 Jüdinnen und Juden. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1941 und dem Beginn der Massenmorden, an welchen sich auch die litauische Bevölkerung beteiligte, wurde mitten in der Stadt ein Ghetto errichtet. Diese Geschichte ist weitgehend unaufgearbeitet.

Es ist ein Verdienst der Musikgruppe „Gojim“, die ab 1987 jüdische Musik und Tänze aus Osteuropa aufarbeitete, dass die einzigartige Musik aus dem Ghettotheater und von den Partisanen heute noch gehört werden kann. Die vergriffene CD dazu mit dem Titel „Es firt kejn weg zurik“ ist ebenso wie „Tscholent“ und „In a schtodt woss schtarbt“ nur mehr antiquarisch erhältlich.

Die Texte der Sendung sind dem Buch „Ess firt kejn Weg zurik – Die Geschichte und die Lieder des Ghettos von Wilna“, entnommen, welches 1992 von Florian Freund, Franz Ruttner und Hans Safrian, 1992 im Picus Verlag Wien herausgegeben wurde.

Zu diesem Buch hat Simon Wiesental ein Vorwort geschrieben.

Suzananne Lucienne Rabinovici, eine der wenigen Überlebenden des Ghettos, schrieb darin einen Beitrag über das unfassbare Überleben ebendort. Ihr Sohn Doron Rabinovic beschreibt unter dem Beitrag „Jidn, sogt, wer schtejt bajm tojer?“ – Der Fall Murer – ein österreichischer Schauprozeß gegen die Opfer, einen Fall erschütternder und beschämender Justizgeschichte der Nachkriegszeit, der dem „Schlächter von Wilna“ in einem Strafverfahren einen Freispruch bescherte.

Folgende Lieder von der Gojim CD „Es firt kejn weg zurik“ sind in der Sendung zu hören:

Es Is Gewen A Sumer-Tog, Hot Sich Mir Di Schich Zerissn, Doss Transport-Jingl, Du Geto Majn, Mir Lebn Ejbik, Friling, Bombess, Partisaner-Marsch,  Ess Schlogt di scho, Sog nit kejmal

Veröffentlichungen der Gruppe Gojim:

LESCHT DOSS FAJER! – jiddische Arbeiter- und Widerstandslieder, Konzertprogramm und LP, 1989

TSCHOLENT – jiddische Theaterlieder und Klezmermusik, CD

IN A SCHTODT WOSS SCHTARBT – jiddische Lyrik aus Wien, CD

ESS FIRT KEJN WEG ZURIK – jiddische Lieder aus dem Ghetto von Wilna 1941 – 1943, CD

WIR LEBEN EWIG – Dokumentarfilm von Carla Knapp über das Ghetto von Wilna, mit Interviews mit Überlebenden des Ghettos und mit Musik, interpretiert von gojim. (nanook films, ORF)
https://www.carla-knapp.com/film/de/film.php

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