Männlichkeit- ein Geschlecht in der Dauerkrise?

Podcast
FROzine
  • FROzine_23_06_2019
    56:59
audio
Mehr für Care
audio
Psychische Gesundheit als "wertvolles Gut"
audio
Was bedeutet Klimaangst?
audio
Generation der Krisen?
audio
Stichwahl in Chile
audio
Unmut schafft Mut
audio
Auf der Suche nach Heimat: Die taiwanische Community
audio
Schwarz-Blau II in OÖ: Was bedeutet das für die Sozialpolitik?
audio
Sehnsucht Kuba
audio
Niemand ist die Norm

So lautet der Titel einer Publikation von Paul Scheibelhofer, Männer- und Geschlechterforscher. Ob das so ist und ob Männer eine Bewegung brauchen- ähnlich der Frauenbewegung, wie sich eine österreichische Männlichkeitskonstruktion von einer syrischen unterscheidet und vieles mehr fragte ihn Sigrid Ecker im Interview.

Paul Scheibelhofer ist ein umtriebiger Sozialwissenschaftler, sowie Männer- und Geschlechterforscher an der Universität in Innsbruck. Er pendelt häufig zwischen Innsbruck und Wien. Manchmal hält er auch in Linz Gastvorträge. Sigrid Ecker hat ihn zu einem ausführlichen Gespräch im Wissensturm getroffen. Sämtliche Publikationen von Paul Scheibelhofer finden sie hier.
„Der fremd-gemachte Mann“
Was unterscheidet österreichische/christliche Männlichkeitskonstruktionen von einer afghanischen oder syrischen/muslimischen? Wie passiert Integration im Bereich Rollenbilder?

Paul Scheibelhofer analysiert die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen „fremde Männlichkeit“ zu einem Problem gemacht und abgewertet wird und wie junge migrantische Männer damit umgehen. Er publizierte 2018 „Der fremd-gemachte Mann. Zur Konstruktion von Männlichkeiten im Migrationskontext„, eine intersektionelle Studie über Männlichkeit und Migration.

Immer wieder geht es darum, ob ein patriarchaler Backlash durch die jungen Männer aus dem Arabischen Raum ausgelöst wurde und wird. Rechte Politiker(*innen) werden zu Beschützer(*innen) von Fauenrechten. Es heißt das Patriarchat wird importiert- ist das so?
Medien.Angst.Gewalt.
Außerdem sprechen wir darüber, was eine immer stärker auf das Bild setzende Medienlandschaft für die Konstruktion von Geschlechterrollen bedeutet.

Die Geschlechterrolle, die Frauen zugeschrieben wird- passiv, etwas, das beschützt werden will, ohne Sprache und Willen, ist eine männliche Phantasie. Warum wurde so eine Realität von Männern konstruiert- hat der Mann Angst vor der Frau?

Es ist ganz jung, dass in Österreich halbwegs offen über sexuelle Gewalt, oder auch häusliche Gewalt gesprochen wird. Wie wichtig war/ist #metoo? Ist die Überwindung von sexueller Gewalt und generell Gewalt an Frauen näher gerückt?

Paul Scheibelhofer spricht auch über die neue Männerrechts- und Väterrechtsbewegung, die teilsweise eine sehr antifeministischen Einstellung hat, genau wie auch die Politik der amtierenden Bundesregierung.

Moderation: Sigrid Ecker

1 Kommentar

Leave a Comment