• 37 Requiem
    57:00
  • MP3, 256 kbps
  • 104.66 MB
Diese Datei enthält urheberrechtlich geschütztes Material Dritter und kann daher nicht heruntergeladen werden.

37. Sendung (Erstausstrahlung: Jänner 2012)

Requiem ­- Nachrufe auf die Toten von 2011

In dieser sog. Nachrufs-Sendung gedenken wir der im letzten Jahr zahlreich verstorbenen Jazzmusiker/-innen, darunter so Legenden wie Johnny Raducanu (1931-2011), Bosko Petrovic (1935-2011), György Szabados (1939-2011), Gil Scott-Heron (1949-2011) und Joe Lee Wilson (1935-2011) oder der ehrwürdige Altmeister George Shearing (1919-2011), dem wir­ übrigens unsere swingende Signation Lullaby of Birdland verdanken, und die beiden Giganten Ray Bryant (1931-2011) und Frank Foster (1928-2011). Das Jahr war auch ein harter Schlag für Liebhaber des Progressive Jazz und Third Streams, denn neben den beiden betagten Big-Band-Arrangeuren des  Stan-Kenton-Orchesters, der aus Sizilien stammende Pete Rugolo (1915-2011) und der in seiner Wahlheimat Neuseeland kürzlich verstorbene Russell Garcia (1916-2011) ist auch der namhafte französische Komponist, Arrangeur und Jazztheoretiker Andrè Hodeir (1921-2011) in Paris unlängst von uns gegangen sowie die Sängerin Christine Legrand (1930-2011), die Schwester von Michel Legrand. Noch ein ganz großer Jazzer ist von uns gegangen: Kurz vor Weihnachten starb Bob Brookmeyer (1929-2011), der einsame Star unter den Ventilposaunisten und Big-Band-Arrangeuren. Ein schmerzlicher Verlust für den deutschen Nachkriegs-Jazz war der Tod von Wolfang Lauth (1931-2011), dessen Kompositionen eine originelle und durchaus zeitgemäße Verschmelzung von Jazz und Barock (J.S. Bach) waren. Etwas unerwartet ist auch der angesehene britische Pädagoge und Bandleader Graham Collier (1937-2011) in seiner Wahlheimat Kreta verstorben, sowie seine beiden Landsleute Gordon Beck (1936-2011) und Michael Garrick (1933-2011). In Berlin verstarb der Exil-Amerikaner Walter Norris (1931-2011) und der grenzgängerische Free-Jazz-Geiger Billy Bang (1947-2011). Ebenso plötzlich starb der Drummer und Bandleader Paul Motian (1931-2011), der legendäres Mitglied im wegweisenden Klaviertrio von Bill Evans war und danach langjähriger Partner von Keith Jarrett und Charlie Haden. Auch der österreichische Veteran Erich Bachträgl (1944-2011) zählte zu den renommiertesten Schlagwerkern/Professoren in Europa und hinterlässt durch seinen frühen Tod eine große Lücke in der österreichischen Jazzausbildung. Weiters verstarben der holländische Pianist Frans Elsen (1934-2011) und der dänische Trompeter Jens Winther (1960-2011), die wir in dieser Würdigung erwähnen. Zeitmangel in dieser einstündigen Sendung hindert uns, uns eingehender und ausführlicher mit den weniger bekannten und inzwischen auch vergessenen Jahrestoten: Bill Triglia (1924-2011), Don Ferrara (1928-2011), Snooky Young (1919-2011), Al (“Blues Brother“) Rubin (1943-2011), Erling Kroner (1943-2011), Piet Noordijk (1932-2011), François Cahen (1944-2011), Ernest Mothle (1941-2011), Joe Morello (1928-2011), Eddie Marshall (1938-2011), Bess Bonnier (1928-2011) zu beschäftigen, obwohl wir dies in einigen Fällen bei anderer Gelegenheit nachholen werden. (PS: Redaktionsschluss dieser Sendung war der 18. Dezember 2011).

Musikbeispiele:

Lennie Tristano: Requiem (Lennie Tristano), rec. 1955
George Shearing: Enchanted (George Shearing) mit Montgomery Bros., rec. 1961
Ray Bryant Trio: Autumn Leaves (Joszef Kosma/Johnny Mercer), rec. 1960
Frank Foster: Out Of Nowhere (Johnny Green/Edward Heyman), rec. 1954
Bosko Petrovic/Neven Franges: With Pain I Was Born (Bosko Petrovic), rec. 1985
Johnny Raducanu: Flageolette (Johnny Raducanu), rec. 1976
Wolfgang Lauth Quartett: Go (Wolfang Lauth), rec. live beim Jazzfestival Frankfurt/Main 1956
György Szabados Trio: Tánczene [Tanzszene] (György Szabados), rec. 1983
Graham Collier: Down Another Road (Graham Collier), rec. 1969
Gil Scott-Heron: All-Us-We (Brain Jackson/Gil Scott-Heron), rec. 1974
Joe Lee Wilson: Jazz Ain‘t Nothin‘ But Soul (Norman Mapp), rec. 1974
Michael Garrick Trio: Fairies Of Oneiros (Michael Garrick), rec. 1965
Gordon Beck (solo piano): I Love Paris (Gordon Beck/J.M. Salhani), rec. 1984
André Hodeir: Paradoxe II (André Hodeir), rec. 1957 (live Donaueschingen)
Russell Garcia Octet: Smogville (Russell Garcia), rec. 1955
Bob Brookmeyer: Arrowhead (Jim Hall), rec. 1957
Paul Motian: Ch‘I Energy (drum solo), rec. 1972
Walter Norris (solo piano): A Child Is Born (Thad Jones), rec. 1980

Gestaltung & Am Mikrofon: Helmut Weihsmann
Tontechnik & Produktion: Gernot Friedbacher