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Salzberg Hallstatt

Über den vorgeschichtlichen Salzbergbau in Hallstatt sind wir gut unterrichtet, da durch den neuzeitlichen Vortrieb „Heidnisches Gebäu“ angefahren wurde. Die erste archäologische Untersuchung unter Tage wurde im Jahre 1849 durchgeführt. Der Bergmeister Johann Georg Ramsauer ließ ein Spritzwerk einrichten, mit dem erklärten Ziel, prähistorische Funde zu sichern. Ramsauer beobachtete schon seit einigen „Jahren das Vorkommen des grünspatfärbigen Salzes“ woraus er auf das Vorhandensein von „Bronz/antiken Gegenständen“ schloss, welche sich dann auch tatsächlich fanden.

Allgemein wird angenommen, daß bereits um 1000 v. Chr. am Hallstätter Salzberg, etwa 500 Höhenmeter über dem Ortsteil Hallstatt-Markt, ein geregelter Bergbau eingesetzt hat. Die steilen Schrägschächte von geringer Höhe, sehr breit und tief vorgetrieben, gleichen jenen des salzburgischen Mitterbergs, wo bereits zuvor Kupfer gewonnen wurde. Aus diesen Anlagen, der sogenannten Nordgruppe, förderte man Haselgebirge jeglicher Größe.

Von den Fundstellen der Ostgruppe – waagrechte Stollen, bei denen hauptsächlich die Firste bearbeitet wurden – förderte man vom achten vorchristlichen Jahrhundert an nur Brocken bestimmter Größe in genormter Arbeitsweise . Die bekannten herzförmigen Abbaufiguren sind als realer Befund im Stügerwerk erhalten. Nachdem ein Bergrutsch im vierten Jahrhundert v. Chr. die Grubenanlagen zerstört hatte, verlor Hallstatt seine Vormachtstellung in der Salzerzeugung Ab diesem Zeitpunkt fehlen verlässliche Zeugnisse.

Erst im Mittelalter setzte wieder eine geregelte, auf Handel abzielende Salzproduktion ein. Die entscheidende Verbesserung des Salzbergbaues, salzführende Gesteinsschichten stollenmäßig aufzuschließen und Werke anzulegen, lässt sich seit dem 12. Jh. nachweisen. Das in das Werk eingekehrte Süßwasser reichert sich bis zur Sättigung mit Salz an. Die so gewonnene Sulze wurde geschöpft, über den Sulzstrenn an Tag geleitet und dort versotten.

Die erste Hallstätter Grubenvermessung wurde 1523 durchgeführt. Den Markscheidern war die maßstäbliche Darstellung noch unbekannt, die Strecken wurden auf dem zugefrorenen See im Maßstab 1:1 aufgetragen. Erst in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts wurde im Kammergut das „Auftragen der Schinzüge im verjüngten Maße“ bekannt.

Um die Zeit des ersten Reformationslibells von 1524 war die Salzproduktion bereits so stark im Ansteigen begriffen, daß eine zweite, dauernd betriebene Pfanne aufgestellt wurde. Wegen Holzmangels wurde diese Pfanne 1615 wieder aufgelassen. Die überschüssige Sole gelangte über den Sulzstrenn seit 1596 von Hallstatt nach Ischl und ab 1607 bis zur Sudhütte in Ebensee.

Diese vierzig Kilometer lange Pipeline bestand ursprünglich aus etwa 13.000 durchbohrten Lärchenstämmen mit gleichmäßigen Zopfstärken. Die Strennleute hatten lange Nager in mehreren Kalibern zum Vor- und Nachbohren zur Verfügung. Um die satten Steckverbindungen „Manndel in Weibel“ herzustellen, standen Flachhobel und Konusschneider in Verwendung. Einen wichtigen Rationalisierungseffekt bewirkte um die Mitte des 16. Jahrhunderts die Einführung der „Ablasswerker“ . Die Sulze wurde nicht mehr in Bulgen aufgehaspelt , sondern mittels eines Ablassrohres in die nächst tiefere Hauptschachtricht und von dort an Tag geleitet.

Ab etwa 1770 wurde für den Streckenvortrieb Sprengpulver verwendet, welches vom Artillerie-Distriktskommando in Linz bezogen wurde. Die Anfertigung von Sprengbohrlöchern wurde noch bis etwa 1850 im Handbetrieb durchgeführt.

Die technischen Errungenschaften des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts und des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts, wie etwa Verbrennungsmotore und elektrische Energie, gelangten in den Bereichen Vortrieb und Förderung zur Anwendung.

1942 wurde eine Materialseilbahn von Hallstatt-Lahn zum Salzberg-Hochtal, wo bis 1957 die Salzbergarbeiter von Montag bis Samstag kaserniert waren, errichtet.

Seit 1957 wird der gesamte Bergbaubetrieb vom Tal aus betrieben, wobei die Verbindung zwischen den 1947 angeschlagenen Erbstollen auf etwa 500 m Seehöhe und den Horizonten im Salzberg Hochtal auf bis etwa 1000 m Seehöhe durch den Beust Schacht gegeben ist.

„Die restriktive Personalpolitik bei laufend steigender Produktion verlangt die Einführung personalsparender Methoden“ wie etwa die Bohrloch-Solegewinnung, sodaß auch im Bereich der Salzproduktion in absehbarer Zeit weitgehend automatisierte Verfahren zur Anwendung gelangen werden.