• TURBO-RADIO™ POLIZEI-POLICIA-POLICE-SPECIAL I 21.01.2010
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TURBO-RADIO™ POLIZEI-POLICIA-POLICE-SPECIAL I 21.01.2010 with Mikki Sixx

THE 19 „ULTIMATE“ POLICE-TRACKS (…not written by Sting!)


INTERVIEW mit dem Young & Distorted Fanzine über TURBO-RADIO™:

 Y&D: Ok, Mikki, dann mal raus mit der Sprache, seit wann gibt es das Turbo-Radio, wer hatte die zündende Idee selber ein paar Sendungen zu machen, nehme an das wirst wohl du gewesen sein?! Seit wann machst du also Radio, und warum? 

Mikki Sixx: Warum ich persönlich Radio mache würde ich jetzt gerne auch auf den praktischen Nutzen als Werbeplattform und Äußerungsforum für die Turbojugend Salzburg schieben, aber es ist natürlich, wie sollte es anders sein, mein ewiger Drang zum Mitteilen und der Wunsch, gute Musik einfach selbst ins Radio zu bringen, wenn es die Kommerzradios nicht schaffen, Geschmack mit Entertainment zu verbinden. Dafür sind ja Freie Radios auch da: Von HörerInnen für HörerInnen gemacht, ohne kommerzielle Zwänge „Radio von Unten“ sozusagen! In diesem Kontext bin ich sehr froh, dass es Die Radiofabrik Salzburg gibt und hoffe, dass die Stadt- und Land-Politik die Förderungen für 2009 und 2010 entsprechend hoch gestaltet, damit die Radiofabrik weiter existieren kann! Freies Radio ist Freie Meinungsäußerung ist Demokratie! Wer also von den Politikern behauptet, Demokrat zu sein, der sollte die Radiofabrik unterstützen! 

Das TURBO-RADIO hat genau genommen zwei Geburtstage. Der erste ist der 23.05.2007, als The Metatron und ich im Rahmen des Mark-Radio auf der Radiofabrik Salzburg die allererste Sendung moderierten. Damals ging es vor allem darum, unsere Party mit Brockdorff Klang Labor im alten Mark (als es das noch gab!) zu bewerben. Danach gab es fast ein Jahr lang sporadische Gastmoderationen im Mark-Radio, welche sich alle um TURBONEGRO oder unsere Turbojugend-Parties drehten, bis, und das ist das Geburtsdatum Nummer zwei, ich mich dazu entschloss, das Radiomachen richtig anzugehen, den Kurs dafür bei der Radiofabrik Salzburg zu machen und am 29.07.2008 mit meinem geschätzten Co-Piloten Dancing Shiva die erste Sendung auf unserem eigenen Sendeplatz zu checken. 

Die Initialzündung gab mir Gerd vom Kulturzentrum mark.freizeit.kultur in Salzburg, als er mir anbot, unsere Party mit BKL auf Mark-Radio mit einer eigenen Sendung zu promoten. Und aus dem praktischen Gedanken heraus, die Turbojugend Salzburg, ihre Aktivitäten, aber auch die Aktivitäten und das Universum der Turbojugend welt- und österreichweit hörbar zu machen ist im Prinzip TURBO-RADIO mit seinem monatlichen Rhythmus entstanden. 

Am Anfang, ab Juli 2008, jeden dritten Dienstag im Monat von 22 bis 23 Uhr (oder bei Spezialsendungen auch mal zweistündig), sind wir seit November 2009 an jedem dritten Donnerstag von 16 bis 17 Uhr unter 107, 5 oder 97,3 MHz (Salzburg-Stadt) oder im Livestream unter www.radiofabrik.at auf Sendung. 

Y&D: Der gute Dancing Shiva ist aber nicht so oft bei den Sendungen dabei. Wenn ich das richtige sehe, dann machst du den Moderatoren-Job oft allein, oder? Seit wann treibst du eigentlich dein Unwesen in SZBG und was hat dich in Mozartkugel-City verschlagen?

Mikki Sixx: Da hast Du natürlich Recht, besonders was das vergangene Jahr anbelangte. Wobei wir ja mit Dancing Shiva selbst, als Erstem, diese Reihe „Die Turbojugend Salzburg stellt sich musikalisch vor. Heute: …“ in 2009 ziemlich viele Sendungen bestritten haben, so dass jetzt nahezu alle Mitglieder ihre eigene Spezialsendung hatten – zumindest jene, die wollten.

Es ist mir allerdings aufgefallen, dass wir zu zweit deutlich mehr Witz und Charme haben, als einer alleine. Das ist wohl das „Stermann & Grissemann-Syndrom“, wie ich es nennen würde. Schwieriger gestaltet sich natürlich die musikalische Auswahl und die generelle Themenwahl für Sendungen, wenn zwei dran werkeln. Aber ich denke wir finden da noch unsere Mitte und werden wieder häufiger zusammen Sendungen machen, ganz einfach weil’s mehr Spass bringt als alleine im Studio über die eigenen Witze zu lachen! 

Zugeben muss ich natürlich auch, dass ich TURBO-RADIO auch ein bisschen als „mein Baby“ sehe und deshalb nicht grad der kompromißbereiteste Mensch bin – was für Dancing Shiva nicht immer einfach ist. Das verstehe ich gut, kann aber aus meiner Haut da auch nicht raus.

Nach Salzburg bin ich ursprünglich 2003 mitgezogen, weil meine damalige Freundin hier ’nen Job bekam und ich grad eh nix besseres zu tun hatte, als nach dem Studium eh Arbeit zu suchen. Da ist es dann wurscht gewesen, ob ich das in Salzburg oder in Leipzig mache – suchen war so oder so angesagt und in Leipzig waren die Jobs zu dieser Zeit rar. Salzburg hat mich dann zumindest mit seiner Natur ringsum und dem Essen erst einmal lebensqualitativ für sich eingenommen. Was ich an Salzburg gar nicht mag, sind seine Provinzialität bei gleichzeitigem Gepose angeblich auf internationalem Niveau zu agieren (Festspiele) und dann so wenig für Sub- und Jugendkulturen zu tun, damit vielleicht mal was nachwächst (Jugend von heute = Künstler von morgen?) und diese Stadt auch attraktiv für junge Menschen bleibt. Stattdessen wird alles getan (bzw. eben nichts getan für die Jungen), dass jegliches kreative Potenzial früher oder später nach Wien abwandert. Zurück kommen diese „Helden“ dann mit 40 oder 50, wenn die Stadt sie dann als „Salzburger Künstler“ anpreist. Diese Story wiederholt sich seit Mozart immer wieder, auch für ihn hat sich die Stadt zu Lebzeiten nie wirklich interessiert, zieht aber bis heute immensen Nutzen aus seiner Person und dem Weltruf den er zu Recht genießt. 

Aber um dem etwas entgegen zu setzen gibts ja TURBO-RADIO und die Turbojugend Salzburg – das ist unser Teil, den wir dazu beitragen wollen, um’s hier lebenswerter für die Jugend zu machen! Das war der Ansatz, und er ist es noch… 

Y&D: Du bist ja im Rahmen der Turbojugend Salzburg auch anderweitig aktiv. Machst Konzerte, Lesungen, etc. Erzähl doch mal was darüber. Was macht ihr so, wie viele Leute seid ihr usw. ?

Mikki Sixx: Die Turbojugend Salzburg besteht, wie Du schon richtig fragst, aus mehreren Leuten. Insgesamt haben wir jetzt 13 Mitglieder. Wovon nicht alle immer aktiv bei Veranstaltungen und deren Organisation mitwirken, aber sagen wir mal acht bis zehn tun dies regelmäßig. Bis auf die ersten beiden Parties/Konzerte im Jahr 2007 mache ich also schon lange nichts mehr alleine. Und das ist auch sehr schön so, weil eine Ein-Mann- oder -Frau-Jugend ja auch nicht im Sinne der Turbojugend wäre, da es hier um eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten geht. Gleichgesinnte, die Turbonegro, Rock’N’Roll und einen Hang zum Nihilismus teilen und lieben. Die Turbojugend Salzburg gibt’s übrigens schon seit 2002 und wurde von unserem Respected Ex-President Ullaschnulla im zarten Alter von 14 Jahren gegründet. Als ich Ende 2006, Anfang 2007 beitreten wollte war sie jedoch schon so zerfallen, dass ein Kontakt nicht zustande zu bringen war und die Zentrale in St. Pauli mir den Präsidentenposten anbot.

Seitdem treffen wir uns mehr oder minder einmal monatlich zum Stammtisch, wo wir unsere neuesten Pläne für eigene Parties und Konzerte diskutieren. Wenn möglich besuchen wir auch gemeinsam interessante Veranstaltungen anderer Jugenden im österreichischen und deutschsprachigen Raum, sowie Punkrock und Rock-Konzerte die uns taugen. Unsere größte Eigenveranstaltung ist TURBO HALLOWEEN, welches seit 2008 jedes Jahr zu Halloween stattfindet. Seit Frühjahr 2009 gibt es überdies noch unsere KLUB 77 Punkrockdisko, welche circa vierteljährlich im Schnaitl Music Pub zu Salzburg coole Auflege- und Filmabende unter verschiedenen Mottos anbietet. Auch beim KLUB 77 sollen früher oder später Livebands auftreten, jedoch in einem fast Proberaum-artigen Rahmen, in ganz klein quasi. Im Moment feilen wir allerdings noch daran, wie man das Technik-mäßig und finanziell bei nur 3,- € Eintritt hinkriegen kann, ohne Verlust zu machen. 

Unsere bisher einzige Lesung ward übrigens aus dem Problem heraus geboren, dass wir keine Tickets mehr für Charlotte Roche’s Lesung von „Feuchtgebiete“ bekamen, allerdings nicht auf den gelesenen Genuss ihres Buches verzichten wollten. Deshalb trafen wir uns mit interessierten Leuten auf einer Brücke an der Salzach und jede/r las einen Teil des Buches zur Belustigung aller vor. Eine spontane Scheißidee, aber gerade gut genug für uns… 

Im Moment planen wir eine zweite größere Geschichte im März/April 2010, welche TURBO HALLOWEEN ein Pendant in der Frühjahrshälfte des Jahres geben soll. Dazu kann ich jedoch derzeit leider noch nichts verraten. TURBO HALLOWEEN 3 sollte man sich allerdings jetzt schon mal rot im Kalender anmalen, denn wir wollen uns selbst wieder toppen, und der Zuspruch 2009 war enorm! 

All das machen wir hobbymäßig und einfach weil es in Salzburg nur wenig subkulturelle Sachen gibt, da in dieser Stadt alle nichtkommerziellen Initiativen nicht gerade die Unterstützung erfahren, welche sie verdient hätten. Und wenn man selbst nur konsumiert wird man in Salzburg depressiv oder säuft sich halt durch die Bars am Rudolfskai. Daher haben wir uns entschlossen, das Konsumieren bei den Getränken zu belassen und die Depression mit eigenen Aktionen wegzublasen! Das dies mittlerweile so gut angenommen wird ehrt und freut uns natürlich sehr! 

Y&D: Manchmal redest du in deiner Sendung auch in englisch, oder machst generell auch mal englische Sendungen. Warum? Woher weißt du dass du ZuhörerInnen aus anderen nicht deutschsprachigen Ländern hast? 

Mikki Sixx: Die Sache mit dem Englisch-reden haben wir das erste Mal zum WeltTurboJugendTage 2009-Spezial gemacht, ganz einfach, weil ich in Hamburg-St. Pauli mit jede Menge Leuten aus internationalen Jugenden Interviews geführt hatte, die dann aber, wegen meiner Trunkenheit rein technisch nicht mehr verfügbar waren. Das musste man natürlich erklären, damit sich die Jungs und Mädels in Paris oder sonst wo nicht wundern, wieso sie mit ihrem Statement nicht ausgestrahlt werden. Da ja in betreffender Sendung das Interview mit dem obersten Turbojugend-Chef El Presidente auf Deutsch war, hätte man ebenso gut auf Deutsch moderieren können, aber spontan wie ich bin, wechselte ich von einer ursprünglich kurzen einführenden Erklärung auf Englisch einfach ganz auf Englisch. Witzigerweise wurde diese Sendung bisher online am Meisten abgerufen und gehört. Einerseits wohl wegen des international für Turbojugendliche interessanten Themas WTJT 2009 und auch den internen Infos zu Turbonegro, welche El Presidente zu bieten hatte. 

Wirklich wissen, wer zuhört kann ich allerdings nie. Hin und wieder kriegt man mal Rückmeldungen im Turbojugend Forum oder auf myspace, aber das ist eher selten und lässt nicht auf die Masse des Publikums schließen. Es gibt sowohl eine internationale ZuhörerInnen-Crowd, welche relativ klein sein dürfte, als auch die größere Masse an ZuhörerInnen aus dem deutschsprachigen Raum. Daher wird es weiterhin Sendungen auf Deutsch, aber auch, wo es Sinn macht, auf Englisch geben. Gerade wenn man z.B. internationale Bands (wie Therapy? Im November 2009) interviewt bietet sich ja Letzteres an. 

Bei unserer Oktober-TURBO-HALLOWEEN-2-Ausgabe haben wir ja auch mal kurz mein Englisch persifliert, weil so richtig ernst nehmen kann man das ja nicht. Genauso wenig, wie Hank von Helvetes Deutsch in seinen Ansagen bei z.B. „Are You Ready For Some Darkness“.

Y&D: Hast du grundsätzlich ein großartiges Konzept? Wie bereitest du dich auf Sendungen vor? Was ich mitgekriegt hab ist, dass du auch mal ein Special machst, wie das über Joey Ramone, oder natürlich auch Gäste einlädst.

Mikki Sixx: Prinzipiell bereiten wir uns/oder ich mich jedes Mal vor. Zu jeder Sendung gibt’s ein schriftliches Stichpunkt- und Playlist-Grundkonzept in punkto Musik und Hauptthema. Einzige Regel für (fast) alle Sendungen ist, dass ein Turbonegro-Song gespielt werden muss. Und auch die TURBO-NEWS, Veranstaltungstipps und mehr, sind je nach Zeitlimits immer dabei. Die Specials drehen sich um bestimmte Termine oder wichtige Personen des Rock’N’Roll, wie eben z.B. Joey Ramone’s Geburtstag oder die WeltTurboJugendTage, oder auch, wie 2009 in regelmäßigen Abständen, um die persönliche musikalische Geschichte der einzelnen Mitglieder der Turbojugend Salzburg. Zukünftig sollen, je nach Möglichkeiten, vermehrt auch wieder Gäste im Studio sein. Wie im November 2009 beispielsweise mit Therapy? geschehen. Durch den Wechsel des Sendeplatzes ins Nachmittagsprogramm der Radiofabrik Salzburg werden Besuche im Studio sicherlich auch für die Gäste interessanter, und das Vorproduzieren von Interview-Beiträgen fällt dann flach. Denn live moderiert ist’s immer noch am Spaßigsten!

Dieses Interview und vieles mehr findet ihr in der aktuellen Ausgabe #5 des Young & Distorted – Fanzines:
Zu bestellen unter:
www.provinzpunk.at oder www.myspace.com/younganddistorted

Danke an Alex für den Beitrag und Stay punk!!!