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  1. Danksagung:

    Wir, der FC Sans Papiers, bedanken uns hiermit bei allen, die ihr Interesse gezeigt haben, als unser Spieler Ezeh Tochukwu Ifeanyi am internationalen Tag gegen Rassismus inhaftiert wurde. Diese Unterstützung hat uns alle moralisch gestärkt. Glücklicherweise wurde er am Abend desselben Tages freigelassen und konnte am Sonntag, den 19.03.17, beim Match FC Sans Papiers : FC Brigittenau wieder spielen. Erfreulicherweise haben wir das Match 2 : 1 gewonnen.
    Folgen: Die Fremdenpolizei hat Ezeh Tochukwu Ifeanyi die Asylkarte ohne Angabe von Gründen entzogen. Diese Vorgangsweise bedeutet im Licht der „Verschärfung der Maßnahmen“, dass Ezeh von selbst das Land verlassen muss.
    Ressourcen: Wissend, dass sich Ezeh unter vielen Schwierigen bis nach Wien durchgeschlagen hat, ist jede Unterstützung sehr willkommen: juristisch, materiell, sozial-humanitär.

    Der FC Sans Papiers bedankt sich im Voraus.

    II. Widmung des Matches Celebi Cleaning Eurasya : FC Sans Papiers

    So, 26.03.2017, 12:00 Uhr, Sportplatz Wienerberg, Computerstr. 3, 1100 Wien

    Wir, der FC Sans Papiers, widmen das morgige Match vier jungen Männern aus Ghana, die vor circa drei Wochen in der Nacht zwischen USA und Kanada/Manitoba unter schwierigen Umständen im Schnee auf der Flucht waren und denen im Zusammenhang mit Trumps Travel Ban die Finger wegen Erfrierungen amputiert werden mussten.
    Ebenfalls widmen wir das Match dem wiedergefundenen Leben eines Ivorers. Er wurde- anders als die vier Ghanaer- an der Grenze zwischen USA und Kanada von der Grenzpolizei gefunden. Er hatte sich verirrt und war fast erfroren. Nach einer medizinischen Versorgung ist er wieder auf dem Weg der Besserung.

Wir, das FC Sans Papiers Team, als Ambassadors für alle Menschen, die auf dem Weg der Immigration sind, fühlen uns verbunden mit jenen Schmerzen, die die herrschende Weltordnung des Nationalstaats den Menschen zufügt und fordern eine Weltordnung der Gerechtigkeit und Humanität.
Wie gewöhnlich, werden wir vor dem Match islamisch, christlich und animistisch für Trumps Seele im Zusammenhang mit seinem Travel Ban beten.

III. Kubwaka-Libanga
Asyl suchen in Lingala

– Terroristische Gewalt: Nulllösung

– Kultureller Hass und der Hass des Islams im Licht der Maßnahmenverschärfung als Politiklosigkeit leerer Kilometer.

Angesichts des Lebens der Menschen, die aus ihrer individuellen und kausalen Verzweiflung ihr einziges Leben als Attentäter im Namen Allahs geben und andere töten, diskutieren wir heute über beide Seiten dieser politischen Hilflosigkeit: Hier stellen wir fest, dass in vielen Fällen- nach „Allah Akbar“- Gewalt das einzig Kostbare zunichtemacht und wie Staub in die Leere geht – den Tod.

Was läuft hier kulturpolitisch in Zeiten der Integration falsch?
Der Identitätsbezug ist der Kern dieser Fraktur im Zusammenhang mit Terrorismus. Wie jetzt in London, Khalid Masood, gab es vor ihm einen Coulibaly oder Mohamed Merah und viele andere jungen Menschen, die seit ihrer Geburt nur von anderen hören, lernen, wissen, rechtfertigen. Leitbilder kommen nur von den anderen, den Kants, den Victor Hugos, den Habermas…. Aus den eigenen Reihen wird fast keiner erwähnt oder dokumentiert. Die Kulturpolitik des Westens soll entwickelt werden. Das heißt allumfassend. Das was bis jetzt geschieht, ist entweder die Fortsetzung der Kolonialpolitik vor dem Ersten Weltkrieg, die von Jugendlichen aus dem Westen in Frage gestellt wird. Aus deren Sicht ist diese Kulturpolitik eine latent wirkende Gewalt, die durch Terror eine Retourkutsche im Sinne hat. Wenn man nicht Nerven wie Stahl, wie ein Barack Obama, hat, ändert man den Geburtsnamen seiner Mutter, etwa Lin Chiang Xi zu Berger, wenn man als Chinese geboren ist, oder Van Ruud zu Madimba, wenn man als Kongolese geboren ist. Somit ist man „conquered in peacetime“. Viele, die in Friedenszeiten im Voraus besiegt sind, leugnen den Namen der Mutter, die Herkunft etc. Man nennt dieses Prozedere des Asylsuchens in Lingala „Kubwaka-Libanga“. Semantisch heißt dies: „Einen Stein zu werfen, um Ziele zu erreichen.“ Es sind viele, die deswegen im Asylprozess den Namen der Mutter vergewaltigen, um den Mantel des Friedens auszuleihen.
Weil die Mächtigen es wollen, passiert eine Depersonifizierung des Menschen, die nicht nötig wäre, wenn man allen anderen Kulturen mit Respekt begegnete. Der Terrorakt ist für diese Kinder oft eine Währung mittels Gewalt, um die Identität wieder zu erlangen.
Mit Trumps „America first“ herrscht ein politischer Glaube, dass die Evidenz der wissenschaftlichen Erkenntnisse anderer, die Evidenz des kulturellen Respekts anderen gegenüber, fast nicht existent ist. Dies ist das, was, wie oben erwähnt „Politiklosigkeit“ und Ursache des Terrors und der globalen Gewalt bedeutet.
Hierzulande haben wir an der Spitze des Innenressorts den Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP), der zynischer Weise die Missachtung der Identität der Asylsuchenden mit 1000 Euro quittieren will. Diesbezüglich hat die Satire-Website „die tagespresse. com“ daraus die Schlagzeile „Regierung bietet Sobotka 1000 Euro für die Rückkehr nach St. Pölten“ gemacht. Wenn nach Wolfgang Sobotka und Sebastian Kurz, beide ÖVP, nur jene Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak, Pakistan und Syrien echte Kriegsflüchtlinge sind, um jenen Flüchtlingen aus der südlichen Hemisphäre zu vermitteln, dass sie keine Chancen haben in der nördlichen Hemisphäre zu sein, dann hat diese unlogische Politiklosigkeit mit jener des Trumpismus eine gleiche Idiotie.

Di-Tutu Bukasa

 

Dazu diskutieren: Gilbert Moyen, Hubert Mvogo, Cyril Chima Ozoekwe, Simone Prenner und Sintayehu Tsehay.

Moderation: Di-Tutu Bukasa