Arbeit und Reichtum im Kapitalismus

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Gegenargumente
  • Arbeit und Reichtum im Kapitalismus
    55:02
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Anmerkungen zum Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum im Kapitalismus

Dass der Kapitalismus eine verrückte und ungesunde Art und Weise des Wirtschaftens ist, dafür liefert die derzeitige Corona-Pandemie einmal mehr eindrucksvolle Belege. Nachdem das Coronavirus derzeit noch nicht durch eine Impfung zu neutralisieren ist und es bei gravierendem Krankheitsverlauf noch kein sicheres Heilmittel gibt, ist die einzige Möglichkeit, dieses Virus Herr zu werden, ein möglichst vollständiges Herunterfahren aller Kontakte – nicht nur der privaten, sondern auch im Arbeitsleben. Gleichzeitig sind sich alle sicher, dass noch nicht einmal ein auf den Handel und die  Freizeitbereich eingeschränkter Lockdown ohne großen ökonomischen Schaden durchzuhalten ist.  Nicht auffallen will denen, die so reden, dass der von ihnen genannte Schaden rein gar nichts damit zu tun hat, dass gewirtschaftet werden muss, seine Ursache vielmehr einzig in der herrschenden Art und Weise des Wirtschaftens – eines Wirtschaftens mit dem allseitigen Zweck, Geld zu verdienen – begründet ist. Nie hat es geheißen, es würde an Gütern mangeln, um die Leute zu versorgen. Im Gegenteil, Witze wurden über jene Zeitgenossen gerissen, die das Bedürfnis entwickelten, Gebrauchsgüter – vor allem das zu Berühmtheit gelangte Klopapier – in übergroßer Menge zu kaufen und für den Notfall einer befürchteten Unterversorgung zu horten. Alles, was Mensch so braucht, um es sich eine Zeitlang zu Hause gemütlich zu machen, war und ist vorhanden. Trotzdem waren bzw. sind sich alle aber sicher – und sie irren sich ja auch nicht – dass diese Wirtschaft einen solchen Lockdown so gut wie gar nicht verträgt. 

Wenn aber nichts fehlt und das Wirtschaften trotzdem Schaden nimmt, dann kann es bei diesem Wirtschaften nicht um die Versorgung der Menschen mit Gebrauchsgütern gehen. Worum es geht, ist kein Geheimnis. Allen geht es darum, Geld zu verdienen, weil man in unserer Welt ohne Geld nichts kriegt und das nicht, weil es das Benötigte nicht gäbe, sondern weil alles, was man möchte und braucht, jemand anderem gehört, der den von ihm verlangten Preis bezahlt sehen möchte. Genau das – das Verdienen, um bezahlen zu können – kommt aber durch einen Lockdown einigermaßen durcheinander. In der Marktwirtschaft, einer Wirtschaftsweise, in welcher für Geld gearbeitet wird, die Arbeitsteilung nur als Arbeit für Zugriff auf fremdes Geld kennt, können noch nicht einmal Dichterlesungen, Kabarettvorführungen, Theater- und Opernvorstellungen – das Erbauliche, das den Menschen ihren Alltag versüßt – auch nur einen Tag unterbleiben, ohne irreparablen Schaden zu verursachen. Eine vernünftige Hierarchie der Bedürfnisse nach dem Motto, man konzentriert sich eine Zeitlang auf das absolut Nötige und verschiebt die Befriedigung der anderen Bedürfnisse auf einen günstigeren Zeitpunkt, ist in dieser Gesellschaft offensichtlich nicht möglich.

Viele ziehen aus diesen Erfahrungen in Corona-Zeiten den Trugschluss, sich den in „Vor-Corona-Zeiten“ gewohnten Normalfall des alltäglichen Arbeitslebens herbeizusehnen.

Wer nicht schon wieder aus einer Krise einen falschen Schluss auf die Welt vor, nach  oder ohne Krise ziehen will, sondern sich erklären will, was Arbeiten gegen Geld heißt, in welchem Verhältnis Arbeit  – der Aufwand für die Herstellung der nützlichen Dinge, also die Erzeugung des materiellen Reichtums – zu dem Reichtum, um den es in der Marktwirtschaft geht,  Geld , steht, der bekommt in dieser Sendung ein paar Erklärungsangebote.

Ausführliche Informationen zur Sendung gibt es auf der Homepage Gegenargumente.

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