• eigentumfeministischdurchdacht
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Am 29.04.2015 fand der letzte Veranstaltungsabend der VHS-Vortragsreihe zum Thema Eigentum statt, diese sollte eine kritische Sicht auf die gesellschaftliche Institution eines umfassenden Herrschaftsrechts eröffnen.

Dr.in Friederike Habermann sprach über „Eigentum feministisch durchdacht: Von Care über Commons zur Ecommony“.

Anmod (nicht im Beitrag enthalten!).: Die deutsche Ökonomin und Historikerin Friederike Habermann hat an der freien Universität Berlin promoviert und beschäftigt sich seit Jahren mit feministischer Ökonomie, seit 1980 ist sie bereits in sozialen Netzwerken aktiv und sie hat auch einige Bücher zum Thema verfasst (z.B. Halbinseln gegen den Strom). Am 29. April 2015 hat sie einen Vortrag mit dem Titel „Eigentum feministisch durchdacht – Von Care über Commons zur Ecommony“ im Linzer Wissensturm gehalten. In diesem spricht sie über den englischen Begriff ´Care´, welcher übersetzt für „Versorgung, Betreuung, Aufmerksamkeit steht und nimmt statt des Profits das Wohl der Menschen in den Blick. Mit dem Fokus auf CARE lässt sich die ganze Wirtschaft neu denken, so Friederike Habermann, so auch auf der Grundlage von ´Commons´. Mit ´Ecommony´ beschreibt sie gegenwärtige Tendenzen einer Commons-based Peer Production in Ansätzen anderen Wirtschaftens, basierend auf den Hauptprinzipien „Besitz statt Eigentum“ und „Beitragen statt Tauschen“. Hiermit verbindet sie die Vision eines nichtkapitalistischen gesamtgesellschaftlichen Wirtschaftens, das auf „struktureller Gemeinschaftlichkeit“ statt auf dem „strukturellen Hass“ der Konkurrenz beruht. Wir hören heute also einen kurzen Zusammenschnitt aus dem Vortrag von Friederike Habermann unter dem Titel „Eigentum feministisch durchdacht“. Doch was heißt das eigentlich genau? Feminismus ist ja nur der Überbegriff für etliche frauenpolitischen Bewegungen.

Die Sufragetten forderten im 19.Jh gleiche Chancen und Zugänge für Frauen, was bis heute als wesentlicher Teil sämtlicher feministischer Strömungen bezeichnet werden kann, Stichwort liberaler Feminismus. Weiters gibt es zum Beispiel auch den sogenannten Eco-Feminism, hier werden ökologische Fragen und Anliegen mit feministischer Analyse verbunden. Und natürlich gibt es auch feministische Strömungen, welche nicht aus der bürgerlichen, sondern aus der Arbeiter*innenbewegungen entstanden, dies wird als Marxistischer Feminismus bezeichnet. Der sogenannte Differenzfeminismus bezeichnet widerum eine feministische Strömung, welche von einem natürlichen Unterschied zwischen Mann und Frau ausgeht. Ein besonderes Augenmerk wird hier auf die Reproduktionsfähigkeit der Frau gelegt, der Frau werden hiermit besondere Fähigkeiten wie z.B. Fürsorge, Muttergefühle und Kommunikationsfähikeit zugesprochen. Die bestehenden Unterschiede führen in der Differenztheorie zu einer eigenen Entwicklung von Frauen, die nur geschehen kann, wenn Frauen unter sich sind. Es sollen also `Freiräume` für Frauen geschaffen werden, wie z.B. Frauencafes, Frauenräume, etc. Und natürlich spielt auch die sogenannte Queer-Theorie im Feminismus immer wieder eine wichtige Rolle, da diese generell den Zusammenhang von biologischem Geschlecht (engl. sex), sozialen Geschlechterrollen (engl. gender) und sexuellem Begehren (engl. desire) kritisch untersucht.

Friederike Habermann ging in ihrem Vortrag insbesondere auf den Blickwinkel des Eco-Feminism ein und betonte vor Ort ebenso, dass die kategorischen Unterschiede im Feminismus heute bei weitem weniger Rolle spielen würden als früher. Die gemeinsame Diskussion trete mehr in den Vordergrund. Man könne aber natürlich durchaus Gemeinsamkeiten eines feministischen Diskurses ausmachen, was Friederike Habermann vor Ort anhand zweier Punkte aufzeigte.

– Beitrag (23:23 min)

Abmod (auch nicht im Beitrag vorhanden).: Weiters betonte Friederike Habermann vor Ort, dass es keinen Bereich mehr gäbe, in welchem wir auch nur ansatzweise alles wissen könnten. Dies führe dazu, dass wir in unseren Tätigkeiten auch immer von unserem Umfeld abhängig seien, z.B. wenn wir darauf angewiesen sind, auf das Wissen von Anderen zuzugreifen. Und ebendiese Tatsache, so Habermann, könne man durchaus als positiv sehen bzw. positiv besetzen. Ich bin immer geprägt durch mein Umfeld und präge bzw. gestalte dieses auch selbst mit. Es kann also auch durchaus der gegenseite Austausch in den Vordergrund gestellt werden.

Das waren jetzt Ausschnitte aus einem Mitschnitt der VHS, zu hören war Friederike Habermann, welche kürzlich im Wissensturm über „Eigentum feministisch durchdacht: Von Care über Commons zur Ecommony“ referierte. Ihr Buch „Halbinseln gegen den Strom: Anders leben und wirtschaften im Alltag“ ist Juli 2009 im Ulrike Helmer Verlag erschienen. Eine längere Version ihres Vortrages könnt ihr unter cba.fro.at/286655 nachhören.