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Astrid Rössler war bis zur Landtagswahl 2018 fünf Jahre lang LH-Stellvertreterin im Land Salzburg. Als erste Grüne bekleidete sie diese Position. In allen Kommentaren zu ihrem Ausscheiden wird der Juristin und ausgebildeten Mediatorin eines sicher nicht abgesprochen: Mut und Konsequenz.

Astrid Rössler zog in einer JBZ-Montagsrunde Bilanz. Keine Bilanz ihrer Regierungsarbeit. Sondern darüber, was man/frau in einer solchen Position über Salzburg grundsätzliches lernt; welchen Herausforderungen sie sich als erste grüne Spitzenpolitikerin im Land Salzburg stellen musste.

Im Interview mit Stefan Wally betonte sie besonders die Wichtigkeit des persönlichen Gesprächs mit Betroffenen sowie die Suche nach Konsens: Letzteres scheint in der aktuellen politischen Kultur jedoch zunehmend negativ behaftet. Mit Bedauern sieht sie, dass bürgerliches Engagement im Bereich Umweltschutz immer weniger an die Öffentlichkeit tritt. Vielmehr  konzentriert es sich inzwischen auf die private Umgebung. Die notwendige Wende im Klima- und Umweltschutz könne aber nur von der Gesellschaft als Ganzes getragen werden – und brauche gleichzeitig individuelle Haltung und Solidarität.

Astrid Rösslers Fazit nach fünf Jahren Spitzenpolitik: „Es ist mehr möglich, als man glaubt, wenn man sich auf das Gegenüber einlässt, ohne die eigenen Ideen aufzugeben“. Respekt für die Expertise der Beamtenschaft ist hierbei besonders wichtig – deswegen braucht es hochqualifizierte BeamtInnen auch auf politisch nominierten Spitzenpositionen.

Die Hürden in der Politik werden – vor allem für Frauen – eher höher, mit einer politischen Unkultur, die sich vor allem in Schimpforgien in sozialen Medien oder medialen Kampagnen äußert. Dazu wünscht sich Astrid Rössler einen mutigeren Landtag mit einer starken Opposition. Mehr Selbstbewusstsein bei den Abgeordneten wäre ein Anfang für eine starke Landespolitik jenseits der Regierungsbank.

netto 17,47 Min. Astrid Rössler – Was ich über Salzburg dazu gelernt habe