• buchsenradio_juli_2016_treason_and_form_1
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Mitschnitt (Teil 1 von 2) der gleichnamigen Diskussion, die am 17. Juni 2016 im Rahmen der Büchsenhausen-Ausstellung Störwerte / Nuisance Value im Kunstpavillon der Tiroler Künstlerschaft stattfand.

Die Büchsenhausen-Fellows Anthony Iles und Marina Vishmidt luden kuda.org / Group for Conceptual Politics aus Novi Sad, Serbien zu einer Diskussion ein, in der es um Fragen der politischen und künstlerischen Form in ihren gegenseitigen Spannungen und Annäherungen ging. Welche Methoden ermöglichen uns, in diesem Spannungsfeld aktiv zu werden, ohne dabei aber vorhandene Konzepte zu reifizieren, und das Spekulative im Zentrum unserer Untersuchungen beizubehalten? Was würde es bedeuten, uns selbst als „Subjekte, die zu Technologie erstarrt sind“ (Theodor W. Adorno) zu verstehen, oder als geschichtlich hergestellte Objekte, die „durch die Schaffung von Beziehungen kulturell miteinander verbunden sind“ (Howard Slater)?

Diskussionsteilnehmer_innen:

GROUP FOR CONCEPTUAL POLITICS (Grupa za konceptualnu politiku) ist eine künstlerische und politische Initiative aus Serbien, die auf Grund einer schwindenden Kultur einer konfliktbehafteten Auseinandersetzung und der Verteidigung eigener Standpunkte in der Region entstand. Die Gruppe verfolgt die Absicht, einen Raum zu schaffen, der ironisch als „institutionelle Kommune“ aufgefasst wird. Die Arbeit der Gruppe kann als das politische Projekt der Dekonstruktion vorherrschender Kulturpolitik und staatlicher Bildungsdispositive betrachtet werden.

Anthony ILES lebt in London und schreibt kritische und fiktionale Texte. Er ist Doktorand an der Middlesex University, Redaktionsmitglied des Mute / Metamute Magazins für Netzkultur metamute.org und Mitherausgeber von Anguish Language (Archive Books, 2015), einer Publikation über den Zusammenhang zwischen Schreiben und Krise. Anthony ILES ist Stipendiat des Internationalen Fellowship-Programms für Kunst und Theorie im Künstlerhaus Büchsenhausen 2015/16.

KUDA.ORG ist eine unabhängige Kulturinitiative mit Sitz in Novi Sad (Serbien). Seit 2001 bringt sie Künstler_innen, Theoretiker_innen, Medienaktivist_innen, Forscher_innen und eine Öffentlichkeit zusammen, die an Theorien und Praktiken der Gegenwartskunst, Kulturpolitik, Aktivismus und Politik interessiert ist. kuda.org interveniert vom Feld der künstlerischen beziehungsweise kulturellen Produktion aus in die Sphären von Forschung, Kunst und sozialer Praxis, indem sie sich institutionskritisch artikuliert und herrschende kulturpolitische Paradigmen hinterfragt.

Marina VISHMIDT lebt als Autorin in London und befasst sich in ihrer Praxis vornehmlich mit Fragen zu Kunst, Arbeit und der Wertform. Sie ist Autorin der Publikationen Speculation as a Mode of Production (Brill, im Erscheinen) und Reproducing Autonomy: Work, Money, Crisis & Contemporary Art (mit Kerstin Stakemeier, Mute, 2016). Marina VISHMIDT ist Stipendiatin des Internationalen Fellowship-Programms für Kunst und Theorie im Künstlerhaus Büchsenhausen 2015/16.