• Wegstrecken201_18022014
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Regionalbahnen in NÖ und OÖ stehen diesmal im Mittelpunkt.

In Ausgabe 201 der Wegstrecken werden folgende Berichte zu hören sein:

 

Gemeinsamer Protest von Thayatalbahn- und Ybbstalbahn-AktivistInnen in Wien am 13.2.2014

Wiederum viele Menschen bei Kundgebung für Erhalt der Ybbstalbahn am 16.2. in Waidhofen/Ybbs – dazu auch eine Rückblende auf die Geschehnisse der letzten Wochen.

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/400-Buerger-nahmen-sich-fuer-Rettung-der-Ybbstalbahn-an-den-Haenden;art68,1309525

Während im Thayatal und Ybbstal darum gerungen wird, der bereits im Gang befindlichen Zerstörung von Infrastruktur (v.a. Gleisanlagen) Einhalt zu gebieten, geht es bei der Mühlkreisbahn um den längerfristigen Weiterbestand und Erhalt der Strecke.

Für den Erhalt der Mühlkreisbahn – als normalspuriger Eisenbahnstrecke bis Aigen-Schlägl – ist ungeachtet der Frage, ob die Eisenbahnbrücke erhalten bzw. ein Brückenneubau geplant wird, die Gewährleistung einer Verbindung zum übrigen Eisenbahnnetz wesentlich.

Die „Regio-Tram“, besonderes Liebkind der oö. Verkehrsplanung, wäre meines Erachtens nicht einmal in der ursprünglich geplanten Form – bis Rohrbach und mit besserem Anschluss der Bahn an den Ort – ein gleichwertiger Ersatz.

Da derzeit als Endpunkt Kleinzell – womit knapp die Hälfte der bestehenden Strecke und immer noch ein Drittel der geplanten „Regio-Tram“ wegfallen würde – realistisch(er) scheint, würde als einzig erkennbarer Vorteil die Möglichkeit einer umsteigefreien Verbindung ins Linzer Zentrum übrig bleiben, wofür sich die Gemeinden oberhalb von Kleinzell „schön bedanken“ würden.

Die Attraktivierung der bestehenden Eisenbahnstrecke könnte zudem wesentlich rascher und mit geringeren Einschränkungen für die Fahrgäste vor sich gehen, als bei einer Umspurung auf die „Regio-Tram“, vom wesentlich geringeren Kostenaufwand ganz abgesehen. Auch die angestrebten kürzeren Reisezeiten sind nicht von einer „Regio-Tram“ abhängig.

Zudem erscheint es mir nicht zweckmäßig, das vorhandene Potential einer an sich leistungsfähigen Eisenbahnstrecke – mit deren Vernetzungsmöglichkeiten im Eisenbahnnetz – aufzugeben.

http://kurier.at/chronik/oberoesterreich/muehlkreisbahn-das-land-ist-den-oebb-nie-auf-die-zehen-gestiegen/51.517.795 (Interview mit Robert Struger, bis 2009 für Regionalbahnen OÖ zuständig)

http://muehlkreisbahn.blogspot.co.at/

Die NÖVOG -NÖ Verkehrsorganisationsgesellschaft – gehört nicht zu jenen Unternehmen, die mir besonders sympathisch sind. Die Zerstörung von Infrastruktur (v.a. Gleisanlagen) auf Strecken, die im Dezember 2010 ins Eigentum der NÖVOG übergingen – konkret bei Thayatal- und Ybbstalbahn – ist für mich Ausdruck eines „Filzes“ aus eisenbahnfeindlicher Politik und verkehrspolitischer Dummheit, gepaart mit äußerst bedenklichem Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern, die andere Vorstellungen einer Zukunft ihrer Region haben, als einen Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse.

Nun hat eben diese NÖVOG 2010 auch den Betrieb auf der Mariazellerbahn übernommen – wofür die NÖVOG nichts kann, ist, dass es sich bei dieser Bahn um eine der schönsten Eisenbahnstrecken (national/international) handelt.

Einer Eingebung des Erwin Pröll folgend, wurde in die Mariazellerbahn der stattliche Betrag von 117 Mio. € investiert. Darüber lässt sich nun trefflich lästern, sei es nun der Benennung „Himmelstreppe“ für die neuen Fahrzeuge, der 2015 bevorstehenden Landesausstellung im Pielachtal oder der Tatsache, dass sich ÖVP und Katholizismus immer noch ausgezeichnet ergänzen, wegen.

Tatsache ist, dass eine kürzlich erfolgte Reise nach Mariazell im Zug ab und bis St. Pölten ohne Aufdringlichkeiten erfolgte, meine Mitreisenden und ich wurden vom Zugpersonal nicht genötigt, dem ÖVP-Bauernbund beizutreten, auch wiesen die bei der Rückfahrt im Zug gekauften Fahrkarten weder das Konterfei der heiligen Maria bzw. was schlimmer wäre, des heiligen Erwin von St. Pölten auf, meine Mitreisenden blieben zudem beim Aufsuchen einer der jeweils zwei Zugtoiletten von Erscheinungen aller Art verschont.

Ein Bericht über die Fahrt – ohne weitere Spöttereien – bildet den Schlusspunkt der Sendung. Nur soviel vorweg: sich selbst ein Bild zu machen, auch wenn die Betreiberin NÖVOG heißt, ist durchaus angebracht.

Musik: Creative Commons: Ruth Theodore (1), Feather Drug (4,5), Erich Klinger – Klavier (2,3), Klangcollage (6)

Erich Klinger, 18.02.2014