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  • Radio Bob S01E04 31.10.18 IPCC-Sonderbericht
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Auf eine gegenüber dem vorindustriellen Niveau maximal 2 Grad höhere globale Durchschnittstemperatur hatten sich die Regierungen 2015 im Pariser Klimaabkommen geeinigt. Ein aktueller Sonderbericht des International Panel on Climate Change (IPPC) warnt: die Lage ist dramatischer als zuvor angenommen, eine vollständige Dekarbonisierung notwendig. Die Klimawissenschaftlerin Renate Christ und der Hamburger Umweltjournalist Christopher Schrader bestätigen dies in einer Montagsrunde der JBZ.

Stefan Wally moderierte die Veranstaltung im Rahmen der Klimapartnerschaft 2050 des Landes Salzburg in Kooperation mit Climate Change Centre Austria (CCCA). Er führte mit beiden Gästen auch das Interview für die 4. Sendung von Radio Bob und wollte wissen, was die Aussagen der WissenschafterInnen bedeuten. Können wir die möglichen Auswirkungen abschätzen, falls der Anstieg stärker ausfällt? Wie werden wir leben können?

Renate Christ leitete bis 2015 das Sekretariat des IPCC in Genf und ist eine der führenden KlimaexpertInnen Österreichs. Christopher Schrader arbeitet seit Jahren als Journalist zum Thema Klimaforschung, er schrieb darüber unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, National Geographic und Spiegel online.

Wenn wir so weiter machen wie bisher, werden wir wahrscheinlich bereits in ein zwei Jahrzehnten das 2-Grad-Ziel überschreiten. Falls nur das umgesetzt wird, was im Pariser Klimaabkommen in Aussicht genommen wurde, nähern wir uns einer Erwärmung um bis zu drei Grad Celsius, so Renate Christ. Sie vermittelte die unterschiedlichen vom IPPC durchgerechneten Szenarien. Wir müssen in großen Dimensionen denken, denn erforderlich sind massive Kurskorrekturen, meinte Christ. „All hands on deck“, so ihre zentrale Aussage und Aufforderung. Sehr wichtig sei, was an Maßnahmen vor 2030 eingeleitet wird — je später man beginne, um so schwieriger werde es, den Klimawandel überhaupt noch einbremsen zu können.

„Die Folgen der bisherigen Klimaerwärmung sind stärker als die Wissenschaft bisher angenommen hat“, bestätigte der Journalist Schrader. Es gehe nicht mehr darum, uns für die eine oder die andere Maßnahme zu entscheiden, sondern um radikale Veränderungen in allen Bereichen: Mobilität, Konsum, Wohnen, Ernährung – alles stehe zur Disposition. Er machte deutlich, dass die vom IPCC angedachten Wege zum Einfangen von Treibhausgasen (Carbon Capture) als Ergänzung zur Reduktionsstrategie teuer und teilweise auch schwer durchführbar erscheinen. So müssten beispielsweise laut Szenario 4 Energiewälder in der Größe Australiens gepflanzt werden und das bei der Verbrennung des Rohstoffs freiwerdende CO2 dann unter der Erde verkappt werden. „Der Umgang mit Kohlenstoff kostet viel Geld“, so sein Resümee. Er schlägt einen Mix aus technologischen, monetären und kulturellen Ansätzen vor, aber auch über Verbote müsse geredet werden.

 
Produziert am:
31. Oktober 2018
Veröffentlicht am:
31. Oktober 2018
Ausgestrahlt am:
31. Oktober 2018, 17:00
Thema:
Politik Technologie Politik
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RedakteurInnen:
Reinhard Geiger, Stefan Wally
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Reinhard Geiger JBZ - Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen
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