obdachlose, wohnungslose und armutsgefährdete Menschen in der Pandemie

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neunerhaus ist eine Sozialorganisation mit Sitz in Wien, die obdachlosen und armutsgefährdeten Menschen ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben ermöglicht. Ziel ist es, Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, um ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern. neunerhaus möchte Wohnungslosigkeit beenden und engagiert sich gegen Ausgrenzung wohnungsloser Menschen.
Gegründet wurde neunerhaus im Jahr 1999 in Wien. Einige engagierte BürgerInnen des 9. Bezirks wollten damals nicht hinnehmen, dass immer mehr und immer jüngere Menschen auf der Straße lebten und wurden selbst aktiv. Das Ziel: Ein Wohnprojekt für obdach- und wohnungslose Menschen, das die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen in das Betreuungskonzept miteinbezieht und sich dadurch von vielen anderen unterscheidet.

Elisabeth Hammer ist gemeinsam mit Daniela Unterholzner Geschäftsführerin von neunerhaus. Im Gespräch mit Valerie Quade erzählt sie von der Lage der Menschen, mit denen neunerhaus täglich in Kontakt ist. „Es gab und gibt ein riesiges Informationsdefizit während der Lockdowns. Bei einigen Menschen gab es ein völliges Unwissen, das da gerade vorgeht.“ Mit verschiedenen Angeboten versucht die Organisation die Menschen zu versorgen. „Vor der Pandemie kann man sich am besten schützen, wenn man einen Ort hat, an den man sich zurückziehen kann.“ Ein warmer Aufenthaltsort und Lebensmittel sind wichtig. Doch noch wichtiger sind Beratung und Informationen, niedrigschwellig, mehrsprachig. So dass sie möglichst viele Menschen erreichen. Das Gesundheitstelefon zB. richtet sich an MitarbeiterInnen der Wohnungslosenhilfe, der Flüchtlingshilfe, der Behindertenhilfe und der Frauenhäuser, die
dadurch in ihrer Arbeit unterstützt werden und Hilfestellung in medizinischen Fragen bekommen. Auch Arztpraxen und andere Institutionen werden geschult. Im Umgang mit Menschen ohne Versicherung oder mit wenig Deutsch Kenntnissen. „Das Virus macht keinen Unterschied, ob man versichert ist oder nicht, ob man die Sprache spricht oder nicht.“ sagt Elisabeth Hammer. Die spürbarste Auswirkung der Pandemie sei aber die Not vieler Menschen, die bislang ohne die Unterstützung von neunerhaus auskamen. „Immer mehr Menschen mit existentiellen Problemen kommen zu uns. Menschen, die ihre Miete nicht mehr zahlen können, die ihren Job verloren haben, der eh schon prekär war. Das sind Probleme, die uns in Zukunft noch beschäftigen werden.

Foto: neunerhaus
Links: Elisabeth Hammer, rechts: Das neunerhaus Café.

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