Wegstrecken 167 – „Zwischen Bad Ischl und Salzburg“

Sendereihe
Wegstrecken
  • 2012.01.17_1900.10-2000.00__Infoschiene
    59:48
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Turbulente Zeiten
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Corona – what else?
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Tariferhöhung im Verkehrsverbund; Meldungen; Mühlkreisbahn
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Kommentar Verkehr, Meldungen, Fahrplanwechsel
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Ausstellungsbesuch "Wie beeinflusst Mobilität den Raum in dem wir leben?
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Rings um Klein-Wien
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Über Nebenwirkungen des 1-2-3 Tickets in OÖ
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Unterwegs
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Planschbeckn am Girtl
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Regen, Hagel, Graupelschauer

In Folge 167 vorwiegend Ausschnitte aus der Eröffnungsveranstaltung der 9. Salzburger Verkehrstage 2011 – „Lust und Last der Mobilität“ am 3. Oktober 2011 in St. Wolfgang am Wolfgangsee/OÖ.

Am Eröffnungsabend war vor allem die Wiedererrichtung der Salzkammergutlokalbahn – von Bad Ischl nach Salzburg – im Gegensatz zur noch existierenden Salzkammergutbahn – von Stainach-Irdning nach Attnang-Puchheim, ÖBB-Kursbuch Strecke 170 – Thema. Damit zusammenhängend natürlich auch Stimmen zur aktuellen Situation zwischen Bad Ischl, Strobl, St. Wolfgang, St. Gilgen und Salzburg.

Zur Einleitung der Veranstaltung sprach Dr. Johann Passler, ehem. Bürgermeister Niederdorf (I) , seitens der „Freunde der Eisenbahn Italien“ über die wiedererstandene Vinschgerbahn, die seit 2005 mit modernem Rollmaterial und Taktverkehren erfolgreich unterwegs ist.

Zitat zur aktuellen Verkehrspolitik in Südtirol (Recherche Wegstrecken):

Nach dem Ausbau und der Modernisierung des öffentlichen Verkehrsnetzes, der Einführung des Südtirol-Takts und landesweit gültiger Abonnements für Schüler und Senioren setzt das Mobilitätsressort des Landes nun einen weiteren Schritt beim qualitativen und quantitativen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Südtirol: Mit dem Südtirol Pass werden zeitgemäße, auf Contactless-Technologie basierende Fahrkarten eingeführt und gleichzeitig tritt ein neues Tarifsystem in Kraft. Stichtag für beide Neuerungen ist der 14. Februar 2012. Drei Monate vor dem Start hat Landesrat Widmann, der in der Landesregierung den Bereich Mobiliät verantwortet, den Südtirol Pass vorgestellt und dabei auf die großen Vorteile hingewiesen: „Der Südtirol Pass kann landesweit auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln und auf allen Strecken verwendet werden, ist unbegrenzt gültig und einfach und bequem handzuhaben.“ Widmann betonte, dass der Südtirol Pass nicht nur für Pendler gedacht ist, sondern dass er die Mobilitätskultur der ganzen Südtiroler Gesellschaft beeinflussen soll: „Unser Ziel ist, dass jede Südtirolerin und jeder Südtiroler künftig den Südtirol Pass in der Tasche hat. Die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel soll eine Selbstverständlichkeit werden
(Zitat aus Homepage Vinschgerbahn)

Weiters sprach Hans Wieser vom Tourismusverband Salzkammergut, St. Wolfgang u.a. über die erfolgreiche, durch die seit 31. März 2006 durch die Salzburg AG (Salzkammergutbahn GmbH, kurz SKGB, als Zweig der Salzburger Lokalbahn) betriebene Wolfgangseeschifffahrt (2010: 450.000 Fahrgäste) und Schafbergbahn (2010: 200.000 Fahrgäste). Auch erwähnte er die Salzkammergutbahn mit 1,800.000 Fahrgästen im Jahr 2010 und lt. ÖBB einer zu erwartenden Fahrgaststeigerung um 23% für 2011.

In den darauffolgenden Statements und Publikumsmeldungen kamen folgende Menschen zu Wort – zu erwähnen wäre noch, dass der inzwischen (altersbedingt) ehemalige Vorstandssprecher der Salzburg AG, Arno Gasteiger, als einer der Verantwortlichen für die positive Entwicklung von O-Bus und SLB – einschließlich verantwortungsbewusster „Expansion“ durch Übernahme Pinzgaubahn, Salzkammergutbahn GmbH, Beteiligung BLB – neben den beiden Verkehrslandesräten Haslauer und Kepplinger sowie dem St. Wolfganger Bürgermeister Peinsteiner auf dem Podium saß. Ein erweiterter Mitschnitt dieser Veranstaltung wird von mir in nächster Zeit ins Netz gestellt.

In jenen Ausschnitten, die sich schließlich zeitmäßig ausgingen, waren in der Reihenfolge ihres akustischen Auftritts zu hören:

Moderator Josef Bruckmoser (Salzburger Nachrichten)

Bürgermeister u. Landtagsabgeordneter Johannes Péinsteiner (St. Wolfgang, OÖ, ÖVP)

Landesverkehrssreferent Hermann Kepplinger (Land OÖ, SPÖ)

Peinsteiner

Landeshauptfrau-Stellvertreter, Landesverkehrs- und Tourismusreferent Wilfried Haslauer (Land Salzburg, ÖVP)

Deutscher Gast (Interessante Frage über Untersuchung, ob BahntouristInnen nicht mehr Geld in der Region lassen als AutotouristInnen)

Helmut Peter (St. Wolfgang, Geschäftsführender Gesellschafter „Wéisses Rössl“)

Bürgermeister Stefan Kurz (Königsee, Bayern. CSU.)

kurze musikalische Pause

Richard Fuchs (Verein S-Bahn Salzburg, seit über 30 Jahren Verkehrsaktivist, u.a. für eine Regionalstadtbahn – zu Richard Fuchs und der mit ihm verbundenen Geschichte von 30 Jahren Konzepten für eine Regionalstadtbahn siehe auch Anlage, Artikel SN, 11.01.2012)

Haslauer

Jana Buchinger (Bus-Pendlerin, St. Wolfgang)#o

Student (ehem. Bus-Pendler, St. Wolfgang)*

Wolfgang Buchinger (Bus-Pendler nach Salzburg, St. Wolfgang)o

Mathias Kraihamer (Mitglied Gemeindevertretung Eugendorf bei Salzburg)

Hans Grabner (ehem. Eisenbahner, St. Wolfgang)

*Auf die Argumente des Studenten wider den Bus bin ich ja schon in den Wst 164 näher eingegangen, auch hinsichtlich der Relation von sozialer Funktion und Fahrzeit, zu den Kosten hier nochmals eine sachliche Erwiderung:

Preise Zeitkarten St. Wolfgang – Salzburg (Tarifstand: 19.01.2012)

Die Wochenkarte im Salzburger Verkehrsverbund kostet 32,60, eine Monatskarte 116,10 (die Jahreskarte bei Barzahlung 1161,–) und das Semesterticket für Studierende 278,60. Das ist natürlich auch nicht geschenkt, doch wenn einer jammert, dass er die ganze Beihilfe für den Sprit fürs Auto braucht und dass der Bus so teuer ist, muss man auch Verhältnisse klarstellen. Ich will mit meinen Entgegnungen sicher nicht auf diese Person „losgehen“, kann ja auch aus dem, was er gesagt hat, nachvollziehen, dass ihm der Bus „zuwider“ ist, doch dann sollte er auch die Kirche im Dorf lassen, sprich sich nichts auf argumentative Glatteis begeben. (Der Red. ist ein Gscheitwaschel! Die Red.)

#Die Skepsis von Jana Buchinger hinsichtlich der „Alltagstauglichkeit“ der Wolfgangseeschifffahrt für Menschen aus St. Wolfgang, die weiter nach Bad Ischl oder Salzburg wollen, stand in Zusammenhang mit einer Äußerung von Hans Wieser (Tourismusverband), der eingangs von der Kombination aus Schiff und Bus für die TouristInnen schwärmte. Moderator Bruckmoser hat diese Äußerung später nochmals schwärmerisch aufgegriffen. Nun ist diese Skepsis hinsichtlich der Betriebszeiten und -zeiträume der Schifffahrt sicher berechtigt, vor allem aber auch hinsichtlich der Tatsache, dass die Schifffahrt nicht in die Verkehrsverbünde eingebunden ist. Hier könnte die Schifffahrt am Zürichsee zum Vorbild werden, wo mit einer Netzkarte für Zürich auch der Stadtbereich des Sees mittels Schiff ohne Aufpreis mitbenützt werden kann. Auch sei erwähnt, dass zu Zeiten der Salzkammergutlokalbahn die Schiffe durchaus Zubringerfunktion zu den (wenigen) Zügen hatten. Letztlich möchte ich auch noch auf den Hallstättersee verweisen, wo (leider ebenfalls außerhalb des OÖ. Verkehrsverbundes) die Hallstätterseeschifffahrt Ort und Bahnstation nicht nur für TouristInnen verbindet.

0Die Angaben von Jana und Wolfgang Buchinger zur letzten Möglichkeit, aus St. Wolfgang wegzukommen, waren in beiden Fällen nicht korrekt – auch der inzwischen erfolgte Fahrplanwechsel brachte dahingehend keine Änderung. Zwar stimmt es, dass der letzte Direktbus nach Bad Ischl St. Wolfgang Schafbergbahnhof bereits um 18.13 (Markt +2) verlässt, doch fahren um 19.13 und 20.03 täglich Kurse nach Strobl, wo der erste Kurs jedenfalls Anschluss nach Ischl und der Kurs um 20.03 jedenfalls Anschluss nach Salzburg und Bad Ischl hat.

Zum Sonn- und Feiertagsfahrplan (Abfahrt aus St. Wolfgang): Bis zum bereits erwähnten Kurs um 20.03 fuhren/fahren stündlich Kurse bis Strobl, mit einer Ausnahme zumindest mit Anschluss nach Bad Ischl, und sicher alle zwei Stunden direkt nach Bad Ischl und bei insgesamt  8 Kursen und zumindest alle zwei Stunden mit Anschluss nach Salzburg.

Infolge der Ausdehnung der Wortbeiträge aus St. Wolfgang blieb für „Radfahren in Linz: zum Schreien“ nur wenig und pointiert zu nützender Raum übrig, kurz gesagt: eine Stadt, deren Verkehrspolitik räumlich und ideologisch dem Auto zugetan ist – woran Investitionen in den Öffentlichen Verkehr nichts ändern – zeigt sich zwangsläufig „feindlich“ gegenüber FußgängerInnen und RadfahrerInnen. Und, noch eine nachgesetzte Boshaftigkeit: Salzburg hat einen Radfahrbeauftragten, dem auch praktischer Einfluss zugestanden wird, Linz leistet sich hingegen den Luxus, den Radfahrbeauftragten mit seinem „Spleen“ fürs Radfahren ständig anrennen zu lassen.

Zuvor war noch kurz eine „abfällige Bemerkung“ zum Jubel von Autohandel und -industrie über den Rekord an Neu-Zulassungen von Kraftfahrzeugen im Jahr 2011 zu hören, was hätte man sich bei den Wegstrecken auch anderes erwarten können…

Näheres zu den Salzburger Verkehrstagen unter http://www.regionale-schienen.at/

Zur Regionalstadtbahn bzw. zu 30 Jahren Konzepten dazu:

Zwei Sendungen mit einem Proponenten des mittlerweile unter Verein S-Bahn Salzburg agierenden Originals finden sich unter                        http://cba.fro.at/50393 sowie der leider aufgrund einer technischen Störung seitens Radio FRO erst ab Minute 30 gut hörbare                       Erstversuch unter http://cba.fro.at/49991.

Die Homepage des Vereins Regional-Stadt-Bahn Salzburg Bayern OÖ findet sich unter http://www.rsb-salzburg.at

Erich Klinger

Dokumente

Mann_mit_70kg_Gutachten., PDF, 1.12 MB Download

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