• rezension_axel_honneth_das recht der freiheit_web-edit
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„Man wird sich, und dessen scheint sich Honneth sehr wohl bewußt zu sein, nicht darauf verlassen können, in einer Betrachtung von sozialen Entwicklungen und hier insbesondere der Entwicklungen, die individuelle, soziale oder politische Freiheiten in der Geschichte genommen haben, die positiven und negativen Elemente, die progressiven und die regressiven Momente dieser sozialen Entwicklungen klar nebeneinanderstellen zu können. Die paradoxen Effekte sozialer Entwicklungen sind dementsprechend gekennzeichnet durch eine Mixtur postiver und negativer Elemente und progressiver und regressiver Momente. So können Verbesserungen einer Situation in komplexer Weise Verschlechterungen in anderen Hinsichten mit sich bringen. Das geht aus einem Aufsatz hervor, den Honneth zusammen mit Martin Hartmann im Jahre 2006 in der Zeitschrift Constellations veröffentlicht hat. Dieser Aufsatz trägt den Titel Paradoxes of Capitalism.4 In einer Rekonstruktion der normativen Grundlagen des Freiheitsbegriffs, die sozialen Praktiken immanent sein sollen, wird es sich ergeben, wie Honneth an anderer Stelle einwirft, dass man den negativen Aspekten der sozialen Entwicklung, also Aspekten, die Honneth unter den Begriff sozialer Pathologien bringt, mehr Aufmerksamkeit wird schenken müssen unter dem Gesichtspunkt ihrer möglichen Korrektur hin zu gesellschaftlichen Verhältnissen, die ihr Versprechen, das sie den Gesellschaftsmitgliedern machen, einlösen und gesellschaftliche Bedingungen realisieren, in denen der Anspruch der Individuen auf Freiheit möglichst umfassend gestillt wird. Die Diagnose pathologischer oder negativer sozialer Bedingungen, die man theoretisch ermöglichen will,, die Beschreibung und Entzifferung solcher Bedingungen bleibt damit gebunden an die Referenzpunkte von Konzepten, die ursprünglicherweise emanzipatorischen Inhalt gehabt haben. Damit erweist sich die Analyse der normativen Grundlagen des Freiheitsbegriffs zuinnerst gebunden an soziale Gerechtigkeitsvorstellungen […]“