• in_memoriam_gregor_und_peter
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Morgen vor 20 Jahren, am 11. April 1995 starben Gregor und Peter beim Versuch, einen Strommasten bei Ebergassing zu sprengen. Der Strommast trug 380-kV-Leitungen, die vor allem dem Atomstromtransit von Osteuropa in Richtung Frankreich und Italien dienten. Dagegen kämpften mit anderen Mitteln auch Bürger_inneninitiativen und andere Umweltschützer_innen. Gregor und Peter dürften versucht haben, einen 100-kg-Sprengkörper am Masten anzubringen. Durch das Magnetfeld der Stromleitung kam es zu einer unerwarteten Selbstzündung. Erst acht Tage später wurden die Leichen von Gregor und Peter gefunden.

Es folgte eine mediale Inszenierung einer Bedrohung durch linken Terrorismus, die vom mörderischen rechten Terrorismus jener Tage ablenkte. Zwei Monate zuvor waren vier Menschen bei einem Anschlag der rechtsextremen Bajuwarischen Befreiungsarmee bei der Roma-Siedlung in Oberwart ermordet worden. Die letzte Briefbombenserie der Bajuwarischen Befreiungsarmee lag gerade mal ein halbes Jahr zurück.

Bei dem linken Anschlagsversuch auf den Strommasten bei Ebergassing wurden keine unbeteiligten Personen gefährdet. Dennoch reagierten die Behörden mit rund 200 Verhören und 40 Hausdurchsuchungen, unter anderem im EKH. Die Freiheitlichen konstruierten ein Netzwek des linksextremen Terrorismus, um die gesamte linke Szene zu kriminalisieren. Das EKH und die Alternativzeitschrift TATblatt wurden im Zentrum des vermeintlichen Terrornetzwerks angesiedelt. Eine zwei Mal geleistete Spende des damaligen Innenministers an das TATblatt wurde von den Freiheitlichen aufgedeckt, um den von ihnen ungeliebten Minister abzuschießen. Unzähligen linken und später auch feministischen Initiativen und Zeitschriften wurden Subventionen gestrichen. AMS-Fördermaßnahmen wurden umgebaut und gestrichen. Eine Distanzierungswelle von allen Initiativen, welche von den Freiheitlichen als gewalttätig denunziert wurden, spaltete die linke Szene.

Gregor und Peter waren vor dem Anschlag jahrelang in der autonomen Szene, in antimilitaristischen Zusammenhängen, bei Hausbesetzungen und auch Umweltaktivitäten aktiv gewesen. Ihr Tod war für viele Freund_innen ein schmerzlicher Verlust.

 

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