• gf_2015-02-01_WH
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In der heutigen genderfrequenz bringen wir zwei Beiträge, die nicht nur Gender Normen hinterfragen. Außerdem gibt es wieder den „Feministischen BücherDenkRaum“.

Am 14. Jänner hat Sarah Diehl ihr Buch „Die Uhr, die nicht Tickt. Kinderlos glücklich“ im KPÖ Bildungsverein vorgestellt. Den Mitschnitt ihres Vortrags gibt es heute zu hören.

„Unverrückbar steht die Front zwischen Müttern und Nicht-Müttern. Dabei kann eine Frau heute frei zwischen verschiedenen Lebensmodellen wählen. Dennoch dominiert in unserer Gesellschaft noch immer die Vorstellung, dass potentiell alle Cis-Frauen¹ den Kinderwunsch in sich tragen. Kein Kind zu wollen, gilt als unnatürlich, egoistisch oder feige. Sarah Diehl, Mitte 30 und selbst kinderlos, hat Cis-Frauen interviewt, die freiwillig keine Mütter sind. Ihr Buch ist das überfällige Plädoyer für eine vorurteilsfreie und zeitgemäße Einstellung zu Mutterschaft.“

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¹ Anmerkung der Redaktion: Im Originalzitat wird von „Frauen“ gesprochen. Wir halten die Bezeichnungen „Cisgender“, „Cis-Frau*“ oder „Cis-Mann*“ für angemessen, um auf die normativ Setzung hinzuweisen: https://de.wikipedia.org/wiki/Cisgender

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Für den „feministischen BücherDenkRaum“ hat Sabine eine „Klassikerin“, passend zu Sarah Diehl’s Buch, ausgegraben: „Frauen, die sich keine Kinder wünschen. Eine liebevolle Annäherung an die Kinderlosigkeit“, herausgegeben von Barbara Neuwirth. Dieser Reader ist bereits 1988 erschienen und zeigt, dass das Thema „freiwillige Kinderlosigkeit durchaus mit einer gewissen Kontinuität bereits seit ein paar Jahrzehnten zur (feministischen) Debatte steht.

http://www.frauenservice.at/bildung/feministischer-denkraum

Und es gibt ein Interview mit Cecilia Åsberg, der Leiterin des Gender Studies Institutes der Linköping Universität in Schweden. Årsbeg’s Forschungsschwerpunkte sind unter anderem Feminist theory und Posthuman ethics and feminist posthumanities. Sie spricht im Interview über die Illusion, dass „der Mensch“ der Maßstab aller Dinge sei. Außerdem fasst Årsbeg ihren Votrag* „Bodies Out of Order: Transcorporeal Encounters, Feminist Science Studies, and Ethics of the Posthumanities“ zusammen und behandelt dabei Bakterien, Genome und feminist posthuman ethics.

„Bodies are not what they used to be. Life after the Life Sciences takes on new forms, teach us new words, like epigenetics, neuroplasticity and translational medicine, while also evidencing a highly ambivalent form of “transcorporeality” (Stacy Alaimo) that is not new at all, but was there all along. Perhaps we are slowly awakening from a modern illusion that kept nature from culture, human from animal, technical from biological, and word from world. Less divided, more differentiated. In that case, we need to recalibrate and reinvent our analytical tools, including the category of gender – perhaps even change our conversational habits across the arts and sciences. When we are always already becoming with others, with the world, the posthuman ethics of entanglement entails both responsibilities, opportunities and limitations.“ (Cecilia Åsberg)

Das Interview führte Jerneja Zavez, Redakteurin bei FROzine, dem Infomagazin von Radio FRO, Linz.

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*Cecilia Åsberg hielt ihren Vortrag am 15. Jänner 2015 an der Johannes Kepler Universität in Linz im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe „Shifting Patterns, Shifting Gender Norms in Science and Engineering“. Organisiert wurde die Vortragsreihe vom Institut für Frauen- und Geschlechterforschung (JKU Linz).

 

Die Musik stammt von der Riot Grrrl Berlin Compilation No 3: http://riotgrrrlberlin.tumblr.com/grrrlcompilations