• Lentos: Der Taxi Driver in Linz
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Aldo Giannottis künstlerische Arbeit ist geprägt von Eingriffen in den sozialen Lebensraum. Raffinierte Manipulationen herkömmlicher Situationen, sei es das Austauschen von Grenzschildern oder das bis zur Schmerzgrenze gesteigerte Beheizen eines Ausstellungsraumes, ermöglichen die für Giannotti wichtige Ausweitung des künstlerischen Aktionsraumes auf das alltägliche Leben.

Mit der Arbeit Taxi Driver setzt der Künstler diese Praxis fort. Inspiriert von Martin Scorseses Filmklassiker wird ein Linzer Taxilenker dafür bezahlt, sich eine Irokesen-Frisur rasieren zu lassen. Mit seinem veränderten Aussehen geht er seiner täglichen Arbeit nach. Dem Fahrer ist weder verboten noch angeordnet, mit seinen Gästen über seine Frisur, den Film oder das Kunstprojekt zu sprechen. Es liegen lediglich Karten im Wagen auf, die auf das Konzept bzw. auf die Ausstellung, in der eine großformatige Fotografie des geschorenen Taxifahrers hängt, hinweisen. Im Film stößt der Taxifahrer, gespielt von Robert De Niro, auf die sozialen Ungerechtigkeiten in der Metropole New York, gegen die er sich – unter anderem mit seinem rebellischen Aussehen – auflehnt. Der reale Linzer Taxi Driver wird mit dem Eingriff in sein Äußeres einerseits Assoziationen zur Filmfigur wecken, andererseits auch soziale Kontraste aufzeigen. Die persönlichen Begegnungen zwischen Menschen im gesellschaftlichen Gefüge einer Stadt werden intensiviert und Teil eines Kunstwerks.

Von Nina Kirsch

http://www.aldogiannotti.com/

Taxi Telefonnummer: 0681/20406963

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Produziert am:
07. Juni 2010
Veröffentlicht am:
15. Juni 2010
Thema:
Kultur Ausstellungen
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RedakteurInnen:
Sandra Hochholzer
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