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Im Mittelpunkt dieser Sendung steht der wahrscheinlich wichtigste Künstler für die Wienermusik nach dem sogar eine ganze Musikgattung genannt wird und das ist Johann Schrammel. Er wurde vor 170 Jahren am 22. Mai 1850 in Neulerchenfeld Nr. 119, heute ist das Gaullachergasse 35 geboren. Sein Vater war Kaspar Schrammel, der am 6.1.1811 in Kainraths 44 bei Litschau geboren und das ist auch der Grund, warum jedes Jahr in Litschau am Herrensee das Schrammelklangfestival gefeiert wird. Da gilt der Dank dem Gründer Zeno Stanek und wenn man sich ansieht, wie viele Leute ins Waldviertel zu diesem Festival ziehen, dann sieht man, welche Wirkung die „Schrammelmusik“ heute noch hat. Übrigens dieses Jahr ist das Schrammelklangfestival vom Freitag 10. Juli bis Sonntag 12. Juli geplant und man hofft, dass man es trotz Coronakrise durchführen kann, zumindest wurde es noch nicht abgesagt. Also ich habe es ein paar Mal genießen können und kann es bei bestem Wissen weiterempfehlen.
Alle Musikstücke aus der heutigen Sendung wurden von ihm komponiert wobei man mit Musik von Johann Schrammel mehrere Radiosendungen füllen könnte. Mich fasziniert an den Brüdern Johann und Josef Schrammel, wie erfolgreich die Brüder waren, obwohl beide nicht einmal 44 Jahre alt wurden. Johann Schrammel ist am 17. Juni 1893 gestorben und Josef Schrammel lebte vom 3. März 1852 bis zum 24. November 1895 und verstarb 1 Monat vor seinem Vater Kaspar Schrammel.
1865 mit 14 Jahren spielte Johann Schrammel schon erste Geige im Harmonietheater. Wahrscheinlich ist er dann 1866 vom Wiener Konservatorium ausgeschlossen wurde, weil er ganz einfach in der Schule nicht mehr lernen wollte. Das Terzett Schrammel- Strohmayer war der Ursprung der Schrammelmusik und wurde 1878 gegründet. Dieses Terzett spielte damals in Nussdorf in der Besetzung 2 Geigen und Kontragitarre und wurde auch Nussdorfer Terzett genannt. Am 25. Oktober 1884 erfolgte die Gründung des Schrammelquartetts, damals mit dem picksüassen Hölzl und in der Besetzung Brüder Schrammel, Dänzer und Strohmayer. Ein Original Schrammelquartett hat es nicht einmal 9 Jahre gegeben- und nicht vergessen- damals hat man die Musik nur dort hören können, wo sie gespielt wurde, denn Radio oder Schallplatte hat es noch nicht gegeben. Die heute so bekannte Schrammelbesetzung mit 2 Geigen, Kontragitarre und Schrammelharmonika wurde erst ab 21. Oktober 1891 erwähnt, wo Anton Ernst die Ziehharmonika gespielt hat. Und das war 1 ½ Jahre vor dem Tod von Hans Schrammel und trotzdem hat sich gerade diese Besetzung bis heute durchgesetzt.
Es gibt einige Bücher über die Brüder Schrammel, besonders erwähnen möchte ich „Die Schrammeln in ihrer Zeit“ von Margarethe Egger. Das Buch gibt es aber nur mehr im Antiquariat.
Zum Schluss möchte ich darauf hinweisen, dass ab 4. Juni wieder unsere wöchentlichen Wienerlieder Schifffahrten starten. Im Juni fahren wir aber von 19h- 22h ab Wien- Reichsbrücke mit der MS Admiral Tegetthoff, wo wir auch den Vorteil haben, dass wir ein sehr großes Freideck haben. Am 4. Juni spiele ich mit meiner Tochter Marion und am 11. Juni haben wir zusätzlich eine Tagesfahrt nach Tulln, wo ich mit Michael Perfler und Franz Pelz an Bord für die passende Stimmung sorgen werde. Vielleicht haben Sie Lust und Zeit und fahren mit uns mit. Alle Infos dazu auf unserer Internetseite www.radiowienerlied.at. Bis bald und bleiben Sie gesund
Ihr Erich Zib

Fremdmaterial in 20200517-30
Begrüßungsmarsch by Alfred Lehrkinder, Elvira Kotruba, I: Bradlgeiger ©
s Weana Gmüat by K: Johann Schrammel, T: Ewald Michelfeit I: Christl Prager ©
Morgengruß by K: Johann Schrammel I: Vindobona Schrammeln ©
s Herzbingkerl by K: Johann Schrammel, T: Wilhelm Wiesberg I: Kurt Girk Trio, Koschelu- Bäuml ©
Was Österreich is by K: Johann Schrammel, T: Wilhelm Wiesberg, Michael Perfler, I: M. Perfler, ©
Der Schwalbe Gruß by K+T: Johann Schrammel I: Gerhard Heger ©
Erinnerungen an Johann Schrammel, Potpourri by K: Johann Schrammel, B: Paul Dietrich I: Dietrich Schrammeln ©