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Am 16.Mai 2016 läuft der Sykes-Picot Abkommen ab, welche zwischen Großmächte: England, Frankreich und Russland geschlossen worden war.

Als krasser Beispiel wie Kolonialmächte die Grenzen im Nahen Osten, willkürlich gezogen haben, möchte ich den ehemaligen Ministernpräsidenten von England Winston Churchill zitieren:

„Ich habe Transjordanien (der heutige Jordanien)an einem Sonntagnachmittag in Kairo mit einem Federstrich erschaffen.“ (1921)

Als der britische Diplomat Sir Mark Sykes am 16. Mai 1916 mit seinem französischen Kollegen François Georges-Picot das sogenannte „Asia-Minor-Abkommen“ unterzeichnete, das den Nahen Osten nach Ende des ersten Weltkrieges in britische, französische und ursprünglich auch russische Kontroll- und Einflusssphären teilte, wurde der Grundstein gelegt für viele der modernen „Nationalstaaten“ der Region. Denn Jordanien, Syrien, Saudi-Arabien, Israel, Palästina, Irak und der Libanon existierten bis dato nicht als eigenständige Länder, sondern nur als Teile des osmanischen Reiches. Die Kolonialherren genehmigten sich selbst großzügige Privilegien; man wollte in die Geschicke dieser neuen Staaten eingreifen, wo immer dies nötig schien. Das Abkommen und die folgenden Verträge der „Anglo-Französischen Einigung“, der Konferenzen von San Remo und Sèvres erteilten dem Streben der arabischen Nationalbewegung nach einem eigenen Staat bekanntlich entgegen anders lautender Versprechungen der Briten eine Absage. Vorgesehen waren lediglich arabische Vasallenregime unter der Oberhoheit der Kolonialherren. Gruppen wie den Kurden wurde die Unabhängigkeit ebenso verweigert. Lediglich die jüdische Nationalbewegung der Zionisten sollte mehr als zwanzig Jahre später ihre Aspirationen auf einen eigenen Staat verwirklichen können.

Es war ein Geheimabkommen und die Betroffenen, weder die arabische Bevölkerung der Region, noch die Kurden, erfuhren nichts davon. Deren Interessen waren Briten und Franzosen aber auch ziemlich gleichgültig. Das zeigt sich an der Nonchalance, mit der Sykes und Picot vorgingen: Der Brite zog eine Linie von Kirkuk (im heutigen Irakisch Kurdistan) nach Haifa im damaligen Palästina – nördlich davon sollte Frankreich das Sagen haben, südlich davon Großbritannien.

Vermutlich war es Zufall, dass Sykes ziemlich genau den Verlauf der späteren Ölpipeline aus dem Irak nach Haifa zeichnete. Öl spielte 1916 noch keine so große Rolle. Und es war auch mehr Zufall, dass Frankreich das Mandat für Palästina ablehnte und den Briten diese zweifelhafte Ehre zufiel. Im Gegensatz auch zu Europa, wo nationale Grenzen meist das Ergebnis Jahrhunderte langer Entwicklungen waren, wurden die künftigen Grenzen des Nahen und Mittleren Ostens mit einem Federstrich gezogen. Ohne Rücksicht auf die Menschen dort.

 

Uneingelöstes Versprechen an die Kurden

Dieser Abkommen hat gravierende und äußerst negative Auswirkungen Auf das Schicksal des Kurdischen Volkes.

Besonders krass war das im Fall der Kurden, die zwar für Sykes und Picot kein Thema waren, denen man aber später einen eigenen Staat versprach. Dieses Versprechen wurde nie eingelöst, weil dies mit den unterschiedlichen Interessen der Türkei, Syriens, des Irak und des Iran kollidiert wäre. Vor allem aber mit dem der Kolonialmächte. Denn sie hatten doch gerade erst beim Entstehen dieser Staaten auf dem Territorium des ehemaligen Osmanischen Reiches nachgeholfen:

 

„Die meisten dieser Staaten oder Einheiten sind neu. Sie sind das Ergebnis der Aufstückelung durch die Großmächte im 19 Jahrhundert, die in dem Abkommen während, bzw. unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg gipfelte“.

 

Der Vertrag von Sèvres (auch Frieden von Sèvres; Kurdisch:Paymana Sèvres ) vom 10. August 1920, der zwischen der Entente,und der osmanisch regierten Türkei abgeschlossen wurde, gehört zu den Pariser Vorortverträgen, die den Ersten Weltkrieg beendeten.

 

Durch den Vertrag von Sèvres verlor das Osmanische Reich einen Großteil seines Territoriums –Hedschas (1925 von Saudi-Arabien erobert), Armenien und Mesopotamien sollten unabhängig werden.

Kurdistan sollte gemäß Artikel 62 autonom werden. Gemäß Artikel 64 sollte Kurdistan eventuell die Unabhängigkeit erlangen. Dafür mussten die Kurden innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Vertrags dem Völkerbund nachweisen, dass die Mehrheit der Kurden eine Unabhängigkeit von der Türkei möchte. Ferner würde dann der Völkerbund entscheiden, ob die kurdische Bevölkerung imstande für eine Unabhängigkeit war. Im Falle der Unabhängigkeit sollten die Alliierten ihre Ansprüche auf Mosul aufgeben und die kurdischen Einwohner Mosuls sollten sich freiwillig an den kurdischen Staat anschließen können.

 

 

Barzani erklärt Sykes-Picot-Ära für beendet

In einer seine Rede erklärte Er: die neuen Grenzen wurden mit Blut von Peschmergeh gezoge und er hat völlig recht. Die Kurden haben viel Opfer im Kampf gegen Terroristen und banden von IS gebracht. Sie kämpfen bis heute sehr tapfer und Mutig, nicht nur für sich sondern für die ganze zivilisierten Welt.

Das bedeutet die Kurden werden sich neuerlich niemals mit Kolonial Status und Sklaverei abfinden.

 

Dem Kurdenführer zufolge glaubt inzwischen niemand mehr, dass der Irak und Syrien in ihren alten Grenzen wiederhergestellt werden

Präsident Masud Barzani, der Präsident der irakischen Kurdenregion, hat gegenüber dem ◥Guardian erklärt, die Ära des ◥Sykes-Picot-Abkommens sei vorbei. In dem nach zwei Diplomaten benannten Geheimabkommen einigten sich Frankreich und England am 16. Mai 1916 – vor bald 100 Jahren – auf eine Aufteilung des an der Seite Deutschlands und Österreichs kämpfenden Osmanenreichs. Das Abkommen gibt nicht die heutigen Grenzen des Nahen Ostens wieder, war aber Grundlage für die späteren Mandatsgebiete und gilt als Symbol für eine koloniale Aufteilung ohne Rücksicht auf Siedlungsgrenzen von Völkern, auf das auch der IS in seiner Propaganda Bezug nimmt (vgl. ◢Konstruktion eines Staates).

 

Barzanis Ansicht nach glaubt inzwischen niemand mehr in der internationalen Gemeinschaft, dass der Irak und Syrien in ihren alten Grenzen wiederhergestellt werden, auch wenn sich Politiker nach außen hin anders äußern. Die Realität, so Barzani, habe das Modell der „erzwungenen Koexistenz“ falsifiziert. Dass müssten auch Diplomaten akzeptieren, selbst wenn sie sehr konservativ seien. Deshalb fordert der Kurdenführer andere Staaten dazu auf, ein neues Abkommen zu schließen, mit dem die Grenzziehung im Nahen Osten neu geregelt wird.

Die Kurden wissen genau die Tatsache, dass der Weg zu Unabhängigkeit von Kurdistan ist nicht leicht, voll mit Dornen und Pannen, aber die Freiheit ruft uns und genau deshalb, die Kurdische Regierung, nach dem alle Bemühungen mit der Zentralregierung in Bagdad, gescheitert sind, bereitet die Bewohner von Autonomie Gebiet von Kurdistan in den nächsten Monaten zum Referendum über Unabhängigkeit vom Irak.

Linz.08.05.16

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Produziert am:
08. Mai 2016
Veröffentlicht am:
08. Mai 2016
Thema:
Politik Gesellschaftspolitik
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RedakteurInnen:
Dr. Alan Kader, Herr. Shivan Adam
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Alan Kader
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