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Interview mit Reporterin im frisch besetzten AZ Ottakring am 8. Juli um 17 Uhr.

Hintergrundinfos:

Mehrere Tage lang wurde die Besetzung vorbereitet. Die Adresse wurde geheimgehalten. Nachdem dann doch die Polizei vor der Tür stand, wurde das Geheimnis in der Nacht auf Freitag auch solidarischen Personen gelüftet. Das neue selbstverwaltete „Autonome Zentrum Ottakring“ ist der „Lobmeyrhof“ und befindet sich in der Roseggergasse 1–7, unweit der U3-Station Kendlerstraße. Verhandlungen mit der Hausverwaltung „Wiener Wohnen“ verliefen Freitagnachmittag ergebnislos. Eine Fortsetzung ist möglich. Mit einer Räumung sei bislang nicht gedroht worden, berichtete Radio Orange 94,0 kurz nach 17 Uhr aus dem besetzten Haus. Allerdings wurden Fenster und Türen verschlossen oder vernagelt. Ein Rein- oder Rausgehen ist derzeit (Stand Freitagabend) nicht mehr möglich.

Über Twitter wurde mittlerweile gemeldet, dass es doch [wieder?] möglich sei, reinzukommen, wenn sich bei den Besetzer_innen bemerkbar gemacht wird.

Eine Solidaritätskundgebung auf der Straße gibt es nicht. Vor dem Haus steht ein einsamer Polizist, ein weiteres Polizeiauto steht ums Eck. Ansonsten wäre auf der Roseggergasse nicht zu erahnen, dass da irgendwas nicht mit rechten Dingen zugehen könnte. Nur auf der Rückseite des Hauses, in der Lorenz-Mandl-Gasse, hängen zwei Transparente. Und auf den Erdgeschoßfenstern kleben freundliche an die Nachbar_innen gerichtete Texte mit der Einladung, doch zu kommen, „vorbei zu schauen, mitzuhelfen, zu diskutieren, Ideen einzubringen oder einfach nur im Park die Sonne zu genießen“. Leider steht nicht dabei, wie dies möglich sein könnte.

Die Besetzer_innen erklären, dass der Lobmeyrhof Teil einer Gentrifizierungsmaßnahme der Gemeinde Wien sei. Der Lobmeyrhof, der eigentlich unter Denkmalschutz stehe, solle durch Aufstockung und Zusammenlegung von Wohungen für wohlhabendere Bewohner_innen umgebaut werden. Die alten Mieter_innen seien bereits so gut wie alle erfolgreich von der Gemeinde Wien genötigt worden auszuziehen. Seitens der Gemeinde Wien wird von notwendigen Renovierungen gesprochen.

Die Besetzer_innen wollen einen Teil des Komplexes als Wohnraum für Menschen, die sich Miete nicht mehr leisten können oder wollen, nutzen. Der parkähnliche Innenhof soll der Allgemeinheit zugänglich gemacht und ein Kinderspielplatz eingerichtet werden. Geplant sind weiter Volxbibliothek, Gemeinschaftswerkstätten, kostenlose Beratungsstellen für Frauen, Migrantinnen und Jugendliche. Es sollen freiwillige Begleitdienste für Behördengänge von Asylwerber_innen und Menschen mit mangelnden Deutschkenntnissen sowie kostenlose Nachhilfe angeboten werden. Es soll Raum geben für Selbstorganisation, kulturellen und sprachlichen Austausch, nachbarschaftliche Initiativen und vieles mehr …

http://nochrichten.net/?p=548

Weitere Infos: http://fm5ottensheim.blogspot.com/2011/07/lobmeyr-hof-in-wien-ottakring-besetzt.html

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