„Zwischen schmuddlig und lustvoll“ – Der künstlerische Reiz am konspirativen Denken

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Das „Institut für kritische Verschwörungstheorie“ versucht, einen anderen Betrachtungswinkel auf die Welt der Verschwörungsmythen zu entwickeln. Die Gründung des Instituts durch den bildenenden Künstler und Schriftsteller Samuel Fischer-Glaser und die Dokumentarfilmerin Yulia Lokshina, geht auf die Anfänge der Pandemie zurück. Damals beobachteten die beiden in den Medien sowie im Bekanntenkreis das langsame Aufkeimen von Verschwörungsmythen in Bezug auf das neuartige Corona-Virus.

„Wir gestatten uns nicht, ein bisschen weiter in den Morast hineinzugehen“

Die damit verbundene gesellschaftliche Überforderung, wie damit umzugehen wäre, sowie die Berührungsängste in ihrem künstlerisch-akademischen Umfeld empfanden die beiden Künstler*innen als künsterlisch reizvoll. Der medial vorherrschende akademische und aufklärerische, durchaus auch von Authorität geprägte, Zugang dazu würde sich hauptsächlich auf das „Debunken“ und Fakten-Checken beschränken. Damit gerate man schnell in einen moralisierenden Moment – so würden Menschen, die Verschwörungstheorien anheim fallen, entweder als gefährlich oder als irre betrachtet, dazwischen seien kaum Nuancen oder Repertoire, diese zu beschreiben, so Lokshina. Dadurch entstand der Wunsch der beiden, mittels Kunst ausloten, wie man noch damit in Dialog treten könnte, ohne zu dämonisieren, demystifizieren und zu dekonstruieren.

Die Lust am konspirativen Denken

Wenn es um konspiratives Denken geht, kann Fischer-Glaser grundsätzlich Parallelen zur Kunstwelt erkennen: Das Erzählen von Geschichten und die Faszination daran verbindet die beiden Welten ein bisschen. So kam es zur Gründung des Instituts im Sommer 2020 in München bei einer Gruppenausstellung in der Lothringer 13 Halle in München. Im Rahmen unterschiedlicher künstlerischer Aktionen versuchen die beiden seitdem einen anderen Zugang zum Thema Verschwörung und konspiratives Denken auszuloten, quasi eine alternative Art, damit in Dialog zu treten. Angefangen vom Briefkasten, in den die Ausstellungs-Besucher*innen ihre persönlichen Verschwörungsmythen werfen konnten, bis hin zur verschwörungsanalytischen Kochshow. Dabei beobachteten sie unter anderem eine recht große Scheu, sich in die Rolle von Verschwörungstheoretiker*innen hineinzuversetzen.

„Die verschwörungstheoretische Stimme ist eine sehr laute in unserer Zeit“

Als eine der präsentesten Strömungen derzeit sieht es Fischer-Glaser jedenfalls als wichtig an, sich mit Verschwörungsmythen auch künstlerisch auseinanderzusetzen. Aktuell schreiben die beiden an einer filmischen Serie über die Berliner Querdenken-Bewegung. Die Auseinandersetzung mit dem Thema solle sich laut ihnen nicht darin erschöpfen, über die Absurdität dieser Welten und Theorien zu lachen, auch wenn das oft sehr einladend ist. Viel eher möchten sich die beiden an dem narrativen Potenzial solcher Erzählungen bedienen, um damit spekulativ zu arbeiten. Verschwörungstheorien würden schließlich eine Reihe von Bedürfnissen erfüllen, die durch Aufklärung unerfüllt blieben, so Fischer-Glaser.

Sarah Kieweg sprach mit den beiden Künstler*innen über ihre Kunstaktionen und Gedanken zur Wahrnehmung der Welt der Verschwörungen.

 

Künstlerische Beiträge des Insituts für kritische Verschwörungstheorie:

Symposium “Cybernetics of the Poor” an der Kunsthalle Wien

Der Imagefilm des Instituts, der in der Ausstellung “This House is not a Home” in der Lothringer 13 in München lief und aktuell im A.K.T. in Pforzheim zu sehen ist.

Foto: Videostill aus dem Imagefilm

 

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