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Wake up – Komödie Stockerau

In dieser Ausgabe der Sendung Wake up sind Vertreter der „Komödie Stockerau“ zu Gast.

Zur Komödie Stockerau:

Bei der Komödie Stockerau handelt es sich um eine reine Laiengruppe, die einfach Spaß daran hat, ihr Publikum zu unterhalten. Die Stücke, die in den letzten Jahren gespielt wurden, sind ausschließlich Komödien gemäß unserem Motto: „Das Leben ist hart genug. Einige Stunden in einer gemütlichen Atmosphäre mit Lachen zu verbringen, das wollen wir unseren Zuschauern bieten!“ Wobei ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass auch die Spielertruppe sowohl bei den Proben als auch bei den Aufführungen immer viel Spaß hat. Und der Erfolgt gibt uns Recht, wir haben bei jedem Stück etwa 1000 Besucher. Die Mitglieder selbst sind gegen Unfall versichert und leisten jährlich einen Mitgliedsbeitrag in der Höhe von € 10,00.
Fakt ist allerdings auch, dass es sich um ein sehr zeitaufwändiges Hobby handelt, da die Proben meist zweieinhalb bis drei Monate vor der Premiere beginnen. Das hat unsere Spieler aber noch nicht davon abgehalten, mit Begeisterung dabei zu sein.
Der Verein hat derzeit etwa 40 Mitglieder im Alter von 20 bis 85 Jahren. Ein Teil davon ist auf der Bühne aktiv, ein Teil hinter der Bühne und es gibt auch einige unterstützende Mitglieder.

Stücke, die in den letzten Jahren gespielt wurden:

Frühjahr Herbst
2004 Der Frühpensionist Der Kurschatten
2005 Die türkischen Gurken Katzenzungen
2006 Liebe, Geld und Altpapier Kunst und Kaffee
2007 Ach, du dicker Hund Der Himmel auf Erden
2008 Immer wieder nachts um vier Baby wider Willen
2008 Sommerspecial auf Festspielbühne Stockerau Der Himmel auf Erden
2009 Laras Plan Die spanische Heiratsvermittlung
2010 Ich glaube, hier spukts Bauer sucht (k)eine Frau
2011 Ätsch, wir gründen eine Bank Tanz der Mäuse
2012 Liebe ist ein seltsames Spiel 14 Tage Luxus
2013 Auf die Plätze wählen los Zum rosaroten Elefanten
2014 Ladysitter Tatort Villa Bock
2015 Wer krank ist, muss kerngesund sein In geheimer Mission
2016 Eine Leiche für Margarete Männerkarussell
2017 Zimmer frei

Zur Geschichte des Vereines:

Durch mündliche Überlieferung des Herrn Heinrich Plankenbüchler ist bekannt, dass die Urzelle der „Dramatischen Sektion“ die sogenannte „Brettlbühne“ war, die schon vor 1893 in Stockerau bestand und deren Gründer und Obmann Herr August Seifert war.
Die Mitglieder dieser Bühne wechselten dann in zwangloser Form zum 1893 gegründeten „Arbeiter Sängerbund“ über, der dann anlässlich einer Statutenänderung im Jahre 1901 die „Dramatische Sektion“ gründete. Der Name „Dramatische Sektion“ entstand also im Jahre 1901 – vor weit mehr als 100 Jahren!

Erster Obmann und zugleich Regisseur dieser Theatergruppe war Herr August Seifert.

Gespielt wurde damals im ehemaligen „Caffee Salventer“ und im Kinosaal Giugovaz.

Später, um 1920, übersiedelte man in die Schießstätte und hatte mit diesen Räumlichkeiten einen richtigen Saal für Aufführungen zur Verfügung. Ab 1924 spielte man im Kinosaal Lutz. Herr Karl Lutz sen war ein überaus eifriger Förderer der „Dramatischen Sektion“. Spielte man zuvor hauptsächlich Stücke von Ludwig Anzengruber wie „Der Meineidbauer“ oder „Das vierte Gebot“, kamen mit der Unterstützung von Herrn Lutz auch Stücke von Henrik Ybsen und Friedrich Schiller zur Aufführung. Aber auch die Operette wie z.B.. „Der Fidele Bauer“ hielt ihren Einzug.
Zu Beginn des 2. Weltkrieges fanden noch vereinzelte Aufführungen unter dem geänderten Namen „Laienspielgruppe Stockerau“ statt. Nach 1942 kam die Vereinstätigkeit völlig zum Stillstand. Aber schon unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg ging wieder eine Schar von Enthusiasten daran, wenn auch unter den schwierigsten Bedingungen, die Spieltätigkeit aufzunehmen. Trotz oder gerade wegen der Zensuren der Besatzungsmacht wurde Theater gespielt und so konnte in der schweren Nachkriegszeit vielen Bewohnern Stockeraus und der Umgebung Aufmunterung und Ablenkung vermittelt werden.
Ab 1946 war die „Dramatische Sektion“ der SPÖ Stockerau angegliedert bzw. dem „Arbeiter – Sängerbund“.
Die Aufführung des Schauspiels „Jedermann“ von Hugo von Hoffmannsthal vor der barocken Stadtpfarrkirche in Stockerau im Jahre 1950 war wieder ein Gipfel in der Leistung dieser Theatergruppe! Regie führte damals Franz Havelka – späterer Sprecher des ORF.
Am 19.06.1952 wurde mit einem Bescheid der Sicherheitsdirektion Niederösterreich dem Verein „Dramatische Sektion Stockerau“ die Eigenständigkeit erteilt. Operetten, Lustspiele, Schwänke, Volksstücke usw. kamen wieder in das Programm. In den darauffolgenden Jahren drängten dann viele jüngere Vereinsmitglieder nach vorne und übernahmen Führung und Regie. So kam es, dass neben den herkömmlichen Stücken, auch Stücke moderner Autoren, wie z. B: „In einer kleinen Pension“, „Die liebe Familie“, oder „Das kleine Teehaus“ zur Aufführung gelangten.
Neben den eigenen Aufführungen wirkten die Mitglieder der „Dramatischen Sektion“ durch viele Jahre sehr ambitioniert bei den „Stockerauer Freilichtspielen“ mit.

In den 1970er Jahre hatte erstmals eine Frau die Obmannstelle inne. Zur Aufführung gelangten unter anderem „Das entweihte Haus“, „Charlys Tante“, „Der Hof der Verdammten“, u.v.a.m.

Gleichzeitig zur Feier „80 Jahre Stadt Stockerau“ in Jahr 1973 feierte auch der Verein sein 80jähriges Bestehen. Zu der aus diesem Anlass durchgeführten Ausstellung leistete der Verein einen interessanten Beitrag. Die Mitglieder wirkten beim Festzug mit und die Darstellung der Festtafel aus dem Schauspiel Hugo von Hoffmannstal „Jedermann“ wurde mit viel Geschick auf einem Großhubstapler der Firma Frischeis präsentiert.
Daneben muss aber auch erwähnt werden, dass es Mitglieder der „Dramatischen Sektion“ waren, die mehr als 100 Personen in traditionelle Kostüme kleideten und dafür verantwortlich waren, dass diese große, bunte Schar an Rittern, Edelmännern, Preußen, Russen, Hugenotten usw. im Festzug zur Geltung kamen.

1981 gab es das „Theater am Bauernhof“ der Gemeinde Spillern, bei dem das Ensemble der „Dramatischen Sektion“ mitwirkte.
Im Jahr 1989 gelang es dem damaligen Vorstand nach langen Beratungen und Besprechungen mit dem Bürgermeister Herrn Leopold Richentzky, ein neues Clubheim für die weitere Zukunft des Vereines im Nimschhof, Ed. Röschstraße 1 zu erlangen. Ab diesem Zeitpunkt konnte die Probentätigkeit in völliger Ruhe und ohne Störung vorgenommen werden. In diesem und den folgenden Jahren wurde auch das Kindertheater wieder aktiviert.
Zur 100 Jahrfeier – Verein und Stadtgemeinde 1893/1993 wurde in mehr als 500 Arbeitsstunden ein Fahrzeug unter dem „Die Gigerln von Wien“ für den Festumzug gestaltet. Damit konnte der Verein den II. Publikumspreis erringen. In einem großen Planenwagen der Firma Moser wurden auf dem Starkassaplatz Sketches mit großem Publikumsinteresse dargeboten.

Ab diesem Zeitpunkt waren die Frühjahrs- und Herbstaufführungen der „Dramatischen Sektion Stockerau“ ein Fixpunkt in der regionalen Kulturlandschaft.

Besonders stolz sind die Mitglieder auch auf ihr soziales Engagement, so wurden zum Beispiel für die Krebsforschung des St. Anna Kinderspitals S 50.000.— gespendet, der Dienststelle des „Roten Kreuzes Stockerau“ wurde ein Defibrillator übergeben und auch die Feuerwehr Stockerau wurde unterstützt. Kleinere Beträge konnten einzelnen Familien in Not in Stockerau etwas über die Runden helfen.
In den letzten Jahren gelang es der Vereinsführung den größten Teil des Vereinslokales zu adaptieren und mit neuen Möbeln auszustatten, so dass sich die Mitglieder darin wohl fühlen können.

Nähere Infos unter:
http://www.theaterstockerau.org/
Moderation: Wake up Team
Stay tuned!
http://www.wakeuporange.com

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Wakeup ORANGE Zu hören auf Orange 94.0
Produziert am:
21. Oktober 2017
Veröffentlicht am:
22. Oktober 2017
Thema:
Gesellschaft
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Christian Rolly
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