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Systemfehler. – Vortrag vom 18. März 2013 mit Jörg Flecker und Klaus-Dieter Mulley

Systemfehler. – Teil 4: Vortrag ‚Rechtspopulismus: Umbrüche in der Arbeitsgesellschaft und ihre politische Verarbeitung.‘
mit Jörg Flecker und Klaus-Dieter Mulley am 18. März 2013

Referenten:
Jörg Flecker, Professor für allgemeine Soziologie am Institut für Soziologie der Universität Wien und bis Anfang 2013 Leiter der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt FORBA in Wien.

Klaus-Dieter Mulley, Leiter des Instituts für Geschichte der Gewerkschaften und
Arbeiterkammern in der Arbeiterkammer Wien.

Moderation:
Alexandra Weiss, Politikwissenschafterin im Büro für Gleichstellung und Gender
Studies der Universität Innsbruck

(Sorry für die z.T. schlechte Qualität, bedingt durch die Technik am Veranstaltungsort)

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An die Krise des neoliberalen Kapitalismus schließen sich eine Reihe von Krisendiskursen an, die die gegenwärtigen Probleme der Organisierung der Arbeit und des politischen Systems populistisch verkürzen oder verkehren und damit gesellschaftliche Spaltungen verschärfen. In Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 erscheinen oder verstärken sich diverse Diskurse – von „Überfremdung“, einer „neue Unterschicht“, „Sozialmissbrauch“, einer „Männlichkeitskrise“ bis hin zur „demographischen Krise“ – die als Lösung der gegenwärtigen Systemkrise oftmals autoritäre, rückwärtsgewandte Ordnungsvorstellungen propagieren. Gesellschaftsanalyse und -kritik werden dabei ersetzt durch eine Vielzahl an Konfliktschauplätzen, die in einer Skandalisierungslogik medial verarbeitet werden und sich dabei oftmals selbst das Etikett des „kritischen Tabubruchs“ verleihen. Dabei dient der „Tabubruch“ oft gerade dazu den Blick auf soziale und kulturelle Ungleichheiten und Diskriminierungen zu verstellen.
Die Vielzahl an Krisendiskursen deutet dabei eher auf verdeckte Verteilungskämpfe hin, sie sind vielmehr Effekte der Krisendiagnose, denn Feststellung eines Sachverhaltes. In diesem Sinn geht es um hegemoniale Prozesse, die traditionelle Machtbestände und Ressourcenverteilungen und damit auch die gesellschaftliche Positionierung und Privilegierung bürgerlicher, weißer Männlichkeit stabilisieren sollen.
Die Vortragsreihe will Spaltungsdiskursen und (rechts-)populistischen Diskursstrategien auf den Grund gehen und die damit einhergehenden Verdeckungszusammenhänge analysieren. Ausgangspunkt ist dabei eine intersektionale Herangehensweise, die Klassen-, Geschlechter- und rassistische Spaltungen und ihre Verwobenheit miteinander im Blick hat und artikuliert.

Die Veranstaltungsreihe startet im Jänner 2013, und findet monatlich bis Juni mit folgenden ReferentInnen statt: Luzenir Caixeta (MAIZ, Linz), Gerhard Hetfleisch (ZeMiT, Innsbruck), Ines Kappert (taz-Redakteurin), Maggie Jansenberger (unabhängige Frauenbeauftragte Graz), Jörg Flecker (FORBA, Wien), Klaus-Dieter Mulley (AK, Wien), Birgit Stark (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Christa Zöchling (Profil-Redakteurin), Martin Döring (Universität Hamburg), Christoph Fischer (Allgemeinmediziner, Innsbruck, angefragt)

Die Veranstaltungsreihe ‚Systemfehler: Spaltungsrhetorik als Entpolitisierung von Ungleichheit‘ ist eine Kooperation des Büros für Gleichstellung und Gender Studies / Universität Innsbruck, der AK-Tirol, dem ÖGB-Tirol und dem AMS-Tirol.

Nähere Infos unter www.uibk.ac.at/leopoldine/gender-studies/veranstaltungen