• Neville_Alexander_Sprachengemeinschaft
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„Unity in Plurality!“ – Neville Alexander über die Methoden, wie Nationalstaaten Menschen politisch mundtot machen. Dabei ist dem Nationalstaat kaum zu entkommen: Selbst jene, die er ausschließt, werden ihre Identität auch an der Nation ausrichten. Die Grundlage für das Politische ist die Kommunikation. Die Mißachtung von Sprachen ausserhalb der Staatssprache schliesst Menschen zwar von politischer Partizipation aus, dennoch zeigt sich der Staat als starke „Erzählung“, weil er territorial die Herkunft und somit die Identität der Personen einschliesst.

Neville Alexander (*1936 – 2012), Historiker und Germanist,  lebte in Cape Town (SA) und war Direktor von PRAESA (Project for the Study of Alternative Education in South Africa). Alexanders Leben war geprägt vom Kampf gegen die Apartheid und die Zeit der Inhaftierung (1964-1974) auf Robben Island. Er war einer der charismatischen linken Aktivisten und Denker in Südafrika – so hat er ein eindrucksvolles Buch über den Weg  der Rainbow-Nation von der Apartheid zur Demokratie verfasst. Neville Alexander spricht in seinem Vortrag als Wissenschafter aus der gewaltvollen Erfahrung des Zerfalls des Nationalsstaates und der Herausforderungen pluralistischer Nationen vor dem Kontext der Globalisierung.

Symposium „Unity in Plurality“ (18.Oktober 2010), Graz :  eine Veranstaltung auf Initiative des Sprachwissenschafters Dieter Halwachs (treffpunkt sprachen / Uni Graz) und Astrid Kury (Akademie Graz) im Oktober 2010. Im Rahmen dieser Veranstaltung hat Neville Alexander seinen Vortrag zum Thema  „The Power of Language“ gehalten.  In einer künftigen „Kultur des Friedens“ spielt Sprache (als politisches Medium) eine kritische Rolle, weil die Sprache das Medium des Denkens und Handelns ist. Alexander beruft sich auf die „Five D’s“: Economic Developement, Cultural Diversity, Political Democrocy, Human Dignity, Educational Didactics. Wesentlich wird die Haltung der Nationalstaaten sein, zwischen deren etatistischen Standards (Lingua Franca) und der Alltagserfahrung der Menschen (Dialekte, Soziolekte) die Kommunikation von Diskrimierung frei zu halten: Wer mundtot ist, wer sprachlos ist, ist auch politisch bedeutungslos – und wird als menschliches Wesen entwürdigt. Alexander führt soziale und kulturelle Ausgrenzungen auf Klassenkämpfe zurück: die Bedeutungen, die Institutionen zugewiesen werden, kommen aus  den sozialen Beziehen, die im jeweiligen Alltag verhandelt und festgelegt werden.

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