• 2011-03-12 Energy Globe
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Diesmal berichten wir über den Energy Globe, einem begehrten Preis für besondere Projekte in den Kategorien Feuer, Wasser, Luft, Erde und Jugend.

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Die musikalische Begleitung übernimmt heute eines der renommiertesten und verlässlichsten Vokalensembles der Welt, gegründet vor mehreren Jahrzehnten im Kings College in Cambridge, die Kings Singers.

Der ENERGY GLOBE Styria Award – als regionale Stufe des internationalen ENERGY GLOBE Award – wurde 2010 vom LandesEnergieVerein Steiermark und dem Netzwerk Öko-Energie Steiermark (NOEST), bereits zum 10. Mal – und gemeinsam mit der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN) zum 3. Mal als Nachhaltigkeits-Preis ausgeschrieben.

Unser Freund und Klimafit- Kollege, Mag. Michael Krobath hat diesmal mit seinem Feinstaub- Projekt im Bereich Jugend den Energy Globe Styria gewonnen, gemeinsam mit Mag. Martin Niggler.

Gewinner der Kategorie Erde war die Landesimmobiliengesellschaft mit dem Projekt „Integriertes Energie-Contracting“. Wir sprechen mit Herrn DI Werner Erhart-Schippek. Für die Energieoptimierung aller Gebäude wurde ein „Integriertes Energie-Contracting “-  Modell entwickelt, welches Energieeffizienzmaßnahmen umfasst. Es wurde gemeinsam mit der Grazer Energieagentur entwickelt und bei bisher 8 Projekten umgesetzt. Dabei werden die Energieversorgungsanlagen in den Gebäuden, wie beispielsweise dem Landesaltenpflegeheim Bad Radkersburg, modernisiert und auf erneuerbare Energieträger umgestellt. Vorab werden aber auch verbrauchsseitige Einsparungsmaßnahmen in den Bereichen Haustechnik, Nutzermotivation und Gebäudehülle umgesetzt. Neben einer Verbesserung der Energiekennzahlen werden damit Komfortsteigerungen, Verbrauchs- und Instandhaltungskostenreduktionen erzielt. Bisher konnten Einsparungen von bis zu 30 % an Wärme, 12 % an Strom, 20 % an Wasser und 92 % an CO2 bei Amortisationszeiten von max. 15 Jahren erzielt werden.

In der Kategorie Feuer gewann das Team Eco-Racing Austria, kurz TERA von der TU Graz. Wir sprachen mit den TU- Studenten Martin Aumüller und Fabian Köhler. Sie entwickelten ein Leichtfahrzeug mit einer Brennstoffzelle, das – verglichen mit einem Liter Benzin ca. 1700 km fährt.

Die BioDiesel International AG konnte mit ihrem Projekt: Abgasalgen die Kategorie Luft gewinnen. In diesem Projekt wird versucht, Algen mit den CO2 haltigen Abgasen des Zementwerkes Lafarge Perlmooser in Retznei zu kultivieren. In der Zementproduktion werden große Mengen an CO2 verursacht. Mikroalgen sind einzellige Lebewesen, die wie Pflanzen Photosynthese betreiben und Lichtenergie nutzen um CO2 und Wasser in Biomasse und Sauerstoff umzuwandeln. Somit wird CO2 abgebaut und die gebildete Biomasse kann als wertvoller Rohstoff in vielen industriellen Anwendungen wie z.B. Zusätze zu Lebensmitteln und Pharmaprodukten, in der Feinchemie, sowie als Ölquelle für die Biodieselproduktion verwendet werden.

Gesamtsieger des Energy Globe Styria und Sieger des  Energy Globe Awards Austria in der Kategorie Luft sind die VAE Eisenbahnsysteme, ein Teilbereich der VOEST Alpine. Wir sprechen mit dem Verantwortlichen Herrn Ing. Dieter Fritz. Der genaue Titel des Gewinner – Projektes ist VAE Eisenbahnsysteme in Zeltweg als CO2-neutraler Eisen- und Stahlverarbeitungsbetrieb.

Das Easy Swing Trio mit Frau DI Lara Köck von NOEST begleitete den Energy Globe auch musikalisch.

Erstmals wurde auch der Armin Baumgartner Preis verliehen, im Gedenken an den ehemaligen Chef der NOEST.

Gewinnerin des Preises ist die sehr engagierte Hauptschullehrerin, Frau Dipl. Päd. Ursula Puchinger mit dem Projekt „Fair Clothes – Baumwolle – Fluch oder Segen“.

Energy Globe Austria

Mittlerweile fand der Energy Globe Austria, initiiert von Herrn Ing. Wolfgang Neumann, bereits zum 11. Mal in Wels statt. Weltweit langten etwa 7000 Projekte ein.

Der Bürgermeister der Stadt Wels, Herr Dr. Peter Koits ist langjähriger Gastgeber des Energy Globe. Die Stadt Wels ist Teil der Energieregion Wels und Eferding. Wir befinden uns in der Messehalle, die als Passivhaus gebaut ist. Das Welios Science Center ist das erste naturwissenschaftliche Erlebniszentrum in Wels und wird im Frühjahr eröffnet. Darauf sind wir gespannt!

Herr Dr. Manfred Haimbuchner wirft als Landesrat und Unterstützer des Energy Globe einige kritische Punkte auf, was den Naturschutz betrifft und die Nutzung von Wasserkraft.

Wir möchten in diesem Zusammenhang nochmals auf unsere Bedenken wegen des Ausbaus der Westautobahn in unserer Sendung vom Energy Globe im Vorjahr hinweisen. Ein Ausbau von Straßen hat bisher immer eine Verkehrszunahme bewirkt. Dies lässt sich wohl kaum mit dem Klimaschutz vereinbaren.

Der Energy Globe wächst jedes Jahr. Zu Gast war diesmal vom serbischen Umweltministerium Nebojša Pokimica. Serbien hat sich zum Ziel gesetzt, wie die EU bis zum Jahr 2020  20% an Energie einzusparen. Diese Ziele möchten sie erreichen durch die vermehrte Nutzung von Biomasse, den Ausbau von Wasserkraft, Solar- und Windenergie.

Als Präsidentin der asiatischen Investmentbank Starise Group setzt sich Hong Ngyan [Haun Nyan] insbesondere für nachhaltige Projekte ein.  Die Finanzierung der Investmentbank Starise erfolgt über vertrauenswürdige Büros aus Asien. Energie ist ein globales Problem, die Lösung muss aber lokal erfolgen. Sie orientieren sich an den lokalen Bedürfnissen und schauen, was machbar ist. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und Regierungen Asiens ist sehr eng, mit China, Taiwan, Indonesien, Malaysien, Vietnam, Thailand, die Philippinen. Investieren möchten sie nicht in die Entwicklung neuer Technologien, sondern sie suchen nach Technologien, die ihren Bedürfnissen angepasst werden können. Mit Hilfe der Nutzung  von Erneuerbaren Energien als funktionierenden Kreislauf  möchten sie auch soziale Probleme bewältigen, wie das  Schaffen neuer Arbeitsplätze, die Anregung zu Biolandbau, Schulungen und Stärkung der armen Bevölkerung von dort. Daher brauchen sie leistbare Lösungen. Österreich und vor allem der Energy Globe bietet dafür das Knowhow.

Erneuerbare Energien sichern auch in Österreich Arbeitsplätze. Dies bestätigt eindrucksvoll Frau Mag. Anna-Maria Hochhauser. Gleichzeitig spricht sie über Maßnahmen der Wirtschaftskammer und der WIFIs. Ein Leuchtturmbeispiel ist die Sanierung des Gebäudes der Wirtschaftskammer in Wien, unter anderem mit einer 500m2 großen fassadenintegrierten Fotovoltaik-Anlage.

Interessant ist auch der neue Ziegel der Firma Eder, der nun den Passivhausstandard erfüllt.

Im Bereich Erde siegte die Passivhaussanierung der VS Sörg mit dem Kraus Energiekonzept in Kärnten. In dieser Volksschulhaus- Sanierung wurde aus einer Energieschleuder ein vorbildliches Passivhaus, das mit seiner bunten Fassade nun auch optisch gewonnen hat. Außer dem Architekten Herrn Mag. Markus Klaura hören wir Herrn DI Dietmar Kraus.

Kategoriesiger Wasser war die via donau – Österreichische Wasserstraßen – GesmbH. Sie gewannen mit einem Mülltrennungsprojekt, nämlich mit der Optimierung der Sammlung von Abfällen aus der Güterschifffahrt an den Schleusen in Niederösterreich. Güterschiffe produzieren Müll, der vielfach einfach ins Wasser gekippt oder chaotisch entsorgt wird. Die via donau tüftelte ein übersichtliches Mülltrennungssystem aus, das die Abfalltrennung erleichtert: Altstoff- und Restmüllsammelbehälter sind mit einer einheitlichen Symbolik und Beschriftung gekennzeichnet. Und  sie erstellte eine Broschüre in fünf Sprachen über den umweltgerechten Umgang mit Abfällen. Das Konzept war erfolgreich: 2009 wurden über 15 Tonnen Schiffsabfälle gerecht entsorgt und die Trennqualität hat sich wesentlich verbessert.

Den Sonderpreis für Heimwerker gewann die Firma Zotlöterer aus dem Pielachtal in Niederösterreich. Herr Zotlöterer erfand ein kleines Wasserkraftwerk, genauer gesagt das Gravitationswasserwirbelkraftwerk.

In der Kategorie Jugend gewann die HTBLA Ried im Innkreis mit dem Projekt: „Wir heizen nicht ins Freie“. Clevere Schüler sind hier Energiesparmeister. Michael Rauchdobler und Alexander Rothböck entwickelten mittels Temperaturfühler ein computergesteuertes Thermostat, das bewirkt, dass die Heizung bei geöffneten Fenstern und nach Unterrichtsschluss gesenkt oder sogar auf Frostschutztemperatur umgestellt wird. Durch die Steuerung konnten bis zu 60% an Energiekosten eingespart werden. Dem gegenüber stehen 1000 Euro an Installationskosten für die gesamte Schule. Begleitet wurden die Schüler von ihrem Lehrer, den OSR Franz Liebl.

Der Energy Globe Gesamtsieg ging an ein weiteres Wasserkraftwerk, an die Aqua Libre Energieentwicklungs GmbH mit der sogenannten Stromboje. Die  Stromboje nutzt allein die kinetische Energie der freien Strömung in Flüssen oder im Meer.  Sie greift wie das vorhin beschriebene Projekt nicht in die Natur des Gewässers ein und schadet weder Schiff, noch Fisch und auch nicht anderen Lebewesen. Es bedarf mit Ausnahme eines unsichtbaren tief eingebohrten Ankerstabs keiner baulichen Maßnahmen wie Stauwerke, Dämme, Schleusen oder Fischaufstiegshilfen. Der erste Prototyp mit 150cm Rotor wurde in der Wachau eingehängt, getestet und weiter entwickelt. Mit den hier gewonnenen Erfahrungen und Messwerten wurde seit Juli 2008 in einem von der FFG geförderten Projekt der zweite Prototyp wissenschaftlich erarbeitet, in vielen Modellversuchen verbessert und die Leistung optimiert. Seit 2009 schwimmt der zweite, schon seriennahe Prototyp Strom-Boje 2 – ebenfalls mit einem Rotor von 150cm in der Donau und wird bis Juni getestet, verbessert und zur Serienreife entwickelt. Dann wird diese Baugröße 15 -30 kW Leistung und damit einen Jahresertrag von etwa 100.000 kWha erbringen. Ab Herbst 2010 wird die nächste Baugröße mit einer Leistung von ca. 250.000 kWha gebaut. Der Start einer Kleinserienproduktion könnte schon 2011 erfolgen.

Am ENERGY GLOBE Portal finden sich übrigens viele interessante Infos zur Energie-Effizienz. Schauen Sie hinein unter www.energyglobe.com! Hier wird aufgezeigt, wie jeder in seinem Bereich Energie sparen kann. Dies reicht vom Online-Energiecheck über den Gebäudeausweis, einem Dienstleistungsverzeichnis bis zum Klimastil. Eine der Service-Leistungen  auf der Energy Globe Homepage ist die Möglichkeit, sich kostenlos die Heizkosten berechnen zu lassen.

In Teheran im Iran  fand ebenso eine hochkarätige Energy Globe Verleihung statt in einem Festakt mit über 1000 Top-VertreterInnen aus Wirtschaft und Industrie

Die goldene Energy Globe Länder-Statue ging an die Recycle Organization of Mashhad Municipality, die 2007 eine Mülldeponie zu einem  Biogas-Kraftwerk umfunktionierte. Das austretende Deponiegas wird nun über eine nachträglich eingebaute Verrohrung eingefangen und zur Stromgewinnung eingesetzt. Bis zu 4,5 GWh Strom pro Jahr können so erzeugt werden. „Ein Projekt, das weltweit umgesetzt werden kann – auch in Neapel!“,  ist  Energy Globe Gründer Neumann begeistert, der gemeinsam mit dem Präsidenten der Iranischen Wirtschaftskammer, Mohammad Nahavandian, den Award an Ali Najafi überreichte.

Der Energy Globe 2011 sucht ab sofort wieder nachhaltige Projekte. Sie können sich mit Projekten um den Energy Globe Award 2011 bewerben. Infos und Teilnahmeformular zum Download unter www.energyglobe.info. Grundsätzlich wird der Energy Globe in Österreich in allen Bundesländern, als nationaler Award an die jeweiligen besten Länderprojekte (Tschechien, Iran, Ruanda, Deutschland, etc.) und als World Award for Sustainability an die weltbesten nachhaltigen Projekte im Rahmen einer weltweit ausgestrahlten Fernseh-Gala vergeben.

Wir möchten noch ein weiteres Baustoff-Projekt vorstellen: die „HolzSchaBe“. Der Projektname „HolzSchabe“ steht für den Baustoff Holzhackschnitzel-Schaum-Beton. Da dieser Baustoff gute Wärmedämmeigenschaften aufweist, soll in Zukunft Holzhackschnitzel-Schaum-Beton für den Bau von Niedrigenergiehäusern eingesetzt werden. Das bahnbrechende an diesem Baustoff ist, dass zur Herstellung lokal vorhandenes Holz verwendet werden kann. Das Projekt Holzschabe ist ein grenzüberschreitendes Projekt mit PartnerInnen aus Wien, dem Burgenland und der Slowakei, welches auf die Entwicklung von Baustoffen und deren Verarbeitung abzielt.

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Klimanews Zu hören auf Radio Helsinki
Produziert am:
12. März 2011
Veröffentlicht am:
12. März 2011
Thema:
Wissenschaft
Sprachen:
RedakteurInnen:
Peter Und Sabine Schabler
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Sabine Schabler-Urban
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