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Wegstrecken 204, 29. April 2014

Diesmal in der Sendung, vor dem Hauptbeitrag (von Lambach….) eine breit gefächerte Meldungsmixtur, beginnend mit einer Meldung des Verkehrsclub Österreich zur Lärmbelastung durch Verkehr in OÖ:

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VCÖ-Medieninformation
VCÖ-Kommunikation, Mag. Christian Gratzer

OÖ | Verkehr | Lärm | Gesundheit | VCÖ

(ttl) VCÖ: Verkehrslärm beeinträchtigt jeden 4. Oberösterreicher
(utl) VCÖ: Kfz-Verkehr größter Lärmerreger – dauerhafter Lärm macht krank

VCÖ (Wien, 29. April 2014) – Dauerhafter Verkehrslärm macht krank, macht der VCÖ anlässlich des morgigen internationalen Tages gegen Lärm aufmerksam. Eine aktuelle VCÖ-Analyse von Daten der Statistik Austria zeigt, dass rund 326.000 Oberösterreicher über 15 Jahre durch Verkehrslärm beeinträchtigt werden. Die mit Abstand größte Lärmquelle ist der Kfz-Verkehr. Der VCÖ tritt zum Schutz der Bevölkerung für mehr Verkehrsberuhigung und für verstärkte Maßnahmen gegen den wachsenden Lkw-Transit ein.

In Oberösterreich fühlen sich rund 326.000 Menschen über 15 Jahre durch Verkehrslärm in ihrem Wohnumfeld beeinträchtigt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Der Kfz-Verkehr wird als größter Lärmerreger erlebt: 267.000 Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher werden in ihrem Wohnumfeld durch den Lärm von Autos, Lkw, Bussen, Motorrädern und Mopeds beeinträchtigt.

„Verkehrslärm ist ein großes Gesundheitsproblem. Dauerhafte Lärmbelastung macht krank“, verweist VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek auf medizinische Studien im In- und Ausland. Das Herzinfarktrisiko ist entlang von stark befahrenen Straßen deutlich höher als in ruhigen Gebieten. Auch das Schlaganfallrisiko steigt. Schlafstörungen, Bluthochdruck und mangelnde Konzentrationsfähigkeit sind weitere Folgen von dauerhaftem Lärm. Eine dauerhafte Lärmbelastung von 65 Dezibel und mehr gelten als gesundheitsschädlich. Der VCÖ weist darauf hin, dass viele stark befahrene Straßen eine Belastung von über 75 Dezibel aufweisen.

„Der nun wieder zunehmende Lkw-Verkehr erhöht die Lärmbelastung. Je mehr Lkw und je schneller sie fahren, umso größer die Belastung für die Anrainer“, erklärt VCÖ-Expertin Urbanek. Zwar gibt es in Österreich seit dem Jahr 1996 ein Nachtfahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen, doch sind Fahrzeuge, die als „lärmarm“ gelten, ausgenommen. Und mittlerweile fallen fast alle Lkw in diese Kategorie. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um die Belastungen durch den Lkw-Transit zu verringern.

Viele Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher leiden auch unter dem Lärm von Mopeds und Motorräder. Bei Mopeds gibt es mit E-Mopeds bereits eine leise Alternative. „Wenn herkömmliche laute Mopeds durch E-Mopeds oder auch Elektro-Fahrräder ersetzt werden, verringert sich die Lärmbelastung. Insgesamt braucht es im wahrsten Sinn des Wortes mehr Verkehrsberuhigungsmaßnahmen“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest. Wenn beispielsweise kurze Strecken mit dem Fahrrad statt dem Auto zurückgelegt werden, verbessert das nicht nur die eigene Fitness, sondern verringert auch den Verkehrslärm. Auch deshalb ist die weitere Verbesserung der Bedingungen zum Radfahren wichtig, so der VCÖ.

Auch mit Tempolimits kann der Lärm verringert werden. Durch ein Tempolimit von 30 statt 50 km/h kann die Lärmbelastung um fünf Dezibel gesenkt werden: Schon eine Verringerung um drei Dezibel wird als Halbierung des Verkehrs wahrgenommen. Dasselbe gilt für Tempo 80 statt 100 km/h. „Langsamer ist leiser. Die Zeitverzögerung durch niedrigere Tempolimits ist in Summe gering, für die Anrainer ist es aber ein großer Gewinn an Gesundheit und Lebensqualität“, so VCÖ-Expertin Urbanek.

Der Verkehr ist das mit Abstand größte Lärmproblem in Oberösterreich, wie die VCÖ-Analyse zeigt. An zweiter Stelle liegen zu laute Nachbarn, die für 51.500 ein Ärgernis sind. Rund 13.500 Personen werden von Baustellenlärm belästigt. In Summe werden rund 431.000 Personen in Oberösterreich in ihrem Wohnbereich durch Lärm beeinträchtigt.

Verkehrslärm ist größtes Lärmproblem in Oberösterreich (Hauptquelle für Lärm im Wohnbereich – Anzahl Personen über 15 Jahre)

Verkehrslärm: 326.000

Nachbarwohnung: 51.500

Baustellen: 13.500

Freizeit / Tourismus: 6.500

Lokale: 4.500

Andere Betriebe: 17.500

Sonstiges: 11.500
Summe: 431.000
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

Die Verkehrslärm-Statistik im Detail:

Kfz-Verkehr ist größter Lärmerreger in Oberösterreich (Hauptursache von Verkehrslärm im Wohnumfeld)

Kfz-Verkehr: 267.000

Straßenbahn: 23.000

Eisenbahn:  21.500

Flugverkehr: 14.500

Summe: 326.000
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

www.vcoe.at

(Dass die Straßenbahn bei nur zwei Städten mit Straßenbahnbetrieb – Linz und Gmunden – und insgesamt vier – in Worten: vier – Straßenbahnlinien stärker als Lärmerregerin wahrgenommen wird als Bahnstrecken mit teils hohem Anteil an Güterverkehr, hat mich überrascht. Im nachhinein fallen mir dazu zwei Belange ein: die jahrelangen Beschwerden von BewohnerInnen der relativ beengten Kuferzeile in Gmunden, denen vor einigen Jahren mit schalldämmenden Maßnahmen im Gleisbereich begegnet wurde. Eine gleichartige Konstellation (dermaßen beengte räumliche Verhältnisse, Gleisbögen, Beginn der Steigung, ältere Fahrzeuge) wie in der ein paar Hundert Meter langen Kuferzeile gibt es in Linz nicht, dafür allerdings andere „Schwachstellen“ hinsichtlich größerer Lärmentwicklung im Fahrbetrieb, z.B. im Bereich des Musiktheaters, wo die Straßenbahnen im Bogen und in der Steigung bzw. im Gefälle vom und zum Hauptbahnhof unterwegs sind. Oder am Hinsenkampplatz bzw. bei der Biegung, die früher, mit den alten Garnituren, vor allem mit den Zweiachsern, noch wesentlich geräuschintensiver befahren wurde. Auch der Gleisbogen von der Ferihumerstraße zur Linken Brückenstraße mit Kreuzungsstück der Verbindungsbahn ist „nicht ohne“. Insgesamt ist die Linzer Straßenbahn, auch im Bereich dichter Besiedlung relativ lärmarm.

Eine weitere Assoziation:  Proteste von BewohnerInnen von Linz-Pichling gegen die geplante Streckenführung der Verlängerung der Straßenbahnlinie 2 zum Pichlingersee, die auch mit Befürchtungen über „Lärm“ begründet wurden. Bei allem Wissen, auch aus eigener Erfahrung, über die Subjektivität von Lärmempfinden, habe ich damals Letzteren u.a. Autolastigkeit oder kurzsichtiges Denken, auch im Sinne des Floriani-Prinzips unterstellt, schließlich ist Pichling, auch durch die Verlegung der ÖBB-Haltestelle in Richtung See, mit Öffentlichen Verkehrsmitteln keineswegs ausreichend erschlossen.)

Zugunglück in der DR Kongo: Aus: Spiegel Online 23.04.2014 http://www.spiegel.de/panorama/dutzende-tote-bei-zugunglueck-im-kongo-a-965833.html

Der Diesel-Schmäh (niedrige Stickoxidwerte durch realitätsferne Tests): 26. April 2014 09:26, Onlineausgabe Süddeutsche Zeitung, siehe:

 www.sueddeutsche.de/auto/trotz-euro-abgasnorm-maer-vom-sauberen-diesel-1.1942581

 

Transportwege Obstsalat: interessante Studie von Barbara Aichinger, einer Absolvention der Meisterschule für Kommunikationsdesign, Linz:

http://mkd.at/13/mkd.php?cat=a&filter=alle&det=0

 

Thayatal: Engagierte BürgerInnen kämpfen gegen den Schwerverkehr und für die Wiedererrichtung der Thayatalbahn, siehe

 http://www.verkehrsforumw4.at/

Ybbstalbahn: wie sieht es mit der Museumsbahn bis Ybbsitz aus?    www.ybbstalbahn.at

Ein ausführlicher Artikel zur Demontage der Strecke zwischen Groß-Hollenstein und Gstadt findet sich online unter

http://www.airplay.at/Downloadcenter/Lok-Vogel%20100%20Die%20Ybbstalbahn.pdf

Wie weiter mit der Erzbergbahn? Die Zukunft der Museumsbahn ist gefährdet, siehe: www.erzbergbahn.at

 

Vorausschau auf die bis Mitte Oktober 2014 geplanten Baumaßnahmen auf Eisenbahnstrecken = Schienenersatzverkehre vor allem in OÖ

 

Und zuletzt ein komprimierter Reisebericht über Fahrten von Linz nach Gmunden über Vorchdorf-Eggenberg – unter Benützung zweier von Stern und Hafferl betriebenen Bahnen:

Von Lambach über Vorchdorf nach Gmunden

Wer mit der Eisenbahn von Linz nach Gmunden fährt, wird in erster Linie die „schnelle Variante“ – mit direkten Verbindungen bzw. Umsteigeverbindungen IC/R und REX über Attnang-Puchheim wählen.

Für Reisende, die etwas mehr an Zeit aufzubringen imstande sind, kommt jedoch auch der Schienenweg über Vorchdorf-Eggenberg in Betracht.

Bei diesem „Drei-Bahnen-Weg“ wird die Strecke von Linz Hbf bis Lambach mit R und REX der ÖBB zurückgelegt. Ab Lambach fährt man – ebenfalls auf normalspurigem Gleis – über Stadl-Paura und Wimsbach nach Vorchdorf, bis zum Bahnhof Vorchdorf-Eggenberg.

Dieser Fahrt mit der „Dschungeltramway“ (ich weiß nicht mehr, woher dieser Ausdruck stammt, möglicherweise von der längst verblichenen „Flocki“ alias Florianer Bahn) schließt sich, nach unkompliziertem Umsteigen, die Fahrt mit der Traunseebahn bis Gmunden an.

Auf dieser, ebenfalls von Stern und Hafferl betriebenen, Strecke in 1.000 m Spurweite gelangt man – u.a. mit niederflurigen Leihfahrzeugen der Innsbrucker Verkehrsbetriebe – über Kirchham, Eisengattern, Gschwandt und Engelhof nach Gmunden.

Momentaner Endpunkt ist Gmunden-Traundorf, die ehemalige Endhaltestelle Gmunden-Seebahnhof wird derzeit etwa 150 m entfernt neu als Zwischenhaltestelle auf dem Weg zum Klosterplatz errichtet und am 18. Juni 2014 in Betrieb genommen.

Bereits verschwunden sind die Gleise am „alten Seebahnhof“, dem früheren Endpunkt der ÖBB-Bahnlinie Lambach – Stadl-Paura – Steyrermühl – Laakirchen – Engelhof – Gmunden Seebahnhof. Diese Strecke war der Nachfolger des Südastes der Pferdeeisenbahn Budweis – Linz – Gmunden, die einstmals bis zum Gmundner Rathausplatz führte, wo beispielsweise Salz auf die Wagen verladen wurde.

Die künftige Stadt-Regio-Tram (ein Dank allen, die entgegen der gerade in Gmunden spürbaren Autolastigkeit dazu beigetragen haben, die Gmundner Straßenbahn vor der Einstellung zu bewahren und deren Hartnäckigkeit es zu verdanken ist, dass die schon sehr alte, aber durchaus zeitgemäße Vision der Verbindung von Traunseebahn und Gmundner Straßenbahn Wirklichkeit wird) wird über den Klosterplatz (nächste Ausbaustufe) und eine neu zu errichtende Traunbrücke über den Rathausplatz (den in einem ersten Schritt wieder die Straßenbahn erreichen wird) und den Trassenverlauf der Gmundner Straßenbahn bis zum Hauptbahnhof Gmunden führen. 

Abgesehen von der für genußvoll Reisende empfehlenswerten Annäherung an Gmunden und den Traunsee über das hügelige Voralpenland: Ein „Umweg“ – im Sinne einer größeren Entfernung – ist die Fahrt über Vorchdorf jedenfalls nicht, das Zentrum von Gmunden ist abgesehen von der Traunbrückenüberquerung auf angenehme Weise entlang des Sees zu Fuß zu erreichen. Bei Anreise über Attnang-Puchheim und Ankunft am „großen Gmundner Bahnhof“ benötigt man ja auch noch die Straßenbahn für den Weg ins Zentrum (der Fußweg ist hier zumindest bis zur Hst. Gmundner Keramik eher nicht zu empfehlen!).

Die Wegstrecken haben die Strecke über Vorchdorf nach Gmunden in den letzten Monaten einige Male bereist und dabei interessante Eindrücke gewonnen, so am Bahnhof Vorchdorf-Eggenberg, aber auch am Lambacher Bahnhof, wo immer noch einiges an Gütern zusammen kommt und ÖBB/Rail Cargo bzw. Stern und Hafferl auch im Verschub vorbildlich zusammenarbeiten.

In diesen Beitrag eingeflochten, kurz vor Schluss, ein paar Worte zu den Vorkommnissen bei den Wiener Linien, wo in jüngster Zeit einige gewalttätige Attacken auf Straßenbahn- bzw. Buspersonal bekannt wurden. Für einen richtigen Kommentar hat die zu dicht ausgefüllte Vorbereitungszeit – nicht nur für diese Sendung – nicht gereicht. Ob die vom Betriebsrat geforderte flächendeckende Video-Überwachung (in Fahrzeugen und auf betrieblichen Arealen) ein taugliches Mittel ist, wage ich zu bezweifeln. Natürlich ist es vordringlich, dem Personal Schutz angedeihen zu lassen, aber mit welchen Mitteln? Umbau aller alten Fahrzeuge, mit abgetrennten Kabinen für die WagenführerInnen? Wiedereinführung von SchaffnerInnen? 

Nächste Folge der Wegstrecken am 20.05., erneut zur Zukunft der Mühlkreisbahn, mit Ulrike Schwarz (LAbg. Grüne), Alois Hain (Initiative Zugkunft Mühlkreisbahn), Robert Schrempf (Fachjournalist).

Erich Klinger, 30.04.2014

Musik (cc): Sigi Maron – Panik; Feather Drug: feat. Tilia Weevers: Tilia’s Flower; Gust Maly – die neiche Freiheit; Feather Drug: Interlude et Ocean

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Produziert am:
29. April 2014
Veröffentlicht am:
29. April 2014
Thema:
Gesellschaft
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Erich Klinger
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Erich Klinger
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