antifascism101 | 08 | Nicht politisch motiviert? Zur öffentlichen Wahrnehmung rechten Terrors. | Cultural Broadcasting Archive
 
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Aufzeichnung eines Vortrags von Martina Renner
am 23. Mai 2018 in der W23,
hosted by das que[e]r und Rosa Antifa Wien
im Rahmen von antifascism101 – Veranstaltungsreihe gegen rechte Gewalt

Nach den NSU-Morden und -Bombenanschlägen stellt sich die Frage: Nichts gelernt oder warum gibt es so wenige Bemühungen, konsequent gegen rechten Terror vorzugehen? Welche Rolle spielen Behörden oder staatliche Institutionen wie Verfassungsschutz, Polizei und Justiz bei der Verharmlosung? Wie wird Rechtsterror gesellschaftlich verhandelt und was heißt es, wenn dieser nicht benannt oder systematisch verharmlost wird?

„Ein politisches Motiv kann ausgeschlossen werden“, ist oftmals der Tenor der Behörden, wenn es um rechte und rassistische Gewalt geht. Dabei drängt sich immer wieder der Verdacht auf, dass staatliche Stellen tunlichst vermeiden, rechten Terror als solchen zu benennen. Stattdessen werden Täter_innen mitunter als „verwirrt“ oder Opfer ihrer selbst dargestellt – und zwar auch noch, wenn investigative Recherchen längst deren politische Hintergründe ausgeleuchtet haben. Viele unkritische Presseberichte folgen allzu oft der offiziellen Lesart, was nicht nur die Entpolitisierung in der öffentlichen Wahrnehmung verstärkt, sondern nicht selten den Tatopfern mit Misstrauen begegnet und diese verbal zu Kriminellen macht.