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Ein Kommentar zum schwarz-blauen Arbeitsübereinkommen in Oberösterreich

(gelesen von Sarah Praschak)

Na jetzt haben wir den Ballawatsch beieinander in Oberösterreich. Ein schwarz-blaues Arbeitsübereinkommen – und das wohl ganze sechs Jahre lang. Auf was man sich da wohl gefasst machen muss ist auf der Website der FPÖ-Oberösterreich nachzulesen: „Im Arbeitsübereinkommen“ heißt es da, „ist weiters bereits angekündigt, dass die ‚Schulsprache Deutsch‘ Eingang in die Hausordnung diverser Bildungseinrichtungen finden soll. Somit könne sichergestellt werden, dass auch in den Pausen sowie auf dem gesamten Schulareal deutsch gesprochen wird.“ (Zitat Ende).

Die schwarz-blaue De-facto-Koalition hat sich also darauf geeinigt den Schülerinnen und Schülern an Oberösterreichs Schulen vorzuschreiben in welcher Sprache sie in der Pause miteinander zu unterhalten haben. Für dieses a. menschenrechtswidrige und b. verfassungswidrige Ansinnen haben sie von den Medien auch schon ihre verbalen Watschen kassiert.

Hans Rauscher spricht im Standard von einem idiotischen und bösartigem Geistesprodukt das nur „bornierten Rechten“ und „demoralisierten Christdemokraten“ einfallen könne.

Wenn wir nun freundlicherweise davon ausgehen, dass die Verhandler und Formulierer beiden Parteien nicht der geistigen Umnachtung anheimgefallen sind, dann drängt sich die Frage auf: Was soll das? Was wollen die damit?

Will die FPÖ ihren Wählerinnen und Wählern zeigen, dass sie -wenn man sie nur machen liese wie sie wollten – bereit wären die Menschenrechte zu missachten und die österreichische Verfassung zu brechen, nur damit auf den Schulhöfen ausschließlich Deutsch gesprochen wird? In einem Land in dem – und dass muss man sich auch immer wieder ins Gedächtnis rufen – in einem Land das offiziell 4 Amtssprachen hat.

Und was will die ÖVP, die ja dieses Papier ebenfalls unterzeichnet hat, uns damit sagen? Das sie Demokraten sind? Weil – wie Michael Kölmair einmal meinte – es in der Demokratie jedem freistehen müsse auch ein hohle Nuss zu sein? Will uns die ÖVP zeigen, dass sie so radikaldemokratisch ist, dass nicht nur jeder eine hohle Nuss sein dürfe, sondern hohle Nüsse auch regieren sollten? Quasi als primus inter pares. Ups – das war jetzt Ausländisch. Als „Erster unter Gleichen“ wollte ich sagen.

Wir werden es, liebe Hörerin, lieber Hörer, nicht erfahren. Es ist mir auch Conchita, was mir ÖVP und FPÖ mit dieser durchgeknallten Aktion vermitteln wollen und ob sie sich dümmer stellen als sie sind oder nicht. In meinem Kopf spukt ein anderer Gedanke. Die oberösterreichische Regierung hat sich spätestens mit diesem Arbeitsübereinkommen zwischen ÖVP und FPÖ zur Lachnummer der Nation entwickelt. Und sie reißen in der öffentlichen Wahrnehmung gleich das ganze Bundesland mit. Oberösterreich wird forthin als das Land der hinterwäldlerischen Dödl betrachtet werden. Als der Flecken von Österreich, den man eigentlich fluten sollte um endlich auch hier ein Binnenmeer zu haben. Oberösterreich als das Bundesland über das man nicht ersthaft sprechen kann weil man entweder vor Scham versinken müsste oder einen Lachanfall bekäme.

Oberösterreich, verehrte Hörerin, verehrter Hörer, ist das neue Kärnten. Weit haumas brocht!

Lei Lei.

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FROzine Zu hören auf Radio FRO 105,0
Produziert am:
28. Oktober 2015
Veröffentlicht am:
28. Oktober 2015
Ausgestrahlt am:
27. Oktober 2015, 16:00
Thema:
Politik Bildungspolitik
Sprachen:
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RedakteurInnen:
Andi Wahl
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Andreas Wahl
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